Aufnahmen eines Straßenstrichs (Symbolbild)

Aufnahmen eines Straßenstrichs (Symbolbild)

Kritik an NDR-Beitrag über Prostitution

Der Vorsitzende einer christlichen Lebenshilfe hat beim NDR Programmbeschwerde eingereicht. In einem Beitrag zum Prostituiertenschutzgesetz seien Frauen sichtbar, die nicht im Fernsehen gezeigt werden wollen.

Gerhard Schönborn, Vorsitzender der christlichen Lebenshilfe „Neustart e.V.“, hat beim NDR-Rundfunkrat Programmbeschwerde eingereicht wegen eines Beitrags zum Thema Prostitution. Darin seien Frauen sichtbar, die nicht im Fernsehen gezeigt werden wollen. In der Sendung „Schleswig-Holstein Magazin“ ging es in einem knapp vierminütigen Stück um das Prostituiertenschutzgesetz, das vergangenes Jahr in Kraft getreten ist.

Der Beitrag widmet sich der Anmeldepflicht von Sexarbeitern. Sie sollen nach dem Gesetz einen speziellen Ausweis mit sich führen. Damit bestehe eine Gefahr, dass Daten von Prostituierten ungewollt öffentlich werden, sagt eine Sexarbeiterin in dem Clip.

Schönborn kritisiert: „Es ging darum, dass mit der Anmeldepflicht und dem Ausweis die Gefahr bestehe, dass die Frauen geoutet werden. Im Abspann werden dann Aufnahmen von der Bülowstraße und der Kurfürstenstraße gezeigt.“ Darauf sind die Gesichter einiger Frauen zu erkennen.

Durch sein soziales Engagement kenne Schönborn alle diese Frauen, zum Teil mit Namen. „Ich weiß von ihnen, dass sie nicht im Fernsehen gezeigt werden wollen. Trotzdem werden sie deutlich erkennbar gezeigt. Es wird also genau das gemacht, was in dem Beitrag kritisiert wird.“

Beschwerde beim NDR-Rundfunkrat eingelegt

Weiter erklärt der Vorsitzende der christlichen Lebenshilfe „Neustart e.V.“: „Eine Frau zeigt sogar den Stinkefinger in die Kamera. Und trotzdem wird diese Aufnahme vom NDR gesendet.“ Schönborn meint, ein solcher Beitrag verstoße gegen journalistische Grundsätze. Aus diesem Grund habe er Beschwerde beim NDR-Rundfunkrat eingelegt.

Ein weiterer Kritikpunkt Schönborns ist, dass nur „die Seite der Privilegierten, sprich Dominas und Betreiberinnen“, zu Wort gekommen sei.

Von: Martina Blatt

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