Martin Luther schmückt als „erster Wutbürger“ das Spiegel-Cover
Martin Luther schmückt als „erster Wutbürger“ das Spiegel-Cover

Spiegel über Luther: „Der erste Wutbürger“

Der Spiegel widmet sich in seiner aktuellen Titelgeschichte Martin Luther. Das Blatt bezeichnet den Reformator als den „ersten Wutbürger“ und gleichzeitig als einen Mann, der Deutschland, dessen Kultur und Menschen geprägt hat, wie kaum ein anderer.

Das kommende Jahr steht im Zeichen des Reformationsjubiläums: Das Magazin Der Spiegel startet in seiner aktuellen Ausgabe eine fünfteilige Serie, die sich mit Martin Luther, seiner Zeit und mit der Kulturgeschichte des deutschen Protestantismus befasst. Auf dem Cover kündigt sich mit der Titelzeile „Luther – Der erste Wutbürger“ Georg Diez‘ Artikel über den Reformator an. Im Heft ist der Luther-Beitrag überschrieben mit „Der erste Rebell der Neuzeit“. Neun Seiten widmet der Spiegel dem Reformator.

Diez stellt die Frage, welchen Luther die Kirche zum Reformationsjubiläum feiert: den Glaubensextremisten, den Sprachschöpfer, den Gott-helfe-mir-Amen-Christ, den widerspenstigen Rationalist? Der Autor wirft einen kritischen Blick auf den Kirchenmann: „Die Prägung Luthers ist die Prägung dieses Landes – und die allgemeinen Krisenphänomene damals wie heute ähneln sich. Populistische Wut? Antielitärer Ekel? Die Abneigung gegen das Denken und die Kultur unserer westlichen Nachbarn? Der Hang zum Antikapitalismus? Der deutsche Antisemitismus?“ Auch an Luther lasse sich all das studieren. Er sei ein „Stichwortgeber des Ressentiments“.

Volksheld versus Schmähschreiber

Der Autor des Spiegel-Artikels nennt Luthers 95 Thesen „einen populistischen Aufschrei gegen die Macht der verkommenen Institution“, – in deutscher Übersetzung „ein publizistischer Sensationserfolg“. Zu dieser Zeit sei der „Volksheld Luther“ geboren worden, aber „der Schmähschreiber auch, der die direkte, oft genug vulgäre Sprache nutzte“.

Weiter notiert der Autor über den Reformator: „Zugleich schuf er die Figur des Christen, der allein auf sich gestellt, ohne Vermittlung von Tradition und Kirche, Gottes Wort und Willen in der Heiligen Schrift vernimmt und damit selbstbewusst gegen die etablierte Ordnung aufbegehrt.“ Diez sieht Luther als einen „Mann zwischen Gestern und Heute, zwischen Glaube und Wut“. Die Welt werde heute noch zerrissen von diesen Extremen. „Er war ein Mann von Gehorsam und Umsturz, er vertraute in die Macht Gottes und der Gewissheit, dass die Welt an ein Ende kommen würde – und die Kräfte, die an ihm zerrten und auch seine Zeit auseinandertrieben, erinnern an heutige Konstellationen.“

Mit seinen 95 Thesen, seiner Frömmigkeit und seinem Hass habe „Luther Deutschland geprägt wie kein anderer“, schreibt er. Der Reformator sei der Mann gewesen, „der die Kirche nicht spalten wollte und schon gar nicht die Welt“, stattdessen „wollte [er] die Kirche retten“. Das Erbe Luthers sei groß: „Es gibt kaum jemanden, der dieses Land, seine Kultur und seine Menschen so geprägt hat wie er“, bilanziert Diez dem Reformator. (pro)

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Von: mab

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