Der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz mit seinem Vorsitzenden, Michael Diener, hat sich offiziell zum NDR-Film „Mission unter falscher Flagge“ geäußert
Der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Evangelischen Allianz mit seinem Vorsitzenden, Michael Diener, hat sich offiziell zum NDR-Film „Mission unter falscher Flagge“ geäußert

Allianz positioniert sich zu NDR-Film

Die Deutsche Evangelische Allianz hat sich in einer Erklärung zum NDR-Film „Mission unter falscher Flagge“ positioniert. Sie bedauert Einzelfälle von geistlichem Missbrauch. Opfer sollen sich künftig an Obleute wenden können. Dem Beitrag wirft die Allianz Einseitigkeit vor.

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) bedauert, dass Menschen durch geistlichen Missbrauch und Manipulation in christlichen Gemeinden und Organisationen des Netzwerkes zu Schaden gekommen sind. Solche Fälle habe es gegeben und sie seien auch in Zukunft möglich. Jedoch verwahrt sich die DEA dagegen, „dass Machtmissbrauch und Manipulation in den betroffenen Werken grundsätzlich und strukturell angelegt wären“.

Das war der Vorwurf, den der Film „Mission unter falscher Flagge“ gegenüber einzelnen Werken, die der DEA angehören, erhoben hatte. Die DEA ihrerseits wirft dem NDR-Beitrag vor, dass er durch einseitige und undifferenzierte Darstellungen „unter allen Umständen“ ein „negatives und kritikwürdiges Bild der einzelnen Organisationen“ habe zeichnen wollen. Damit habe der Sender selbst seine Macht als öffentlich-rechtliches Medium missbraucht und seine Zuschauer manipuliert.

Gleichzeitig fordere der Film die Allianz aber auch dazu heraus, „sachdienliche Veränderungen vorzunehmen“, wo die Gefahr eines geistlichen Missbrauchs bestehe. Als konkrete Konsequenz daraus will der Geschäftsführende Vorstand der DEA Obleute ernennen, die Opfern von Missbrauch und Manipulation bei der Aufarbeitung dessen unterstützen oder dabei helfen, Konfliktsituationen zu lösen.

DEA lobt Gemeinschaft mit Charismatikern

Die Werke, in denen der NDR-Beitrag strukturellen geistlichen Missbrauch meinte nachweisen zu können, wie das Gospel Forum in Stuttgart, die Tübinger Offensive Stadmission oder die Freie Christliche Jugendgemeinschaft (FCJG) Lüdenscheid, sind charismatischen ausgerichtet. Der Hauptvorstand der DEA lobt in der am Montag veröffentlichten Stellungnahme ausdrücklich die „bereichernde Gemeinschaft mit pfingstkirchlichen und charismatischen Personen, Gemeinden und Organisationen“. Man wolle weiterhin voneinander lernen und sich kritisieren, wo dies notwendig sei.

Die Form der Gottesdienste sei durch ihre hohe Emotionalität in diesen Gemeinden anders als in Volkskirchen. Es sei jedoch „vollkommen falsch“, sie aufgrund des anderen Glaubenslebens zu diskreditieren. Dies sei in „Mission unter falscher Flagge“ mehrfach geschehen. Die DEA und die im Film angesprochenen Werke seien sich einig darüber, dass charismatische Gemeinden für mögliche Manipulation der Gläubigen besonders sensibel sein müssten.

Keine einheitliche Haltung zu Homosexualität

Insbesondere das Gospel Forum setze sich aber seit mehreren Jahren dafür ein, Machtmissbrauch und Manipulation in seiner Gemeinde auszuschließen, auch wenn dies „nicht grundsätzlich eliminiert“ werden könne. Eine „totale Abhängigkeit von Gruppen und Leitern“, wie sie der Film unterstellt, entspreche aber nicht dem Ziel des Gospel Forums. Ebenso lehre die Gemeinde nicht, dass sich die Frau dem Mann sexuell unterwerfen solle. Auch die neue Leitung der FCJG Lüdenscheid sei für Fragen des Machtmissbrauchs und der Manipulation von Menschen sehr sensibel. Als konkreten Leitfaden gebe es ein internes „Wertepapier“. Die DEA kritisiert den Sender zudem für falsche Behauptungen über ein angeblich manipuliertes Video, das Gaby Wentland mit ihrem Verein „Mission Freedom“ veröffentlicht hatte.

In Bezug auf das Thema Homosexualität stellt die DEA fest, „dass es innerhalb ihres Netzwerkes unterschiedliche Standpunkte in dieser Frage gibt“. Einigkeit bestehe darin, dass homosexuelle Menschen nicht „diskriminiert, manipuliert oder mit unsachlichen Heilungsversprechen konfrontiert werden“ dürfen. Einen konkreten Bezug zu den im Film erwähnten Arzt Arne Elsen stellte die DEA nicht her.

„Beleidigungen nicht mit dem Evangelium vereinbar“

In der Stellungnahme weist die DEA auch auf ihren Netzwerkcharakter hin. Dieser habe zur Folge, dass die Allianz keine Weisungen an ihre Mitglieder ausgeben könne. Welche Gruppen sich auf lokaler Ebene dem Netzwerk anschließen, liege vor allem in der Verantwortung der Ortsallianzen.

Von beleidigenden und unsachlichen Reaktionen, die der NDR und die Autoren des Beitrags aufgrund der Sendung erhielten, distanziert sich die DEA. Diese seien weder mit ihrem Wertekanon noch mit dem Evangelium vereinbar. (pro)

Von: JSt

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