Mit dem Gebet die Menschen unterstützen, möchte der Journalist Dieter Lemmer

Mit dem Gebet die Menschen unterstützen, möchte der Journalist Dieter Lemmer

Lokaljournalist startet Gebetsportal

Dieter Lemmer war 40 Jahre Lokaljournalist „mit Leib und Seele“. Dadurch hatte er viel Kontakt mit unterschiedlichen Menschen. Diese Netzwerke möchte er jetzt nutzen. Er hat eine Initiative gestartet. Er bietet Menschen an, für sie und ihre Anliegen zu beten.

Die Internetseite ist im schlichten Schwarz-Weiß gehalten. Die Botschaft des Initiators ist klar: „Ich bete für Sie!“ Dieter Lemmer, 40 Jahre lang Lokalredakteur beim Gießener Anzeiger, hatte häufig ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Kollegen, Freunde und Bekannten. In seinem Ruhestand nutzt er diese Fähigkeit. Seit einigen Wochen gibt es sein Online-Portal.

Er bietet Menschen an, für ihre Anliegen zu beten. „In meiner Zeit als Lokalredakteur hatte ich Kontakt zu ganz vielen verschiedenen Menschen. Oft hat sich dabei ein Vertrauensverhältnis entwickelt“, erzählt der 61-jährige evangelische Christ gegenüber pro. Menschen hätten ihm Schicksalsschläge, schlimme Arztdiagnosen oder ihre Arbeitslosigkeit anvertraut. Lemmer hörte ihnen geduldig zu. Statt mit Phrasen und Worthülsen zu antworten, habe er ihnen angeboten, für sie zu beten, berichtet er.

Viele Menschen reagieren dankbar

Lemmer war dabei überrascht, wie oft und gerne die Menschen dies genutzt haben. Dieses Angebot hat Lemmer jetzt – mit Hilfe seines Sohnes – digitalisiert. Auf der Internetseite kann man ihm eine vertrauliche und anonyme Mail mit dem eigenen Anliegen schreiben. Lemmer reagiert dann darauf – und oft kann Lemmer dann von dankbaren Reaktionen berichten. Er ist froh, dass er seinen Draht nach oben nutzen kann.

„Es gibt einen Adressaten, dem wir ganz leicht unsere Anliegen vorbringen können“, sagt er im pro-Gespräch. Und er selbst hat nach dem Gebet für andere Menschen das Gefühl, ihnen geholfen zu haben: „Die Seite ist deswegen auch für Menschen, die das Beten noch nicht zu ihrer Angelegenheit gemacht haben, da."

Bisher hat er das Angebot nur im Freundes- und Bekanntenkreis publik gemacht. Lemmer will mit seinem Projekt verdeutlichen, wie hilfreich und nützlich das Gebet ist – und dass es nicht nur am Sonntag „für 10 bis 15 Menschen auf der Kirchenbank“ relevant ist. „Das sage ich auch, wenn ich mit Profis der Kirche spreche. Wir sollten mehr verdeutlichen, das Gott Alltag ist.“ Dies war ihm auch als Lokalredakteur ein Anliegen. Der Glaube sei für ihn ein innerer Werte-Kompass.

Dazu, wie relevant das Gebet im Alltag sein kann, ist ihm eine Anekdote mit dem Christlichen Medienverbund KEP, der jetzigen Christlichen Medieninitiative pro, im Gedächtnis geblieben. „Die KEP hatte damals Journalisten aus ganz Deutschland nach Bonn eingeladen. Obwohl jeder auf die Begegnung mit hochrangigen Politikern hingefiebert hat, hat sich Wolfgang Baake (der damalige Geschäftsführer; Anm. d. Red.) die Zeit genommen, für gute Gespräche zu beten.“

In seinen Kommentaren und Glossen hat er seinen christlichen Glauben immer wieder thematisiert oder Glaubenslehren aufgegriffen. Dabei war Lemmer aufgrund der Rückmeldungen überrascht, wie viele Menschen sich Gedanken über Glaubensfragen und -themen machen. Vielleicht, so hofft er, kann sein neues Internet-Angebot einen weiteren Beitrag dazu leisten.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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