Mark Zuckerberg hat Facebook gegründet, bis heute ist er CEO

Mark Zuckerberg hat Facebook gegründet, bis heute ist er CEO

Endlich bekommt Facebook seine Grenzen aufgezeigt

Diese Woche dürfte Facebook-Chef Mark Zuckerberg einige graue Haare bereitet haben. Denn zum ersten Mal hat sein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen erfahren, was es heißt, wenn sich die zahlende Kundschaft kopfschüttelnd abwendet. Und man kann nur sagen: Endlich! Ein Kommentar von Nicolai Franz

Facebook lebt seit jeher davon, dass Firmen dort bezahlte Anzeigen schaffen, die genau auf die Nutzer zugeschnitten sind. Lange stand es außer Frage, die auf Facebook schlummernden Chancen nutzen zu müssen, konnte man doch nirgends so individuell potenzielle Käufer ansprechen wie auf der Plattform mit dem weißen „f“ auf blauem Grund, das es wie kein anderes verstand, persönliche Daten nicht nur zu sammeln, sondern auch zu Geld zu machen.

Doch Facebook hat sich mittlerweile auch zu einem Medium entwickelt, auf dem nicht mehr nur Freundschaften von früher aufrecht erhalten werden – sondern wo auch Hass, politische Agitation und gezielte Desinformation immer größeren Einfluss bekommen. Facebook reagierte mit einem Beschwerdemanagement, löschte Posts und sperrte Nutzer. Doch die Kritik blieb. Noch immer sind Löschkriterien undurchsichtig. Wer klar hetzerische, sogar antisemitische oder grob beleidigende Posts meldet, wird oft mit einer maschinellen Antwort abgespeist, dass der gemeldete Inhalt nicht gegen die Gemeinschaftsstandards verstoße. Auch Gesetze wie das NetzDG in Deutschland oder die Zusammenarbeit mit Faktencheckern wie „Correctiv“ haben Facebooks Probleme nicht völlig gelöst. Doch weil Unternehmen weiter Anzeigen schalteten, stellte Facebook das nicht vor Existenzprobleme. Zuckerbergs Gelddruckmaschine lief weiter.

Bis jetzt. Denn nun ist sie ins Stocken geraten, nachdem sich die Boykottinitiative „stop hate for profit“ (Schluss mit Hass um des Profites willen) gegründet hatte. Ziel: Facebook soll wirksam gegen Hass vorgehen. Bis das nicht umgesetzt ist, sollen so viele Firmen wie möglich ihre Werbung bei Facebook pausieren. Es begann mit einzelnen Unternehmen, bis die Liste immer schneller wuchs. Zum Redaktionsschluss waren es weit mehr als 200, darunter solche Giganten wie Unilever, Starbucks, Coca Cola oder Volkswagen.

Propaganda und Fake News bekämpfen

Die Facebook-Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als acht Prozent. Doch Facebook wäscht seine Hände in Unschuld. Laut tagesschau.de erklärte ein Pressesprecher: „Die Menschen von rechts und links schreien sich an.“ Facebook sei hier eben ein Spiegel der Gesellschaft. „Wir sind ein privates Unternehmen, wir betreiben diese Plattform, auf der sich die amerikanische Demokratie mit all ihren rühmlichen und auch hässlichen Eigenschaften darstellt.“

Facebook gibt also offen zu, die Augen vor Hass und Hetze zu verschließen, die Menschen seien nun mal so. Deswegen ist es so wichtig, dass die Wirtschaft Facebook nun die Grenzen aufzeigt. Denn natürlich kann das Unternehmen zu einem zivilisierten Diskurs beitragen. Facebook sollte sich schleunigst etwas einfallen lassen, um einerseits Meinungsfreiheit zu wahren und andererseits Hass, Desinformation, staatlich gesteuerte Propaganda und Fake News zu bekämpfen. Im Interesse aller.

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