Orthodoxe Kirche in Russland mit eigenem TV-Kanal

M o s k a u (KEP) – Die orthodoxe Kirche in Russland bekommt ihren eigenen Fernsehsender. Der Kanal "Spas", zu deutsch "Der Erlöser", nimmt in diesen Tagen seinen Sendebetrieb auf – Beobachter vermuten, dass auch der Kreml hinter dem Vorhaben steht.

Der Fernsehsender soll die orthodoxe Religion in Russland nun auch via Satellit verbreiten. "Spas" wird sein Programm 16 Stunden täglich ausstrahlen, 40 Prozent der Sendezeit sollen religiös-orthodoxen Themen gewidmet werden. Nur initiiert wurde der Kanal nicht von der Russischen Orthodoxen Kirche, die dem Vorhaben jedoch positiv gesonnen ist. Die Finanzierung des Senders stamme aus privaten Geldern.

Wie die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, vermuten zahlreiche Beobachter auch hinter dieser Aktion den Kreml, die russische Regierung. Für den Kreml sei die orthodoxe Kirche ein "willkommener Helfer bei der Abwehr vermeintlicher Gefahren". Äußerungen des Oberhauptes der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexi II., zeigen immer wieder die engen Verbindungen zwischen der Politik des Kreml und kirchlichen Ansichten.

"Die Welt": Kreml zweifellos im Hintergrund

So sieht auch der stellvertretende Vorsitzende des Duma-Komitees für Informationspolitik, Alexander Krutow, "Spas" als ideale Alternative zu den staatlichen Sendern. Denn diese propagierten nur "Gewalt, Brutalität und menschliche Leidenschaften im Rennen um Quoten und Gewinn". Krutow ist Mitglied einer Gruppe, die jüngst in einem Brief an die Generalstaatsanwaltschaft das Verbot jüdischer Organisationen in Russland gefordert hatte, so "Die Welt".

Neben Krutow werden geistliche Würdenträger, nationalpatriotische Abgeordnete und Alexander Dugin, Verfechter der eurasischen Idee, das Programm bestimmen. Die eurasische Idee definiert Russland als vorherrschende Großmacht im Gebiet zwischen Asien und Europa, basierend auf einem antiken Grenzverlauf. Fernerhin schreibt die Zeitung, dass ein Teil der Sendergelder aus einem soeben verabschiedeten Regierungsprogramm zur "Patriotischen Erziehung der Bürger der russischen Föderation" stammen soll.

Die russisch-orthodoxe Kirche dementiert eine unmittelbare Beteiligung am neuen TV-Sender. "Dennoch sind wir sehr daran interessiert und werden ihn allseitig unterstützen", sagte ein Sprecher der Orthodoxie in Moskau.

Von: Oliver Theiß

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