Internet: YouTube für Muslime

Ein muslimisches Mädchen singt ihren christlichen Eltern ein Lied, in dem sie erzählt, warum sie zum Islam übergetreten ist. Die kleine Wachma antwortet im Islamunterricht auf die Frage, wer diejenigen seien, die vom rechten Weg abgekommen sind? "Die Christen." Es sind Szenen von Videos, die auf einer muslimischen Version von YouTube im Internet zu sehen sind – und für den Islam werben sollen.

Die Videos auf www.youtubeislam.com bestehen überwiegend aus Kurzpredigten, islamischen Liedern und öffentlichen Islambekenntnisse von Christen oder Buddhisten.

Gründer und Betreiber der Seiten sind Amerikaner, die zum Islam übergetreten sind. Nach eigenen Angaben wollen sie auf diese Weise ihre Glaubensbrüder in der Lehre des Islams unterweisen und im Glauben stärken. Die inzwischen über 2.000 Kurzfilme werden aus verschiedenen Websites gefiltert. Rund 11.500 Mitglieder zählt die Internetplattform bislang.

Besonders beliebt sind die Videos von Scheich Yusuf Estes, ein amerikanischer Internet-Prediger, der vom Christentum zum Islam übergetreten ist. Er klärt in seiner Frage-Antwort-Sendung, der "Deen-Show", über den Islam auf. Am häufigsten werden die Videos abgerufen, in denen er sich den Fragen der Polygamie und der Verhüllung der Frauen im Islam widmet. Brennend interessiert die Nutzer von YouTube Islam auch Yusuf Estes` Antwort auf die Frage: Ist Jesus Gott?

Mehrere Videos zeigen den deutschen Konvertiten und Prediger Pierre Vogel, wie er junge Deutsche das muslimische Glaubensbekenntnis nachsprechen lässt. Die Überschriften der Clips lauten immer ähnlich: "Acht Deutsche konvertieren zum Islam." "‘Zwei Deutsche…", "Sechs Deutsche…"

Die Inhalte der Videos dürften vor allem bei streng gläubigen Muslimen auf Zustimmung stoßen. Es gibt nichts Unorthodoxes, Freizügiges, Fragwürdiges oder Unklares auf den Seiten. Die Waschrituale vor dem Beten werden erklärt. Kinder rezitieren mit glockenheller Stimme auswendig den Koran oder beantworten schnell und fehlerfrei Fragen zum Islam. Ein Imam sagt, warum nur der Islam klare Richtlinien habe, die vor dem Chaos in der Welt schützen.

Problematisch sind zahlreiche Videos allemal, insbesondere solche, die Aufnahmen von Toten zeigen oder in denen Protagonisten öffentlich Andersgläubige in Misskredit bringen.

Ein Clip zeigt einen jungen Mann, der während des Gebets in der Moschee starb. Das sei ein schöner Tod, urteilt das Video. Der Mann werde sicher seinen Platz im Paradies finden, suggeriert es dem Zuschauer. Anschließend ist der Kopf einer toten Frau mit schmerzverzerrtem Mund zu sehen. Diese junge Frau sei in einem Bordell gestorben, heißt es. Ihr Gesichtsausdruck zeige, dass Engel sie nach dem Tod für ihre Missetaten quälten.

In ihrer Selbstdarstellung grenzen sich die Macher strikt von Islamisten-Foren ab. Es würden keine Videos veröffentlicht, die den Terrorismus begünstigen, Hass schüren, drohen oder Menschen aufgrund ihrer Rasse oder Ethnie angreifen.

Von: A. Lehmann

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