Werbung für Kinder-Webseiten neu regeln

Der "Erfurter Netcode" hat am heutigen Dienstag in Berlin zehn Grundsätze zum Thema Werbung auf Internetangeboten für Kinder vorgestellt. Damit will der Verein ein Signal für die Entwicklung eines kindgerechten Internets setzen. "In diesem Bereich steckt das Netz noch in den Kinderschuhen", so der Vorsitzende des Netcodes, Burkard Fuhs.

Die Zehn Grundsätze betonen den strikten Trennungsgrundsatz von Werbung und redaktionellem Inhalt, aber auch die Trennung von Werbung und Spielen. Werbung darf eine Internetseite nicht dominieren und muss für Kinder - ihrem Entwicklungsstand entsprechend - erkennbar und verständlich sein. Das Werbeumfeld darf außerdem den redaktionellen Inhalt der Seite nicht beeinflussen. Kinder dürfen nicht zum Kauf aufgefordert werden. Auch persönliche Daten der Kinder dürfen im Umfeld von Werbung nicht erhoben werden, fordert der "Erfurter Netcode".

Außerdem müssen externe Werbe-Links deutlich zu erkennen sein und der Weg zurück zur Hauptseite ermöglicht werden. Internetseiten für Vorschulkinder sind grundsätzlich nicht für Werbung geeignet.

"Zunehmende Kommerzialisierung"

Mit dem Positionspapier reagiert der Erfurter Netcode auf zunehmende Kommerzialisierungstendenzen im Kinderinternet. Die zehn Grundsätze sollen Eltern, aber auch Anbietern von Internetseiten für Kinder, Kriterien für den kindgerechten Umgang mit Werbung im Internet geben.

Da Kinder im Alltag immer mehr Medien nutzen und auch mit Werbung konfrontiert sind, will der "Erfurter Netcode" dazu beitragen, dass Kinder den Charakter kommerzieller Werbung erkennen und ein reflektiertes Verbraucherverhalten erlernen.

Die Grundsätze wurden vom Fachbeirat des "Erfurter Netcode" entwickelt. Ihm gehören neben dem Kinderkanal von ARD und ZDF das Deutsche Kinderhilfswerk, das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg, die Universitäten Greifswald, Leipzig und Erfurt sowie Vertreter der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) von Super RTL und RTL2 an.

Der Verein "Erfurter Netcode" engagiert sich seit mehr als fünf Jahren für eine bessere Orientierung im World Wide Web. Er wurde gegründet durch eine Initiative der Katholischen und der Evangelischen Kirche, der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie, des Landes Thüringen sowie der Landesmedienanstalten in Thüringen und Nordrhein-Westfalen, der Stadt Erfurt und der Universität Erfurt. Außerdem verleiht der Erfurter Netcode das gleichnamige Gütesiegel für qualitativ hochwertige Angebote.

Die zehn Grundsätze zum Thema Werbung auf Internetseiten für Kinder" gibt es im Internet unter: www.erfurternetcode.de.

Von: EN

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