Das christliche Medienmagazin

Mehr Kirche in den Medien: „Der Markt ist da, die Händler fehlen.“

Von Gott reden, sich zur biblischen Botschaft bekennen und die modernen Mittel zur Verbreitung des Evangeliums nutzen. Dazu forderte Rüdiger Oppers, Chefredakteur der Neuen Ruhr Zeitung (NRZ), in einer Predigt mit dem Titel „Gott ist nicht tot, wir dürfen ihn nur nicht totschweigen“ auf. Der Journalist predigte am vergangenen Freitag anlässlich der Fastenzeit im Essener Dom.
Von PRO

Foto: Marc Albers

Oppers stützte seine Aussagen auf 2. Timotheus 3,14 – 4,4 und legte dabei besonderen Wert auf die Orientierungsfunktion der christlichen Botschaft und die Gemeinsamkeiten von Kirche und Medien. Beide basierten auf den Grundsätzen Attraktivität, Qualität und Praktikabilität. Außerdem gehe es auch um das Zusammenspiel der beiden Elemente. „Medien und Kirche sind aufeinander angewiesen. Sie spielen im gleichen Stück und vor dem gleichen Publikum“, sagte der Katholik. Die Empfänger der jeweiligen Botschaften seien zugleich Medienkonsumenten und Christen. Kirche habe, ebenso wie die Medien, eine vermittelnde Funktion und überbringe einen bestimmen Inhalt. „Die Kirche ist ein Medium. Nichts weiter. Sie ist nicht die Botschaft. Sie überbringt sie nur“, machte er deutlich. Als Grund für diese Aufgabe nannte er das Leben Jesu. Die Kirche müsse sein Leben und Wirken zeitgemäß darstellen und diese Botschaft kommentieren und illustrieren. Bei alledem gehe es um Ehrlichkeit und um ein nachahmenswertes Glaubenszeugnis. Als Vorbild nannte Oppers hier den zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. Er habe die Rede von Gott in einer gottlosen Zeit einzigartig beherrscht.

Außerdem wünscht sich Oppers mehr Aufmerksamkeit für christliche Themen in den Medien. Es sei für ihn ein „merkwürdiges Phänomen“, dass es für bemerkenswert gehalten werde, wenn säkulare Medien Kirche und Glaube thematisierten. Oft sei die Berichterstattung bei solchen Themen negativ. Als Beispiel nannte der Journalist Artikel über Benedikt XVI. „Traurig aber wahr: es gilt als mutig, anerkennend über Benedikt zu berichten, hingegen ist es Alltag, den Papst niederzumachen“, sagte er. Weil die christliche Religion Grundlage der Gesellschaft sei, forderte Oppers eine faire Berichterstattung über die Kirchen und ihre christlichen Inhalte. Er betonte aber, dass dazu auch Berichte über ihre Verfehlungen gehörten.

Oppers sprach sich deshalb für eine verstärkte Medienpräsenz der Kirchen aus. Dabei ging es ihm besonders darum, Inhalte qualitativ hochwertig zu vermitteln. Religion und Kirche müssten unabhängig von anderen Einflüssen zu ihrer Botschaft stehen, um etwas zu bewirken. „Wer dem Volk nach dem Mund redet und der Hierarchie nach den Ohren schweigt, verliert jede Akzeptanz“, ist der Journalist überzeugt. Die Menschen wüssten heute viel zu wenig von den Reichtümern des Glaubens. Dabei sei das Interesse vorhanden. „Wenn man daran erinnert, dass Hoffnung nicht an der Börse, sondern in der Kirche gehandelt wird, erntet man positive, sogar dankbare Reaktionen“, berichtete Oppers von seinen Erfahrungen. Die Kirche müsse verstärkt publizistisch aktiv werden. Medien seien ein zeitgemäßer Weg, das Wort Gottes zu verkünden. „Der Markt ist da. Aber es fehlen die Händler“, sagte er. Schließlich ermutigte er, sich ein Vorbild an Timotheus zu nehmen. „Bleiben wir treu und besinnen wir uns auf die Werte des Glaubens“, schloss Oppers. Davon hänge auch die weitere Existenz der Kirche ab. (pro)

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