Im VR-Spiel „DvG: Conquering Giants“ schlüpft der Spieler mittels VR-Brille in die Rolle des Hirtenjungen David, der gegen wilde Tiere und schließlich den großen Goliath kämpfen muss

Im VR-Spiel „DvG: Conquering Giants“ schlüpft der Spieler mittels VR-Brille in die Rolle des Hirtenjungen David, der gegen wilde Tiere und schließlich den großen Goliath kämpfen muss

Das Spiel mit der Schlinge muss der Spieler zunächst noch lernen. Einfacher ist die Bedienung mit der Zwille.

Das Spiel mit der Schlinge muss der Spieler zunächst noch lernen. Einfacher ist die Bedienung mit der Zwille.

Im VR-Spiel als David gegen Goliath kämpfen

Virtuelle Realität nimmt an Attraktivität zu. Die Spiele, die mit einer VR-Brille gespielt werden, wirken auf den Spieler noch realistischer, weil er direkt in das Geschehen versetzt wird. Nun hat eine amerikanische Softwareschmiede ein biblisches Spiel entwickelt, in dem der Spieler an Davids Stelle gegen den Philister Goliath kämpft.

Nur mit einer Schlinge soll David bewaffnet gewesen sein, als er, der einfache Hirtenjunge, gegen den ausgebildeten großen Soldaten Goliath von den Philistern kämpfte. So erzählt es das 1. Buch Samuel in der Bibel. Und nur mit einer Schlinge bewaffnet ist auch der Spieler des VR-Games „David vs. Goliath“ (DvG), das vor wenigen Tagen erschienen ist. In dem Computerspiel, das man mit einer VR-Brille spielt, wird der Spieler in die Rolle des Hirtenjungen David versetzt.

„Es gibt so viele Spiele, deren Inhalte moralisch fragwürdig sind“, sagt der Spieleentwickler Jarom Sidwell von der amerikanischen Softwareschmiede „Virtuous VR Gaming“ (VVRG), die hinter DvG steckt. „Wir wollten mit DvG ein erbauliches und familienfreundliches Spiel schaffen“, sagte Sidwell in einem Interview der Christian Post. Die neue Firma VVRG wurde von Bill Issler und Kevin Nguyen ins Leben gerufen, die bisher im Leitungsteam der Saddleback Church in Kalifornien tätig waren. Jarom Sidwell selbst war als Experte für visuelle Effekte bei Filmproduktionen in Hollywood und Neuseeland tätig. Er hat bei Filmen wie „The Avengers“, „Avatar“ oder „The Hobbit“ mitgearbeitet.

Nguyen erklärt gegenüber der Christian Post: „Wir wollen, dass die Qualität von VR-Spielen steigt, und dass es mehr förderliche, familienfreundliche Spiele-Erlebnisse gibt.“ Die neue Technologie könne Menschen darin bestärken, biblische Wahrheiten zu suchen. Bei der VR-Technik bekommt der Spieler über zwei kleine Bildschirme vor seinen Augen eine dreidimensionale Realität vorgespielt, in der er sich interaktiv bewegen kann. „Wir wünschen uns, dass andere Verleger und christliche Organisationen neue Technologien wie VR als Möglichkeiten betrachtet, die Gute Nachricht zu verbreiten“, so Nguyen. Gerade in der derzeitigen weltweisen Corona-Krise werde die VR-Technologie in den Bereichen Erziehung und Unterhaltung immer populärer. „Warum nicht Pioniere auf diesem Gebiet sein und die besten Köpfe sammeln und erbaulichen Inhalt in dieser neuen digitalen Kultur schaffen?“

„Du bist berufen zu etwas Größerem“

Beim Spiel „DvG: Conquering Giants“, das ab sofort für Oculus Rift S, VIVE und bei Steam VR erhältlich ist, werde „das größte Duell aller Zeiten“ nachgespielt, sagen die Entwickler. Zuerst muss der Spieler als Hirtenjunge David jedoch lernen, mit der Waffe umzugehen. Der Spieler kann dabei wählen zwischen einer klassischen Schleuder, die er schwingt und im richtigen Moment den Stein freigibt, oder einer Schleuder mit Holzgriff, die auch „Zwille“ genannt wird. Deutlich einfacher ist das Spiel mit der Zwille. Wer die Schleuder verwenden möchte, die wahrscheinlich auch David vor 3.000 Jahren benutzte, muss das Zielen deutlich länger üben.

Der Spieler muss zunächst die Schafe vor Angriffen von Wölfen, Löwen und Bären verteidigen. Wenn man diese Angriffe besteht, kann man sich auch dem größten Feind des Volkes Israel stellen: den Philistern. Und schließlich dem riesigen Goliath.

Entwickler Sidwell erklärt eine der wichtigsten Lektionen des Spiels: Jedes Schaf ist wichtig. „Die Herde ist deine Familie, und die Familie ist deine Herde.“ Und der Spieler verstehe vielleicht: „Du bist gesalbt, um große Dinge zu vollbringen. Vielleicht hilft das Spiel ja dabei zu erkennen, welche Hindernisse im eigenen Leben besiegt werden müssen“, so Sidwell.

Kostenlose Demo-Version erhältlich

„Ich habe das Spiel mit meinem zehnjährigen Sohn zunächst nicht als Bibelstunde betrachtet“, erzählt Firmengründer Nguyen. „Wir wollten einfach ein Spiel mit viel Action spielen, in dem man ein paar bösen Jungs den Hintern versohlt. Aber es kam etwas hinzu, das ich nicht erwartet hatte: Mein Sohn fragte mich, ob David wirklich seinen Gegner so besiegt hatte. Auch bei Filmen wie Star Wars will mein Sohn herausfinden, was Fiktion ist und was wirklich geschehen ist.“ David müsse zudem lernen, auf den Heiligen Geist zu vertrauen. Dies wurde im Spiel umgesetzt durch eine Art „übernatürlicher“ Hilfefunktion, bei der man die Gegner schon im Voraus gut erahnen kann.

Das Spiel ist mit 20,99 Euro nicht gerade billig, doch es gibt auch eine kostenlose Demo-Version. Die Grafik soll nicht realitätsnah sein, sondern ist eher im Comic-Stil gehalten. Wirklich brutal wird es auch nicht, alles ist mit einem augenzwinkernden Humor versehen. Dennoch kann es tatsächlich ein wenig furchteinflößend werden, wenn ein Wolf oder Bär auf einen zugerannt kommt und sich auf einen stürzt. Das Schießen mit der Zwille macht Spaß, man wird ein wenig erinnert an die VR-Version von „Angry Birds“, wo man ebenfalls mit einer Schleuder schießt. Demnächst soll es „DvG“ auch für die Oculus Quest 2 und die Playstation geben.

Nach „DvG“ sollen weitere Spiele folgen, kündigen die Entwickler an. „Wir haben gerade erst begonnen!“, sagt Nguyen. Man liebe Computerspiele, wenn sie eine gute Geschichte erzählen und ein gutes Spielkonzept beinhalten, so der Experte. „Ob man nun gläubig ist oder nicht.“ Er selbst könne Computerspiele mit allen möglichen Freunden genießen, unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund. „Digitale Erlebnisse können eine Tür aufstoßen für gute Gespräche“, ist sich Nguyen sicher. „Sie können helfen, dass Leute Fragen stellen. Wir sehen in der Spiele-Community einen unberührten Markt für Unterhaltung, die christliche Werte unterstützt. Bei den neuen Techniken wie VR können wir Geschichten erzählen, die die Leute fesseln.“

Von: Jörn Schumacher

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