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Medien nehmen Islam über Terror wahr

Seit Sommer 2014 dominiert die Berichterstattung über die Expansion des Islamischen Staats das Medienbild des Islams in deutschen Medien. Dies ist ein Ergebnisse einer Studie von Media Tenor, die sich mit der Kirche und religiösen Akteuren in den deutschen Medien beschäftigt.
Von PRO
Bilder von Terror überdecken die Berichterstattung über Religion in den deutschen Medien
Bilder von Terror überdecken die Berichterstattung über Religion in den deutschen Medien
Die Medienwahrnehmung von Religion wurde im Jahr 2015 noch stärker als in den Vorjahren von Gewalt und Terror geprägt. Auf einen Bericht über die christlichen Kirchen entfielen mehr als 3,6-mal so viele Berichte über den Islam und muslimische Terroristen und Organisationen. Dies zeigt eine aktuelle Analyse des Schweizer Forschungsinstituts Media Tenor, die 19 meinungsführende deutsche TV-, Radio- und Printmedien ausgewertet hat.

Flut schlechter Nachrichten prägt das Bild

„Stimmen, die eine Gleichsetzung von Islam und Gewalt ablehnen, finden immer weniger Gehör in den Medien“, erläutert Christian Kolmer, Leiter der Politik- und Gesellschafts-Analyse bei Media Tenor in einer Stellungnahme zu der Studie. Nach den Attentaten auf die Redaktion des Magazins Charlie Hebdo im Januar 2015 sei die Kritik am Islam und den Muslimen sogar zurückgegangen. Eine vergleichbare Reaktion nach den Pariser Terroranschlägen vom November sei ausgeblieben, bilanziert Kolmer. Die Flut schlechter Nachrichten habe das Bild geprägt. In fast der Hälfte aller Berichte über muslimische Akteure und Organisationen geht es vorrangig um Terrorismus und Gewalt. Auch in der Diskussion um religiöse Aspekte geht es – vorwiegend kritisch – um das Verhältnis von Religion und Gesellschaft. „Die Flut der Berichte über Gewaltakte schürt die Furcht vor dem Islam immer weiter und ist damit auch Wasser auf die Mühlen fremdenfeindlicher Parteien. Auf die lange Sicht untergräbt diese Entwicklung aber auch das Vertrauen in Religion allgemein“, meint Kolmer in der Pressemitteilung.

Katholische Kirche dominiert Medienbild christlicher Kirchen

Das Medienbild der christlichen Kirchen wurde auch im Jahr 2015 von den Berichten über die Katholische Kirche dominiert. Negativ ins Gewicht fielen dabei neue Skandale und die langwierigen Diskussionen auf der Familiensynode. Ungebrochen bleibt die Medien-Begeisterung für Papst Franziskus trotz dieser Ernüchterung. Vor allem mit der Umwelt-Enzyklika konnte der Papst in den deutschen Medien punkten. Die Evangelische Kirche musste sich in den Medien kritische Berichte gefallen lassen, die vor allem die sinkenden Mitgliederzahlen bemängeln. Unter dem neuen EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm habe die Sichtbarkeit der Kirche zwar wieder zugenommen, aber abseits von medienwirksamen Ereignissen wie dem Kirchentag oder EKD-Synode gelang es den Protestanten im Sommer und Herbst 2015 nur selten, von den tonangebenden Medien beachtet zu werden, fand die Studie heraus. Selbst beim Thema Flüchtlinge steht die Evangelische Kirche im Schatten der Katholiken – mit nur 50 gegenüber 90 Berichten. Zu den ausgewerteten Medien gehören unter anderem die Nachrichtensendungen von ARD und ZDF, die Bild-Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Spiegel, Focus und Welt sowie der Deutschlandfunk. Fast 530.000 Berichte wurden ausgewertet. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/kirchenpraesident-jung-wird-medienbischof-94321/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/kirche/detailansicht/aktuell/bedford-strohm-der-facebook-bischof-90089/
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