Grimme-Preisträger Michael Sommers eigenwillige Darstellung einer Szene im Garten Eden

Grimme-Preisträger Michael Sommers eigenwillige Darstellung einer Szene im Garten Eden

Husarenritt mit Playmobil durch das Buch Genesis

Grimme-Preisträger Michael Sommer hat das Buch Genesis rasant mit Playmobilfiguren in einem Video in Szene gesetzt. Binnen eines Jahres sollen alle biblischen Bücher mit den Plastikmännchen realisiert werden. Norbert Schäfer hat sich die erste Folge angeschaut.

Der Regisseur und Grimme-Preisträger Michael Sommer hat das biblische Buch Genesis mit Playmobilfiguren als Video in Szene gesetzt und auf YouTube veröffentlicht. Binnen eines Jahres sollen im Auftrag von evangelisch.de die verbleibenden 65 Bücher der Bibel auf diese Weise als Video veröffentlicht werden.

Auf der ersten Etappe der Wanderung durch die Bibel lässt Sommer Gott als blaubärtigen, tätowierten Hippie in bunten Klamotten auftreten. Gott ein Er? Oder eine Sie? Egal – das sind ohnehin „bürgerliche Kategorien", erklärt Sommer mit dem Unterton eines Augenzwinkerns aus dem Off des Erzählers. Provokant und bunt treten dann auch sogleich ein schwarzer Adam und eine weiße Eva auf den Plan. Es folgt ein rund 13-minütiger Husarenritt durch das Buch Genesis. „Es ist richtig was los im ersten Buch Mose, wo es so ein bisschen um das Kennenlernen von Gott und der Welt im wilden Osten geht", erläutert Sommer zu Beginn und stellt die Hauptfiguren des Buches vor. „Viel Trial and Error von beiden Seiten."

Die Schöpfung stellt Sommer in der „Bibel to go" entsprechend des biblischen Berichts in sechs Tage dar. Die „Platzordnung" im Garten Eden verbietet einzig den Genuss der Frucht eines Baumes. Prompt werden die beiden von einer Plastikschlage hintergangen und zum Verzehr der Frucht verführt und müssen daraufhin das Paradies verlassen. Sommer treibt bei der Video-Inszenierung mit den bunten Plastikfiguren die weitere Handlung mit ungeheurer Geschwindigkeit voran. Den Inhalt des ersten Mosebuches hat Sommer maximal reduziert. Er setzt den Fokus auf die zentralen Passagen des biblischen Berichts über Noah, Abraham, Isaak und Josef. Das tut Sommer in moderner Sprache, provokant, witzig und durchaus mit einem kräftigen Augenzwinkern.

An der hippiehaften Darstellung Gottes und Anspielungen auf Transgender und Co. könnten sich konservative Christen durchaus reiben. Versöhnlich wirkt da ein Warnhinweis zu dem YouTube-Kanal. Der lautet: „Diese To-Go Version ersetzt nicht die Lektüre des Originals. Selber lesen macht glücklich!“ Wenn das Projekt bewirkt, dass Menschen sich wieder mehr für die Lektüre der Bibel interessieren, dürfte das auch Kritiker milde stimmen.

Auf YouTube hat das Video einen Tag nach Veröffentlichung Anklang gefunden und ist bereits mehr als 7.000-mal angeklickt und hundertfach kommentiert worden. Auftraggeber der Videoserie „Bibel to go“ ist evangelisch.de. Das Contentnetzwerk yeet begleitet das Projekt, bei dessen Realisierung Michael Sommer künstlerische Freiheiten genießt. Ein Jahr lang sollen nun immer dienstags neue Folgen auf www.evangelisch.de/bibel-to-go und auf YouTube veröffentlicht werden.

Mit seinem YouTube-Kanal „Sommers Weltliteratur to go“ hat Sommer bereits Bekanntheit erlangt. Darin stellt der Literaturwissenschaftler namhafte Werke der Weltliteratur mit Playmobil-Figuren nach und erreicht damit Tausende. Der Kanal wurde 2018 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

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