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Mehr Christentum im amerikanischen Geschichtsunterricht

Das religiöse Erbe der Vereinigten Staaten von Amerika werde zunehmend verleugnet, erklärte Jay Sekulow vom American Center for Law and Justice. Das zu ändern hat sich der Erziehungsausschuss des Bundesstaates Texas vorgenommen. Sollte diese Reform erfolgreich sein, könnte sie Auswirkungen auf das gesamte Land haben.
Von PRO

Foto: Jeff Vogt / flickr

Der Erziehungsausschuss des Bundesstaates Texas in Austin hat am vergangenen Freitag beschlossen, Änderungen an Lehrplänen vorzunehmen. Wie der US-amerikanische Nachrichtensender CBN mitteilte, handelt es sich um die Lehrpläne für staatliche Schulen in Texas. Betroffen von dieser Lehrplanänderung sind alle Schüler von der 1. bis zur 12. Klasse. Der Ausschuss hatte laut "New York Times" mit 10 zu 5 gestimmt und war somit ein Erfolg für die zahlenmäßig überlegenen Republikaner.

Die ideologische Debatte um die Lehrpläne teile die 15 Mitglieder des Ausschusses in zwei Lager, schreibt die "New York Times". Auf der einen Seite sei der konservative Block, der die darwinistische Evolutionstheorie in Frage stellt und davon überzeugt ist, dass die Gründungsväter der USA von christlichen Motiven geleitet wurden. Auf der anderen Seite stünden Demokraten und gemäßigte Republikaner, die für die Trennung von Kirche und Staat streiten und dafür, dass Darwinismus weiterhin an Schulen unterrichtet wird. Konservative plädierten außerdem laut CBN dafür, das traditionelle "B.C.", before Christ – vor Christus – beizubehalten, während die Liberalen sich für "B.C.E.", before the common era – vor der allgemeinen Zeitrechnung – einsetzten. Am Ende konnte sich B.C. durchsetzen. Nach Angaben der Zeitung "Die Welt" strich der texanische Erziehungsausschuss erst kürzlich das Kinderbuch "Brown Bear, Brown Bear" aus dem Lehrplan. Der Ausschuss ging davon aus, dass der Autor – Bill Martin – auch marxistische Bücher verfasst hatte. Das stellte sich als Irrtum heraus – der Autor hatte nur zufälligerweise den gleichen Name.

Besonders in Bezug auf das Fach Geschichte herrschten unter den Mitgliedern des Ausschusses Meinungsverschiedenheiten. Nach Angaben der "New York Times" setzen die Konservativen sich dafür ein, dass die Rolle des Christentums für die USA in den geänderten Lehrplänen stärker betont wird. So soll beispielsweise Thomas Jefferson, der die Trennung von Staat und Kirche forderte, nicht mehr als Autor gelten, der im späten 18. Jahrhunderts Revolutionen inspirierte. Stattdessen soll auf St. Thomas Aquin und John Calvin verwiesen werden. "Wir bringen einen Ausgleich", sagte der Leiter der konservativen Vorstandsfraktion, Don McLeroy. Die Geschichte sei bereits verzerrt worden, und zwar zu weit nach links, fügte er hinzu. Mary Helen Berlanga, Ausschussmitglied hispanischer Herkunft, dagegen sagte gegenüber "New York Times": "Sie schreiben die Geschichte um, nicht nur die von Texas, sondern die der USA und der Welt". Auch Jay Sekulon, Chef-Justiziar des American Center for Law & Justice, erklärte: "Sie müssen die Geschichte in Ruhe lassen. Sie ist, was sie ist. Sie steht allein. Der Gedanke, dass man die Geschichte jetzt überarbeitet, um sie angenehmer zu machen, ist nicht nur schlecht, sondern schlechte Geschichte."

Der Erziehungsausschuss wird darüber entscheiden, was Schüler in den nächsten 10 Jahren in ihren Geschichtsbüchern lesen werden. Aber auch darüber hinaus werde diese Entscheidung Auswirkungen auf das ganze Land haben, so CBN. Da Texas der zweitgrößte Bundesstaat ist, haben die dortigen Curricula Einfluss auf die Gestaltung der Schulbücher der großen Verlage, erklärte Jay Alan Sekulow. Die jetzige Debatte sei also "lebenswichtig" und könnte "Millionen von Schülern beeinflussen".

Wie CBN erklärte, wird die endgültige Entscheidung über die Lehrplanänderungen im Mai getroffen. Bis dahin sollen die geänderten Lehrpläne öffentlich diskutiert werden. (pro)

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