US-Fernsehsender: Proteste gegen Darstellung von Sexualität und Gewalt

L o s A n g e l e s (KEP) - In den USA zeichnet sich eine Veränderung in der Unterhaltungsindustrie ab: Der Druck auf die Medienbranche, weniger "unanständige Inhalte" zu verbreiten, wächst. Fernsehsender können künftig mit Strafen in Millionenhöhe rechnen, wenn sie ihr Programm nicht "familienfreundlicher" gestalten.

Einem Bericht des US-Wirtschaftsmagazins "The Economist" zufolge planen Politiker, "unanständige Inhalte" wie Darstellungen von Gewalt und Sexualität oder das Aussprechen von Flüchen oder Schimpfwörtern systematisch aus allen Massenmedien zu entfernen. Ein solches Verbot existiert bereits für frei zugängliche Sender, die Interviews oder Übertragungen zeitversetzt ausstrahlen, um mögliche "unanständige Darstellungen" oder Aussprüche aus den Sendungen zu entfernen. Doch über 80 Prozent der Amerikaner besitzen Abonnements von privaten Kabel- oder Satellitensendern, die uneingeschränkt "anstößiges" Material senden dürfen. Das soll sich jetzt ändern.

Entzündet hat sich die aktuelle Wertediskussion an einer Äußerung des U2-Sängers Bono, der in einer live-Sendung vor zwei Jahren eine Veranstaltung als "really, really, fucking brilliant" bezeichnet hatte – in seinem Lob also ein englischsprachiges Schimpfwort verwendete. Auf Druck des US-Kongresses und zahlreicher Proteste aus der Bevölkerung  musste die Selbstkontrolle der Fernsehindustrie dieses Zitat zensieren. Wenige Monate später erschütterte ein weiterer Skandal die amerikanischen Gemüter: In dem sogenannten "Nipplegate-Skandal" war die Sängerin Janet Jackson bei der Eröffnung des Super Bowls, dem Endspiel der US-Football-Liga, wenige Sekunden entblößt zu sehen. Der verantwortliche Sender wurde daraufhin zu einer Strafe von mehreren Millionen US-Dollar verurteilt.

Nicht nur Politiker, sondern auch zahlreiche Eltern und der Oberste Gerichtshof äußern ihre Bedenken über den Einfluss solcher Sendungen auf ihre Kinder. In einer Umfrage der "Henry J. Kaiser Family Foundation" äußern 60 Prozent der Eltern ihre Beunruhigung über die Auswirkungen von sexuellen Inhalten im täglichen Fernsehprogramm auf ihre Kinder. Bisher ist es ihnen nicht möglich, "ungewollte und anzügliche Programme" aus ihren Senderabonnements zu streichen.

Auch christliche Sender von "Zensur" betroffen?

Auch christliche Fernsehsender befürchten, in Zukunft in ihrer Meinungsfreiheit mit Einschränkungen leben zu müssen. "Noch ist die Regierung freundlich zu uns. In Zukunft könnte sie sich aber an die Gesetze in Kanada anpassen, wo frei zugänglichen Fernsehsendern die Lizenz entzogen werde kann, wenn sie sich negativ gegenüber Homosexualität äußern," sagte Stuart Epperson, Vorsitzender des christlichen Radiosenders Salem Communications.

Einige Sender reagieren auf die Entwicklungen mit der Entwicklung neuer Techniken, die es Familien erlauben soll, ein individuelles Fernsehprogramm zusammenzustellen. Noch aber sind die Anschaffungskosten für derartige Systeme zu hoch. US-Medienunternehmen drohen nun damit, eine Abschaffung des gesamten Jugendschutzgesetzes vor Gericht durchsetzen zu wollen. Sie sehen in der neuen Technik bessere Möglichkeiten für familienfreundliches Programm als im momentanen Gesetz zum Schutz von Kindern vor "anstößigen" Inhalten.

Von: KEP

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