Die Preisträger des Katholischen Medienpreises Johannes Böhme (2. v. l.), Gudrun Hanke-El Ghomri (Mitte) und Katja Grundmann (2. v. r.) mit dem Juryvorsitzenden Bischof Gebhard Fürst (links) und Joachim Frank, dem Vorsitzenden der Gesellschaft Katholischer Publizisten

Die Preisträger des Katholischen Medienpreises Johannes Böhme (2. v. l.), Gudrun Hanke-El Ghomri (Mitte) und Katja Grundmann (2. v. r.) mit dem Juryvorsitzenden Bischof Gebhard Fürst (links) und Joachim Frank, dem Vorsitzenden der Gesellschaft Katholischer Publizisten

Beiträge über Kinder und Helden ausgezeichnet

Helden im Bürgerkrieg und Kinder, die jeweils auf ihre Weise besonders sind, standen im Fokus des diesjährigen Katholischen Medienpreises. Mit „Die letzten Männer von Aleppo" wurde ein Film ausgezeichnet, der auch für den Oscar nominiert ist.

Sie wagen sich in Kriegsruinen, trotzen Bombenangriffen und Beschuss, retten aus Trümmern, was an menschlichem Leben zu retten ist – oder bergen Leichen: „Die letzten Männer von Aleppo“, eine Dokumentation des SWR in Kooperation unter anderem mit arte, begleitet die private syrische Zivilschutzorganisation „Weißhelme“ auf ihren Einsätzen. Gudrun Hanke-El Ghormi und der Regisseur Feras Fayyad haben für diesen Film am Donnerstagabend den Katholischen Medienpreis in der Kategorie „Elektronische Medien“ bekommen. „Der Dokumentarfilm zwingt den Zuschauer zu verstehen, wovor die Menschen in Syrien fliehen. Fayyad thematisiert das, was hierzulande immer seltener in dieser Klarheit bedacht wird: Die Menschen fliehen aus Syrien, weil dort Krieg herrscht!“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Der Film lief im vergangenen Jahr sowohl im Kino als auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Er hat bereits mehrere Auszeichungen erhalten, etwa den „Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke“ und den „Documentary Emmy Award“, für den Oscar ist er als bester Dokumentarfilm nominiert.

Sorgenkinder im Blick

Den Katholischen Medienpreis in der Kategorie „Printmedien“ erhielt Johannes Böhme für seinen Text „Sorgenkinder“ im Süddeutsche Zeitung Magazin. Darin porträtiert er mehrere Jugendliche, die er einige Jahre zuvor während seines Zivildienstes als verhaltensauffällige Kinder im Auto chauffiert hatte. Die Jury lobte zum einen den „brillanten Schreibstil“ des Autors. Zudem sei der Beitrag ein „Paradebeispiel für die journalistische Tugend, an einem Thema dranzubleiben und nicht der Versuchung zu erliegen, nach einfachen Lösungen zu suchen. Damit entspricht er in herausragender Weise der Zielsetzung des Katholischen Medienpreises, der für Arbeiten verliehen wird, die sich an christlichen Werten orientieren und das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken.“

Den Sonderpreis der Jury erhielten die Journalistinnen Katja Grundmann und Anna Sprockhoff. Sie hatten für die Landeszeitung für die Lüneburger Heide ein crossmediales Prokjekt entwickelt, in dem sie mit Bildern, Texten, Grafiken und Tonaufnahmen die Situation und die Lebenswelt von Flüchtlingskindern in Deutschland zeigten.

Insgesamt 210 Einsendungen

Die Jury zeichnete zudem vier Beiträge als „journalistisch WERTvoll“ aus, darunter eine Sendung des KiKA über ein geistig behindertes Kind sowie ein Porträt einer sterbenskranke Bewohnerin eines Hospizes.

Der Katholische Medienpreis wird seit 2003 jährlich von der Deutschen Bischofskonferenz in Kooperation mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten und dem Katholischen Medienverband ausgeschrieben. In den Kategorien „Printmedien“ und „Elektronische Medien“ ist er jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Der Jury gehören fünf Journalisten an, unter anderem von der Süddeutschen Zeitung, dem Bayerischen Rundfunk und dem katholischen Heinrichsblatt, sowie als Leiter des Gremiums Bischof Gebhard Fürst, der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. In diesem Jahr gab es insgesamt 210 Einsendungen.

Von: Jonathan Steinert

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