In einer der gefährlichsten Metropolen der Welt, Karachi, kämpfte die deutsche Ärztin und Ordensschwester Ruth Pfau jahrzehntelang gegen Lepra

In einer der gefährlichsten Metropolen der Welt, Karachi, kämpfte die deutsche Ärztin und Ordensschwester Ruth Pfau jahrzehntelang gegen Lepra

Phoenix zeigt Reportage über Ärztin und Ordensfrau Ruth Pfau

Über die im vergangenen Jahr verstorbene Ordensfrau und Ärztin Ruth Pfau, die sich in Pakistan um Kranke kümmerte, informiert am Sonntag der Fernsehsender Phoenix. „Der Engel von Karachi“ heißt der Film, der vom gläubigen ARD-Journalisten Markus Spieker stammt.

Karachi, die größte Stadt Pakistans, gilt als eine der gefährlichsten Metropolen der Welt, heißt es in der Sendungsankündigung des Films „Der Engel von Karachi". Genau hier startete die katholische Ordensfrau Ruth Pfau ihre humanitäre Mission. „Fast im Alleingang gelang es ihr, die Leprakrankheit in Pakistan unschädlich zu machen“, schreibt Phoenix. Die gebürtige Leipzigerin starb am 10. August 2017 in Karatschi im Alter von 87 Jahren. Das Staatsbegräbnis, erstmalig bei einer Deutschen, wurde landesweit übertragen.

Phoenix zeigt den Film am 8. April um 21.45 Uhr in der Erstausstrahlung. Der Sender teilt über den Film von ARD-Journalist Spieker mit: „Der Film erzählt ihre einzigartige Heldengeschichte und lässt ihre Weggefährten, die ihr Sterben miterlebt haben, zu Wort kommen. Gezeigt wird auch die harte Wirklichkeit in der islamischen Republik Pakistan, die zunehmend von islamistischem Fundamentalismus geprägt wird.“

Für den ARD-Südasienkorrespondent Spieker war dieser Film ein Herzensanliegen: „Ich habe Ruth Pfau vor drei Jahren bei Dreharbeiten zu einem Pakistan-Feature getroffen, mich hat kaum eine Begegnung derart beeindruckt. In einer Zeit, die von brutalem Machtstreben geprägt ist, brauchen wir Heldengeschichten, in denen nicht Märkte und Territorien, sondern Herzen erobert werden“, sagt Spieker.

Der Leiter des ARD-Studios in Neu Delhi ist als Buchautor und Redner auf frommen Veranstaltungen auch bei vielen Christen bekannt. Im vergangenen Jahr wurde er für eine Reportage über eine afghanische Dirigentin, die in Kabul ein Mädchenorchester leitet, mit dem Juliane-Bartel-Medienpreis ausgezeichnet.

„Stille Heldin“ im Kampf gegen Lepra

Pfau wurde in Pakistan schon zu Lebzeiten über religiöse Grenzen hinweg bewundert und verehrt. Im September 1999 nahmen Christen und Muslime in der Patricks-Kathedrale in Karachi an einem Gottesdienst zu ihrem 70. Geburtstag teil. Zwei Jahre zuvor war der „Mutter Teresa von Pakistan“ für ihren Kampf gegen die Lepra die pakistanische Staatsbürgerschaft verliehen worden.

Die Kathedrale von Karachi war im August 2017 auch Schauplatz des Staatsbegräbnisses für Pfau, mit dem Pakistan Abschied von der 87-Jährigen nahm. Der Premierminister Pakistans, Shahid Khaqan Abbasi, sagte: „Die gesamte Nation steht in der Schuld von Ruth Pfau für ihre Selbstlosigkeit und beispiellose Arbeit bei der Ausmerzung der Lepra.“

Pfau, die am 9. September 1929 in Leipzig geboren wurde, studierte nach dem Kriegsende in Westdeutschland Medizin. Mit 22 Jahren ließ sie sich evangelisch taufen, trat aber wenig später zum Katholizismus über. Im Jahr 1957 trat sie in den Orden der „Töchter vom Herzen Mariä“ ein. Von 1960 an arbeitete Pfau als Ärztin in den Elendsquartieren von Karachi. Pfau wurde unter anderem mit dem Marion Dönhoff Preis, dem Lifetime-Achievement-Award und dem deutschen Fernsehpreis Bambi als „Stille Heldin“ ausgezeichnet.

„Der Engel von Karachi“, Sonntag, 8. April 2018, 21.45 Uhr, Phoenix

Von: Jörn Schumacher

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