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Medien berichten 2017 mehr über Kirche

Durch das Reformationsjubiläum haben Medien 2017 häufiger über die Kirchen berichtet als in den vergangenen Jahren – und das tendenziell eher positiv. Das ergab eine Analyse des Forschungsinstituts Media Tenor. Doch Christen sind nach wie vor weniger präsent in den Medien als Muslime.
Von PRO
Der Besuch von Barack Obama auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag bescherte der Evangelischen Kirche die höchste Medienaufmerksamkeit dieses Jahr

Foto: pro/Nicolai Franz

Der Besuch von Barack Obama auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag bescherte der Evangelischen Kirche die höchste Medienaufmerksamkeit dieses Jahr

Die deutschen Leitmedien haben 2017 mehr als doppelt so häufig über die Evangelische Kirche berichtet als im Vorjahr. Das ergab eine Analyse des Medienforschungsinstituts Media Tenor. Machten die Protestanten 2016 noch zehn Prozent an der Berichterstattung über religiöse Gruppen aus, waren es in diesem Jahr 20,5 Prozent. Damit waren sie erstmals mehr in den Medien vertreten als Katholiken. Diese landeten bei 18,4 Prozent auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Beide Kirchen konnten dabei ihr Image verbessern, denn die Medien berichteten insgesamt positiver über sie als in den vergangenen Jahren – Katholiken stehen gar seit 2012 das erste Mal tendenziell positiver als negativer da.

Besonders im medialen Fokus standen seit Oktober 2016 Ereignisse des Reformationsjubiläums. Der Auftakt und der Abschluss des Jubiläumsjahres erhielten besonders hohe Aufmerksamkeit, getoppt nur durch den Besuch des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama auf dem Evangelischen Kirchentag im Mai dieses Jahres. In diesem Monat gab es daher die meisten Berichte über die Evangelische Kirche. Mit diesen Ereignissen und dem Sonderfeiertag am Reformationstag 2017 lag die Evangelische Kirche „deutlich über der Wahrnehmunsgschwelle für ein breites Publikum“, resümiert Matthias Vollbracht, Leiter Resarch bei Media Tenor. Das habe auch kirchenferne Menschen in Kontakt mit dem Geschehen gebracht.

Freiheit ist zentrales Thema im Internet

Auch im Netz ragen die Jubiläumsfeierlichkeiten heraus. Zu diesen Anlässen gab es die meisten Online-Beiträge und Social-Media-Posts: 62.000 zum Besuch Obamas auf dem Kirchentag, 55.000 zum Abschluss des Reformationsjubiläums. Im Rest des Jahres kam die Evangelische Kirche weitestgehend in weniger als 5.000 Beiträgen vor. Insgesamt ging es während des Jubiläumsjahres in den Netzbeiträgen thematisch vor allem um Freiheit. Über 10.000 Posts und Tweets drehten sich darum. Mit Gnade, dem zentralen Begriff in Martin Luthers Theologie, beschäftigten sich nur rund 3.000 Beiträge, mit Jesus und der Versöhnung zwischen Gott und Mensch oder auch zwischen den Kirchen noch weniger.

In der Analyse wurden 19 tonangebende Print- und Radio- und TV-Medien in Deutschland berücksichtigt. Von 725.698 Berichten gab es 9.483 über religiöse Gruppen. Bei den Online-Beiträgen analysierte Media Tenor 312.650 Textfundstellen, die anhand einer Stichwortsuche festgelegt wurden.

Von: Jonathan Steinert

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