Die Moderatoren Ben Blümel und Amy Mußul
Die Moderatoren Ben Blümel und Amy Mußul
Die Moderatoren treffen auf Jugendliche Sprayer in Rio de Janeiro
Die Moderatoren treffen auf Jugendliche Sprayer in Rio de Janeiro
Eine moderne Version des letzten Abendmahls
Eine moderne Version des letzten Abendmahls

Schnitzeljagd mit Christus: Kulturformat beim Kinderkanal

In der Vorweihnachtszeit können Kinder im Fernsehen das Christentum entdecken. Der Kinderkanal bietet dazu eine flippige Reportage-Reihe an. „Umfassend, vielfältig und lebendig“ will das Kulturformat Kinder für die Religion interessieren. Eine TV-Kritik von Miriam Anwand

Ab dem 2. Advent können vornehmlich Kinder, aber auch Erwachsene, jeden Sonntag um 14:10 Uhr der Spur des Christentums um die Erde folgen. Unter dem Motto „Mit Christus um die Welt“ begeben sich zwei junge Moderatoren in jugendlich ansprechender Weise auf eine Schnitzeljagd.

Los geht’s in Rio de Janeiro. Zunächst scheint es nur um Sonne, Sand und Samba zu gehen und um eine der „angesagtesten Graffiti-Szenen der Welt“. Die Moderatoren Ben Blümel und Amy Mußul treffen auf eine Bande junger Sprayer, die dabei sind, ein Bild ihres „Helden“ zu sprayen. Dieser Held ist Jesus und was an der Mauer entstehen soll, ist eine moderne Version des „Letzten Abendmahls“. Schon sind Ben und Amy mitten drin in dem eigentlichen Thema ihrer Schnitzeljagd. Amy stellt die Frage der Fragen: „Ich dachte, unter Jugendlichen und erst recht unter Sprayern sind Kirche und Glaube gar nicht so angesagt?“ Antwort: „Das denkt nur ihr in Europa.“ Die Sprayer klären auf: „Das Christentum boomt und birgt das größte Geheimnis aller Zeiten – oder warum sonst sind ein Drittel aller Menschen Christen?“

Die Dreifaltigkeit ist wie eine Mango

Um dieses Geheimnis zu lüften machen sich die beiden Moderatoren auf die Suche. Dabei liefern sie sich in bester Schnitzeljagdmanier einen Wettkampf: Wer als erstes das Geheimnis des Christentums findet, hat gewonnen. Der erste Hinweis ihrer Suche lautet: Auf dem 8. Längengrad befindet sich ein für das Christentum wichtiges Land. Mit Tablet und manchmal etwas gespieltem Kampfgeist geht es los. Ben führt der Hinweis nach Nigeria, Amy nach Rom.

Beide machen ganz unterschiedliche Entdeckungen im Christentum. Dabei stoßen sie auf Begriffe und Personen wie „Petrus“, „Kirche“, „Ostern“ oder „Karfreitag“. Diese werden ihnen kindgerecht erklärt. Mit der „Dreifaltigkeit“ zum Beispiel sei es wie mit einer Mango: „Sie besteht aus dem Kern, dem Fruchtfleisch und der Schale. Aber alles zusammen ist eine Mango“, erfährt Ben vom Bischof von „Canaanland“ in Nigeria. Manche der Erklärungen werden bildlich im GraphicNovel-Stil unterstützt. Diese comicartigen Hintergrundinformationen führen das Graffiti-Thema des Anfangs weiter.

Schattenseiten des Christentums

Während Moderator Ben in Nigeria in einer Megakirche und bei einem Pop-Musiker ein emotionales Christsein mit Eventcharakter begegnet, trifft Amy zusammen mit ebenso begeisterten Menschenmassen in Rom den Papst. Mithilfe der Menschen, denen sie begegnen, entdecken sie, wie der christliche Glaube „Kraft“, „Hoffnung“, „Liebe“ und „Dankbarkeit“ spendet. Auch die Schattenseiten in der Geschichte des Christentums sollen in den weiteren Folgen thematisiert werden: „Die Ambivalenz einer Religion der Nächstenliebe und Friedfertigkeit, in deren Namen die Machtinstitution Kirche Kreuzzüge, Inquisition und Zwangsmissionierung zu verantworten hat, wird dabei nicht ausgespart“, heißt es in der Ankündigung des Senders.

Zwar kann man sich fragen, warum die Schnitzeljäger ihre Suche in Brasilien starten und nicht zum Beispiel in Israel. Doch die Idee ist gut, mit jugendlichen Christen zu beginnen, die eine gewisse Coolness versprühen. So gelingt es der ersten Folge dieser Reihe bei den jungen Zuschauern Interesse zu wecken, durch den Wettkampfcharakter Spannung aufzubauen und sie auch fortzuführen.

Die erste der vier geplanten je 50-minütigen Folgen ist auf jeden Fall kurzweilig und informativ. Der Anspruch, das Geheimnis des Christentums lüften zu wollen, lässt den christlichen Zuschauer so einiges erwarten. Mit „Kraft“, „Hoffnung“, „Dankbarkeit“ und „Liebe“ sind sicher noch keine Alleinstellungsmerkmale des Christentums gefunden. Vielleicht führt die Spur die Schnitzeljäger pünktlich zu Weihnachten zur Krippe. Vielleicht entdecken sie dort das Geheimnis des Christentums darin, dass der Gott dieser Religion Mensch werden wollte und weder Armut noch Spott oder Tod scheute, im Gegensatz zu den vielen Menschen, die wie Gott werden wollten.

Das Kulturformat „Schnitzeljagd“ wird seit 2010 vom Kinderkanal ausgestrahlt. Die letzten Jagden führten durch Polen, die Türkei, durch das Heilige Land, zu den alten Griechen und vom „Gospel zum Hiphop“. Regie führt diesmal Christian Heynen, der 2015 für „Schnitzeljagd – Finde den Schatz von Polen“ mit dem katholischen Medienpreis ausgezeichnet worden ist. Die aktuelle Reihe ist eine gute Initiative zur richtigen Zeit. Abzuwarten bleibt wie „umfassend“ sie tatsächlich wird. (pro)

Katholischer Medienpreis für junge Autoren

Grimme-Preis für „Schnitzeljagd im Heiligen Land“

Von: man

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