Im Zuge der Rassismus-Debatte brechen Facebook immer mehr Werbepartner weg

Im Zuge der Rassismus-Debatte brechen Facebook immer mehr Werbepartner weg

90 Unternehmen stoppen Werbung auf Facebook

Immer mehr Unternehmen unterstützen einen Werbeboykott gegen Facebook. Facebook-Chef Mark Zuckerberg gelobt Besserung und kündigt an, stärker gegen Hasskommentare vorzugehen.

Im Zusammenhang mit der Rassismus-Debatte gerät Facebook immer mehr unter Druck. Aus Protest gegen den Umgang mit Hasskommentaren auf der Plattform haben dutzende Unternehmen beschlossen, keine Werbung mehr auf Facebook zu schalten. Laut der Mitte Juni ins Leben gerufenen Initiative #StopHateForProfit haben sich in den vergangenen Wochen 90 internationale Unternehmen dem Boykott angeschlossen. In einer Liste auf ihrer Website führt die Initiative unter anderem Coca-Cola, Honda, Levi’s und der Konsumgüterriese Unilever als Unterstützer auf. Ziel der Initiative ist es, Unternehmen abzuhalten Werbung auf dem sozialen Netzwerk zu schalten. Facebook soll so angehalten werden, Hassbotschaften effektiver zu bekämpfen.

Am Freitagnachmittag reagierte Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf den wachsenden Druck. Er kündigte an, zukünftig stärker gegen Hassnachrichten vorzugehen und Falschmeldungen schneller zu löschen. „Ich stelle mich gegen Hass und alles, was zu Gewalt anstachelt“, sagte er in einer Video-Nachricht. Außerdem wolle er ebenfalls die Standards für Werbung erhöhen. Dazu gehöre, dass hasserfüllte Botschaften bezüglich ethnischer Zugehörigkeit, Religion oder Sexualität blockiert würden.

Trotz der Ankündigungen äußerten einige Unternehmen Zweifel an der Umsetzung dieser Maßnahmen. „Wir glauben nicht, dass Facebook gewalttätige und spalterische Reden auf seinen Plattformen effizient verwalten wird“, teilte der Schokoladenhersteller Hershey der amerikanischen Tageszeitung USA Today mit.

Auch Instagram und Twitter in der Schusslinie

Andere Unternehmen kündigten an, Werbemaßnahmen auch bei der Facebook-Tochter Instagram auszusetzen. So will Honda im Juli auf keinen der beiden Plattformen Werbung schalten, um ein Zeichen gegen „Hass und Rassismus“ zu setzen. Unilever will sogar das gesamte restliche Jahr auf Werbung verzichten – auch bei Twitter. Der Kurznachrichtendienst steht ebenfalls in der Kritik, zu wenig gegen die Verbreitung von Falschinformationen zu unternehmen.

Die Aktien von Facebook gerieten mit dem sich ausweitenden Boykott stark unter Druck. Am Freitag verlor Facebook fast acht Prozent an Wert. Das entspricht einen Wert von etwa 53 Milliarden Euro.

Von: Martin Schlorke

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus