Die Smartphone-App eines 17-Jährigen soll das Interesse von Jugendlichen an der Bibel wecken

Die Smartphone-App eines 17-Jährigen soll das Interesse von Jugendlichen an der Bibel wecken

17-jähriger Abiturient entwickelt Bibel-App

Der 17-jährige Robert Mokry hat eine eigene Bibel-App entwickelt und damit einen Wettbewerb gewonnen. Mit der Anwendung will er das Interesse der Jugendlichen für die Bibel wecken.

Robert Mokry schreibt in diesem Jahr sein Abitur. Der 17-Jährige kommt aus einer katholisch geprägten Familie in Neresheim in Baden-Württemberg. In seiner Kirchengemeinde engagiert er sich als Ministrant und hält oft die gottesdienstlichen Lesungen. Biblische Texte sind ihm daher vertraut. Nun hat er eine App entwickelt, die die Bibel für Jugendliche attraktiver machen soll, wie zuerst die Heidenheimer Zeitung berichtete.

Mit seiner Arbeit unter dem Titel „Generation Smartphone – Wie können Jugendliche heute Zugang zur Bibel finden?“ hat Mokry an dem Schülerwettbewerb „Christentum und Kultur“ teilgenommen, der von katholischer und evangelischer Kirche in Baden-Württemberg ausgerichtet wird. Dort setzt er sich ausführlich mit dem Verhältnis zwischen Jugend und Bibel auseinander. „Wenn im Religionsunterricht das Stichwort Bibel fällt, folgen meist ablehnende Reaktionen“, schreibt Mokry in dem 52-seitigen Text. Es sei bisher nicht gelungen, „eine Brücke zu schlagen zwischen den Alltagserfahrungen der Jugendlichen und den in der Bibel erzählten Ereignissen“.

Umfangreich analysiert

In seiner Arbeit analysiert Mokry ausführlich die Lebensrealität der Jugendlichen. In einer selbst durchgeführten Umfrage fand er heraus, dass nur etwa die Hälfte der befragten Schüler jemals eine Bibel aufgeschlagen hat. Aus der JIM-Studie, die die Mediennutzung von Teenagern erforscht, schloss er außerdem, „dass es vielen Jugendlichen schwer fallen wird, eine Jugendbibel in klassischer Buchform zur Hand zu nehmen“.

Daher überlegte sich Mokry, wie Jugendliche besser mit der Bibel in Kontakt kommen können. „Aufbauend auf meinen Erkenntnissen zur Lebensrealität von Jugendlichen heute, war mir klar, dass ich eine App fürs Smartphone entwickeln muss“, erklärt er seinen Ansatz. Zwar gibt es bereits einige derartige Anwendungen, wie etwa die App „Die Bibel“. Diese seien „für Jugendliche aber eher nicht geeignet“, weil sie sich wie ein schlichtes „Archiv für Bibeltexte“ darstellten.

Interaktive App

Mokrys App hingegen ist vielfältig. Er hat sie mithilfe eines App-„Baukastens“ von Google entwickelt. „Besonders wichtig war mir bei der App, dass sie der Bibel gerecht wird und die Interaktion, da die App so näher an der Lebenswelt der Jugendlichen ist“, sagt der 17-Jährige.

Und tatsächlich hebt die App sich deutlich von anderen verfügbaren Bibel-Applikationen ab. So können sich die Nutzer zum Beispiel Bibelstellen anzeigen lassen, die zu bestimmten Gefühlslagen und Situationen passen. Die App stellt außerdem Informationen zu verschiedenen kirchlichen Festen bereit. Nutzer können verschiedene Bibelstellen bewerten und mit Freunden und Bekannten digital teilen und sich eigene Ziele setzen. In einer modifizierten Version ergänzen Diskussions-Foren und Pushbenachrichtigungen die Funktionen.

Platz eins und eine schulische Bestnote

Robert Mokry hofft, dass seine Bibel-App „vielleicht für viele ein Anfang ist, überhaupt mit der Bibel und mit dem christlichen Glauben in Kontakt zu kommen. Wünschenswert wäre, dass Jugendliche durch diesen Bezug vielleicht auch wieder vermehrte Gottesdienstbesuche in Betracht ziehen.“ Noch jedoch hat der Schüler die App nicht öffentlich zum Download zur Verfügung gestellt. Doch auch das zieht er in Erwägung.

Die Jury des Schülerwettbewerbs jedenfalls befand seine Arbeit für herausragend und wählte Mokry auf Platz eins. Und auch seine Fachlehrerin war begeistert von dem Projekt und bewertete es mit der Bestnote von 15 Punkten, die Mokry nun als besondere Lernleistung in seine Abiturgesamtnote einbringen kann.

Von: Sandro Serafin

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