Fernsehjournalistin: Medien und Kirchen verantwortlich für Werte

W i e s b a d e n (KEP) - Nach Ansicht der ZDF-Moderatorin Gundula Gause ("heute journal") sind in den Medien christliche Werte sehr viel stärker präsent, als es äußerlich den Anschein habe. Die christlichen Wertvorstellungen seien "so tief in das abendländische Bewusstsein eingegraben", dass sie immer und überall als eine Art Hintergrundfolie anwesend seien.

Belege für diese "anonyme Christlichkeit der Medien" sieht Gause in Sendungen aller Programmsparten. Jesus Christus würde sich über viele Beiträge in den Medien freuen, in denen "der Arme, der Verlorene, der Gescheiterte, der Marginalisierte und Diskriminierte in den Mittelpunkt der Gesellschaft gestellt wird", sagte die bekannte ZDF-Moderatorin in einem Festvortrag zum Reformationstag in der Lutherkirche in Wiesbaden, zu dem die Evangelische Kirche in Hessen Nassau (EKHN) eingeladen hatte. Der Vortrag stand unter dem Motto "Christliche Werte in der Tagesaktualität".

"Kirche und Medien müssen Orientierung bieten"

"Es steht ein Berg voll Arbeit und Verantwortung vor Politik und Wirtschaft, Medien und Gesellschaft.“ Kirchen und Medien hätten daher wichtige Aufgaben zu erfüllen, so Gundula Gause. „Die Kirchen sind dabei Motor und Anker gleichermaßen, Werkstatt und Heimathafen. Sie müssen Orientierung bieten - genau wie die Journalisten“.

Ihrer Ansicht nach seien die christlichen Werte in den Medien viel stärker präsent, als es äußerlich den Anschein habe. Die christliche Grundorientierung in den Medien zeige sich besonders im beruflichen Handeln der Medienmacher. Ein Beispiel seien die Auswahl der Nachrichten und der Bilder sowie die Art der Präsentation. Christlich motivierte Journalisten achteten die Würde der Opfer und der Toten. Außerdem gebe es etliche Sendungen, die sich mit christlichen Werten befassten - auch dort , wo sie niemand vermute.

"Weg von der Revolution der Singles"

Ein Beispiel für christliche Werte sei eine Abwendung vom "Ich-Kult hin zu sozialer Verantwortung". Es sei zudem erforderlich, "weg von einer Revolution der Singles" hin zu einer Renaissance der Familie, "weg von einem Denken, das sich nur mit dem Lebensstandard befasst" hin zu einem Nachdenken über Lebensqualität und "weg von Moden" hin zu Werten zu kommen.

Zustimmend zitierte die Moderatorin die "Gebote eines Journalisten" des ZDF-Intendanten Markus Schächter: "Du sollst wahrhaftig sein im Umgang mit Informationen, sowohl bei der Recherche als auch bei der Präsentation. Du sollst die Menschenwürde wahren, im Verzicht auf Sensationsjournalismus, Skandalisierung und Diskriminierung. Du sollst authentisch und unparteiisch sein, reflektierend, kritisch und ohne Zielgruppen-journalistische Unfairness."

Von: Ellen Nieswiodek-Martin

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