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“Massenmediale Stimulation”- Jugendmedien sind schlechte Vorbilder

B e r l i n (KEP) - Die Zahl der schwangeren minderjährigen Mädchen in Deutschland steigt seit Jahren kontinuierlich an. Gisela Gille, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF), macht unter anderem die "massenmediale Stimulation" für diese Entwicklung verantwortlich.
Von PRO

In den vergangenen Jahren nehmen immmer mehr sehr junge Mädchen sexuelle Kontakte auf, deren Folgen sie oft nicht überblicken könnten. Weitere Ursachen für dieses Verhalten sieht die Ärztin in der mangelnden sexuellen Aufklärung, dem Gruppendruck sowie wachsender Beziehungssehnsucht. Gille will dem Problem mit besserer Aufklärung über Sexualität und Verhütung in “Mädchensprechstunden” bei Frauenärzten begegnen.

Auch Jugendmedien tragen Schuld an dieser Entwicklung

Die eigentlichen und vielschichtigen Ursachen der immer früheren sexuellen Aktivitäten können damit allerdings nicht behoben werden, darin sind sich Experten einig. So genannte Daily-Soaps sowie die Berichterstattung der Jugendzeitschriften haben großen Einfluss auf das Verhalten von jungen Menschen.

In den von Teenagern bevorzugten Medien gehören sexuelle Aktivitäten zum ganz alltäglichen Miteinander. Ohne Hemmungen und Tabus gehen dort Menschen miteinander intime Beziehungen ein, trennen sich wieder und das “Spiel” beginnt von neuem mit dem nächsten Partner. Die jungen Zuschauer übernehmen die Verhaltensmuster der Serienhelden oder Fotostorys und sind offensichtlich nicht genügend reif und aufgeklärt, um die Tragweite ihrer Aktivitäten zu überschauen.

Leider zeigen weder die Serien noch Berichte in “Bravo” oder “Mädchen”, welche Folgen derartiges Verhalten eben auch mit sich bringt. Beziehungsunfähigkeit und ungewollte Schwangerschaften von Teenagern werden kaum thematisiert. Wenn doch, passiert dies in einer Art “Instantaufbereitung”. Davon, dass eine Abtreibung tiefe seelische Verletzungen hinterlässt, dass viele Frauen deswegen ein Leben lang mit Schuldgefühlen kämpfen, spricht zumindest in derartigen Jugendmedien niemand. Werte wie Geduld, Treue und sexuelle Zurückhaltung sind offensichtlich nicht bildschirmtauglich.

“TV-Ersatzmütter stoßen in ein Vakuum”

Der Medienforscher Jens Lönneker vom Kölner Rheingold Institut sagt gegenüber der “Welt” zu den Auswirkungen der täglichen Jugendserien: “Die 68er-Generation hat uns eine neue Freiheit gebracht: Danach kann jeder nach seiner Façon glücklich werden. Viele Jugendliche sind damit aber überfordert. Ihre Eltern sind oft keine Vorbilder. Entweder sie sind an ihren eigenen Idealen gescheitert oder es mangelt Ihnen an Autorität.”

Damit stoße das Fernsehen mit einer Art von “Ersatzmüttern und -vätern” in ein Vakuum. Eine Soap funktioniere wie ein Märchen: Jede Figur vertrete ein eigenes Konzept. “Und der Zuschauer pickt sich daraus etwas heraus. Mal ist er Rotkäppchen, mal der böse Wolf.”

Zahl der Abtreibungen bei unter 18-Jährigen weiter steigend

Die Zahlen, die das Statistische Bundesamt vorlegt, sind alarmierend: Während die Gesamtzahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland seit Jahren konstant bei rund 131.000 Eingriffen pro Jahr bleibt, hat sich in den vergangenen acht Jahren die Zahl der Abtreibungen bei den unter 15-jährigen Mädchen mehr als verdoppelt. Im Jahr 1996 wurden 365 Abtreibungen bei dieser Altersgruppe gezählt, im Jahr 2004 waren es bereits 779 Fälle. Das bedeutet eine Steigerung um 113,4 Prozent.

Auch bei den 15- bis 18-Jährigen wuchs die Anzahl der Abtreibungen von 1996 bis zum Jahr 2004 um 62,3 Prozent auf 7.075 Eingriffe. Laut Statistischem Bundesamt bleibt die Tendenz auch im Jahr 2005 steigend.

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