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Medien-Abstinenz: Wie auf Entzug

Moderne Medien können abhängig machen. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher der Universität Maryland. 24 Stunden lang sollten Studenten auf ihre elektronischen Lieblingsspielzeuge verzichten und anschließend darüber berichten. Viele ihrer Reporte lesen sich wie die von Junkies auf Entzug.

Von PRO

Foto: flickr/ Keirsten Balukas

"Ich konnte einfach nicht mehr in meinem Zimmer sein… allein… ohne etwas, das meinen Geist beschäftigt, also habe ich kurz nach 17 Uhr aufgegeben. Ich glaube, es lief für 19 Stunden ganz gut, aber sogar die waren eine Qual." "Ich starrte eine kurze Weile die Wand an. Nachdem ich einige Push-Ups gemacht hatte, entschied ich mich dafür, einige Dramamin (Tabletten gegen Unwohlsein, Anm. D. Red.) zu nehmen und schlafen zu gehen, um mein Elend zu beenden. " "Ich bin eindeutig süchtig und diese Abhängigkeit macht mich krank." So oder so ähnlich klingen viele der Berichte zur Aktion "Ein Tag ohne Medien".  

Das Projekt ist eine Forschungsprojekt der Universität Maryland. 200 Studenten sollten 24 Stunden bewusst auf Medien wie iPod, Blogs, Handys oder schlicht das Internet, aber auch auf Zeitungen und Magazine verzichten und anschließend in Blogs darüber schreiben. Das Ergebnis wäre gedruckt so dick wie ein 400-Seiten-Buch und zeigt: Viele der Abstinenzler hatten Entzugserscheinungen – sie vermissten vor allem ihren iPod oder die Kommunikation via "Facebook".  

"Ohne Medien heißt: Ohne Freunde" 

"Wir waren überrascht, wie viele zugaben, dass sie unglaublich abhängig von Medien sind. Bei vielen ist der Verzicht darauf nicht eine Frage des Wollens, sondern des Könnens", teilte Studienleiterin Susan Moeller mit. Viele berichteten von Unruhe, extremer Nervosität, Spannung und Verrücktheit, was ähnliche Zeichen wie beim Alkohol- und Drogenentzug seien. Viele der Probanden hätten typische Sucht-Begriffe benutzt, um ihre Gefühle zu beschreiben. Zudem hassten die Studenten es, die Medien nicht benutzen zu dürfen. "In ihrer Welt heißt ohne Medien zu sein auch, ohne Freunde und Familie zu sein", lautet ein Forschungsergebnis.  

Damit sprechen die Forscher zum einen vom Verzicht auf das Handy, meinen aber auch die Abstinenz von Sozialen Netzwerken wie Facebook. So heißt es in der Studie: "18- bis 21-jährige College-Studenten texten permanent und auf Facebook." Telefonanrufe und E-Mails seien die beliebtesten Wege, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Zudem mache es Studenten wesentlich weniger Schwierigkeiten, auf Fernsehen und Zeitung zu verzichten, als auf moderne Medien, insbesondere dem iPod. Nachrichten erführen die Probanden eher durch Freunde als durch journalistische Medien. (pro)

http://withoutmedia.wordpress.com/
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