Das christliche Medienmagazin

Medienmacher Horst Marquardt 85

Er gilt als Pionier christlicher Medienarbeit in Deutschland. Er wurde mit seinem Engagement und seinen Ideen einer der führenden Köpfe in der evangelikalen Publizistik. Am 14. Juli ist Horst Marquardt 85 Jahre alt geworden.
Von PRO
Horst Marquardt feiert am 14. Juli seinen 85. Geburtstag
Horst Marquardt feiert am 14. Juli seinen 85. Geburtstag
Horst Marquardt wurde am 14. Juli 1929 in Berlin geboren und wuchs dort in einem christlich geprägten Elternhaus auf. Er ging zunächst in Berlin, später in Breslau zur Schule. Denn als Horst Marquardt zehn Jahre alt war, zog die Familie nach Breslau. Der Vater, Vertriebsleiter des Deutschen Verlages, war dorthin versetzt worden, um von dort aus das Gebiet Niederschlesiens zu betreuen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Vater als Soldat in die Wehrmacht eingezogen, geriet nach dem Ende des Krieges im Westen in Gefangenschaft. Die Mutter flüchtete 1945 mit dem jüngeren Sohn vor der vorrückenden Roten Armee aus Breslau in Richtung Berlin. Horst Marquardt hingegen blieb in der Stadt und meldete sich im Alter von 15 Jahren freiwillig zum Volkssturm. Er wollte Breslau verteidigen. Marquardt verließ die Stadt erst kurz vor der Einnahme durch die Rote Armee. Die Familie fand sich später in Neuruppin beim Großvater wieder. Auf der Reise nach Neuruppin, so beschreibt Marquardt rückblickend, habe er seine Meinung zur Kriegsteilnahme komplett geändert: schließlich habe er diejenigen bedauert, die noch hätten kämpfen wollen.

Journalistische Erfahrung im Sozialismus gesammelt

Das Kriegsende erlebte Marquardt in Neuruppin. In der Sowjetischen Besatzungszone schloss er sich der Kommunistischen Partei an, da ihm die Partei vor allem durch die Aufbauleistungen imponierte. „Ich bin damals von dem einen Fehler in den anderen verfallen und habe mich mit fliegenden Fahnen der Kommunistischen Partei angeschlossen“, erzählt Marquardt im Interview mit Hennig Röhl auf Bibel-TV. Innerhalb der KPD war er Mitglied im antifaschistischen Jungendausschuss der Partei, aus dem sich die Freie Deutsche Jugend (FDJ) entwickelte. Marquardt sammelte seine ersten journalistischen Erfahrungen im Sozialismus. Er wurde der Leiter der Jugendfunkabteilung vom Landessender Potsdam und arbeitete von 1949 bis 1950 als Rundfunkredakteur. Marquardt begann an der KPD zu zweifeln, weil ein von ihm produzierter Radiobeitrag nicht gesendet wurde. Der stand nach der Einschätzung eines Parteifunktionärs nicht mit der Parteilinie im Einklang. Das Erlebnis führte Marquardt in eine Sinnkrise.

Von der KPD zur Kanzel

In dieser Situation erlebt Marquardt einen vollkommenen Sinneswandel, den er rückblickend als seine Bekehrung bezeichnet. Marquardt wollte sich nicht länger für die KPD engagieren, brach mit der Partei und flüchtete in den Westen. In West-Berlin schloss er sich einer freikirchlichen Gemeinde an, wo er sich als Gemeindehelfer engagierte. Nach einem theologischen Studium am Seminar der Methodisten in Frankfurt am Main arbeitete er bis 1956 als Pastor evangelisch-methodistischer Gemeinden in Berlin. Marquardt zog dann für drei Jahre nach Wien, wo die methodistischen Gemeinden einen volksmissionarisch gesonnenen Pastor im 15. Bezirk der Stadt suchten. Über einen befreundeten Pastor entstand ein Kontakt zu einem damals neu gegründeten Radiosender in Wetzlar, heute ERF-Medien. Dort stellte man den jungen Mann mit Medien- und Rundfunkerfahrung am 1. April 1960 als Programmdirektor ein. Marquardt war maßgeblich am Aufbau des Radiosenders beteiligt, den er bis 1993 als Direktor leitete. Von 1993 bis 1998 war er als Internationaler Direktor des Radiomissionssenders „Trans World Radio“ (TWR) verantwortlich für die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion, des Mittleren Ostens und Afrikas.

Initiator von idea und KEP

Marquardt gilt als der Initiator für die Gründung der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, deren Vorstandsvorsitzender er bis heute ist. In der Zeit der großen Evangelisationskongresse Anfang der 1970er Jahre konnte Marquardt Artikel und Berichte der Veranstaltungen nicht beim Evangelischen Pressedienst (epd) platzieren. Er entschied sich, eine eigene Berichterstattung zu starten. Im Sommer 1970 bildeten auf seine Initiative hin Vertreter der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA), von ERF-Medien (Evangeliumsrundfunk) und der Konferenz Evangelikaler Missionen (KEM) einen Herausgeberausschuss und veröffentlichten am 1. August 1971 die erste Ausgabe von idea. Rechtlich ist idea ein eingetragener Verein, der seine Dienstleistungen sowohl durch Abonnenten als auch durch Spenden finanziert. Von 1974 bis 1987 war er Mitglied im Hauptausschuss Rundfunk und Fernsehen des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP), zudem Sprecher der ARD-Sendung „Wort zum Sonntag“. 1975 gehörte er zu den Gründern der „Konferenz evangelikaler Publizisten“, heute Christlicher Medienverbund KEP. Er sah sich stets als Brückenbauer zwischen den verschiedenen theologischen Strömungen. Die Vereinigung Europäischer Medienorganisationen zeichnete ihn für sein Engagement 1998 mit dem „Brückenbauer-Preis“ aus. Er gehört zu den Mitbegründern des deutschen Zweiges des „Lausanner Komitees für Weltevangelisation“, dessen Vorsitzender er 14 Jahre lang war. Von 1969 bis zum Erreichen der Altersgrenze gehörte Marquardt dem Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) an. Zusammen mit dem Unternehmer Jörg Knoblauch leitet er den „Kongress christlicher Führungskräfte“. Marquardt hatte den Vorsitz des 1999 gegründeten „Instituts für Islamfragen“ bis zum Jahr 2007 inne. Er ist mit Irene verheiratet und hat vier Kinder. Sein Leben, sagt Marquardt, habe stets unter dem Bibelwort „Euch geschehe nach eurem Glauben“ (Matthäus 9, 29) gestanden. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen/detailansicht/aktuell/bibel-tv-wuerdigt-marquardts-empionierarbeitem/
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