Afghanistan: Taliban-Radio sendet wieder

J a l a l a b a d (KEP) - In Afghanistan haben die Taliban begonnen, über ein eigenes Radioprogramm politische Parolen und Hetzkampagnen zu verbreiten. Vier Jahre nach Ende der Herrschaft der islamistischen Gruppe in Afghanistan geht "Stimme der Scharia" wieder auf Sendung.

Den Namen trug der Propagandasender bereits von 1996 bis 2001, dem Ende der Taliban-Herrschaft. Wie ein Sprecher der Taliban dem britischen Rundfunksender BBC mitteilte, sendet "Stimme der Scharia" in den beiden afghanischen Hauptsprachen Dari und Paschtu. Um nicht von der afghanischen Regierung oder der US-Armee verhaftet zu werden, senden die Islamisten mit einem mobilen Rundfunk-Transmitter.

Laut BBC werden vor allem im Süden des Landes zwei Stunden täglich Hetzparolen gegen die Regierung und die USA gesendet, unterbrochen von Koran-Versen und Gebeten. Der afghanische Präsident Hamid Karsai sei von "Stimme der Scharia" bereits massiv angegriffen worden, ebenso die US-Armee. Die Taliban wollten mit dem Sender ein "Gegengewicht" zu den neuen staatlichen Medien bilden, sagte ein Sprecher der Gruppe.

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. 23 Jahre Bürgerkrieg und die Herrschaft der Taliban haben ihre Spuren hinterlassen. Unter dem Taliban-Regime galten im ganzen Land die strengen Gesetze der "Scharia". Danach ist das Fernsehen verboten, Frauen dürfen das Haus ohne Begleitung eines männlichen Verwandten nicht verlassen. Sie dürfen weder arbeiten noch Auto fahren. Mädchen dürfen nicht zur Schule gehen. Eine afghanische Provinz verbannte im vergangenen Jahr weibliche Darsteller vom Auftreten in Fernsehen und Radio und erklärte weibliche Entertainer für un-islamisch.

Seit kurzem gibt es "Sada-ye Zane Afghan", einen afghanischen Radiosender von Frauen für Frauen. Der Frauensender bietet Lernsendungen für Analphabetinnen an und plant in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium Fernunterricht per Rundfunk für Frauen.

Der erste Frauensender Afghanistans soll aber kein reines Informations- und Bildungsprogramm senden, sondern mit Musik und Unterhaltungssendungen für ein großes Publikum attraktiv werden.

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