Fritz Gerlich war Journalist und Gegner der Nationalsozialisten

Fritz Gerlich war Journalist und Gegner der Nationalsozialisten

Mit scharfer Feder „Hitlers Erzfeind“

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) erinnert an den Journalisten Fritz Gerlich als einen der wichtigsten Vertreter des publizistischen Widerstands gegen Adolf Hitler. Der „kompromisslose Kämpfer für die Menschenwürde“ soll seliggesprochen werden.

Fritz Gerlich war Chefredakteur der Münchener Neuesten Nachrichten, des Vorgängers der Süddeutschen Zeitung. „Der 1934 von den Nazis umgebrachte Fritz Gerlich gehörte mit seiner schneidend scharfen Feder und seinen zwingenden Argumenten zu den profiliertesten Hitler-Gegnern in der deutschen Presselandschaft“, heißt es in der FAS unter der Überschrift „Hitlers Erzfeind“.

Der „Calvinist aus Pommern“, der zunächst selbst sehr nationalkonservativ war, wurde 1920 Chefredakteur der Münchener Neuesten Nachrichten. Doch zeigte er sehr bald, dass er mit den Nationalsozialisten nicht sympathisierte. „Hitlers nassforsche Absetzung der Reichsregierung, sein Marsch zur Münchener Feldherrnhalle und das blutige Ende des Putschversuches öffneten ihm die Augen“, schreibt die FAS. 1928 verließ Gerlich die Redaktion.

Er begegnete in jener Zeit der „Resl von Konnersreuth“, eine Oberpfälzer Schneiderstochter, die blutige Visionen hatte, angeblich ohne Nahrung auskam und von vielen Katholiken verehrt wurde. Gerlich war begeistert von der Frau und glaubte an ihre übernatürlichen Fähigkeiten. 1931 trat Gerlich in die katholische Kirche ein. Er kaufte ein Unterhaltungsblatt namens Illustrierter Sonntag und verwandelte es in eine Wochenzeitung mit antinazistischer Zielausrichtung. „Das katholische Blatt wurde immer kompromissloser und härter im Ton“, heißt es in der FAS. Gerlich nannte sein Blatt in Der Gerade Weg - Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht um.

Im KZ von Dachau erschossen

Am 9. März 1933 wurde er in seinem Büro von Nazis malträtiert und abgeführt. Die Nazis schlugen ihn mehrfach und traten ihm auf die Finger. Es habe mehrere Wochen gedauert, bis er „wieder ein normales Aussehen erlangte“, heißt es. Doch Gerlich habe sich „bewusst zum Martyrium entschlossen“, schreibt die Zeitung. Am 30. Juni 1934 brachte man ihn nach Dachau ins KZ und erschoss ihn noch am Tag der Ankunft.

Das Erzbistum München und Freising hat das Verfahren zur Seligsprechung von Fritz Gerlich eingeleitet. Mit einem Gottesdienst im Liebfrauendom wurde es am 16. Dezember 2017 offiziell eröffnet. Kardinal Reinhard Marx sagte bei der Feier: „Schaut auf diesen Mann, der die Wahrheit gesucht hat!“ Der Journalist Gerlich habe früh die Abgründe der Nazi-Ideologie erkannt und sich „unter Einsatz seines Lebens auf die Seite des Lichts gestellt“.

Von: Jörn Schumacher

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