"Streit um Gott" auf "hr2": Vom unsinnigen Kampf der Atheisten

Kommt Ethik ohne religiöse Werte aus? Was suchen Prominente auf dem Jakobsweg? Ist es "unvernünftig", an Gott zu glauben? Diesen Fragen widmete der Hörfunksender "hr2" ein Themenwochenende, an dem in Beiträgen die Auseinandersetzung zwischen Atheisten und Glaubensvertretern beleuchtet wurden.

Es waren, wie kann das anders sein, viele grundlegende Fragen, die an dem Themenwochenende "Streit um Gott oder: Die Wiederkehr des Religiösen?" auf dem Hörfunksender "hr2" zur Sprache kamen. Die Redaktion griff bei dem Thema eine seit Monaten geführte Debatte auf, die sich maßgeblich an dem Buch "Der Gotteswahn" des britischen Autors und Biologen Richard Dawkins entzündet hatte.

Glaube ist Gesprächsthema

Der Glaube jedenfalls ist wieder Gesprächsthema, und das in beinahe allen Medien. Selten zuvor wurde über Religion und Gott über einen so langen Zeitraum öffentlich gesprochen. Im vergangenen Jahr widmeten die großen Fernsehtalkrunden wie "Johannes B. Kerner" oder "Menschen bei Maischberger" der Frage nach dem Glauben ganze Sendungen, in Magazinen und Zeitungen wurde Dawkins "Gotteswahn" vorgestellt.

Wer aber nun meinte, das Thema sei "durch", passé, nicht mehr aktuell, der hat sich getäuscht. Im Gegenteil, der Streit um den Glauben oder um die Frage, ob Gott überhaupt existiert, lässt die Menschen nicht los. Und damit wird das Thema auch eines der Medien.

Die Frage nach Gott interessiert

Der Hörfunksender hr2 hat sich nun gleich ein ganzes Wochenende mit dem "Streit um Gott oder: Die Wiederkehr der Religion?" befasst. In zahlreichen guten und sachlichen Beiträgen kamen die unterschiedlichen Positionen zu Wort, Zuhörer diskutierten bei den Sendungen rege mit. Auch ein Zeichen dafür, dass die Frage nach Gott noch immer eine offene ist.

Bemerkenswert war etwa die Sendung "kontrovers", die am Samstag ausgestrahlt wurde. Es debattierten der – hinlänglich bekannte – Atheist Michael Schmidt-Salomon, der jüngst durch die Debatte um sein atheistisches Kinderbuch "Wo bitte geht`s zu Gott, fragte das kleine Ferkel" erneut auffiel. Und der Buchautor, Psychologe und katholische Theologe Manfred Lütz. Er schrieb den Bestseller "Gott – Eine kleine Geschichte des Größten", der, wie die hr-Moderatorin treffend erkannte, "in den Bestsellerlisten dem Buch von Dawkins immer dicht auf den Versen ist".

Warum die Atheisten-Kritik unsinnig ist

Schmidt-Salomon jedenfalls argumentierte in der Sendung erneut gegen jeglichen Glauben, sagte, dass ohne die Religion die Welt eine wesentlich bessere sei und viele Kriege im Namen der Religion geführt würden. Die Thesen sind bekannt und werden von Atheisten landauf, landab verbreitet.

Doch der Katholik Lütz brachte gleich zu Beginn der Sendung die Debatte auf eine neue, grundlegendere Stufe. Er wies darauf hin, auf welchem Niveau sich die Angriffe der neuen Atheisten bewegten. "Sie sprechen den Gläubigen jeglichen Verstand ab, verhalten sich menschenverachtend und fundamentalistisch", so Lütz. Das, so der Katholik, sei nicht verwunderlich, gehe doch der Vorzeigeatheist Richard Dawkins in seinem Buch mit pauschalen und unsachlichen Argumenten gegen allen Glauben vor.

Lütz verglich seinen Glauben an Gott mit der Liebe zu seiner Ehefrau. "Wie kann mich ein anderer Mensch dafür kritisieren, dass ich meine Frau liebe? Und mir einreden wollen, dass meine Liebe völlig unsachlich sei?" Genau wie die Zuneigung zu einem Menschen zwar auch neurologisch erklärt werden könne, so sei die Liebe doch nicht einzig auf den Menschen aus Fleisch und Blut ausgerichtet, sondern bestehe auf einer wesentlich höheren Ebene – wie eben der Glaube an Gott.

Eine Zuhörerin schrieb dazu im hr2.de-Gästebuch: "Ich bin Ordensfrau und lebe aus dem Glauben an den lebendigen Gott, zu dem Jesus uns/mir den Zugang verschafft hat. Ja, ich habe ihn oft genug erfahren: ER ist existent und ist nicht ein Gebilde meiner Phantasie. Der christliche Gott ist nicht irgendein 'Prinzip'. Er ist Person, ich darf DU zu ihm sagen. Mein Glaube ist meine  Beziehungssache, eine Liebesgeschichte. Und ich wünsche mir nichts sehnlicher, als dass die, die mit mir zu tun haben, etwas davon erfahren dürfen, wenn sie mir begegnen."

Weitere Informationen: Zahlreiche Beiträge des Themenwochenendes sind auf www.hr2.de im Internet zu hören.

Von: Andreas Dippel

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