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Mammon und Spenden: Ausstellung „Geld und Glaube“

„In God we trust“, steht ausgerechnet auf dem 1-Dollar-Schein der USA. Es fragt sich, wem der Ideengeber für diesen Aufdruck mehr vertraut, Gott oder doch dem Geld. Der Geldschein ist Teil der Ausstellung „Geld und Glaube“, die derzeit im Museum „Relígio“ in Telgte zu sehen ist.
Von Jörn Schumacher
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Foto: pro/Jörn Schumacher
Die Ausstellung „Geld und Glaube“ ist noch bis zum 29. August 2021 im Museum Relígio im westfälischen Telgte

Ist Reichtum Teufelswerk und Armut Gottes Wille? Oder ist es umgekehrt? Welche Rolle das Geld in den großen Religionen spielt, behandelt die Ausstellung „Geld und Glaube“ im Museum „Relígio – Westfälisches Museum für religiöse Kultur“ in Telgte nahe Münster. In fünf Ausstellungsbereichen erfährt der Besucher etwas über den Umgang mit Geld im Judentum, Christentum und Islam.

Die Ausstellung wirft auch einen Blick auf Glaubenspraktiken, die mit Geld verbunden sind: Die sonntägliche Spende in der Kirche sowie Rituale zu Festen und Feiern. So findet sich etwa ein geschichtlicher Überblick über den „Klingelbeutel“, der in der heutigen Zeit mit einem modernen „digitalen Klingelbeutel“ endet, bei dem das berührungslose Bezahlen per Kreditkarte möglich ist und der längst in Kirchen im Einsatz ist. Viele Ausstellungsstücke sind Leihgaben anderer Museen, etwa von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, dem LWL-Museum für Kunst und Kultur/Westfälisches Landesmuseum in Münster, sowie aus Instituten und Archiven in ganz Deutschland.

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1998 fand man in Erfurt einen großen Silberschatz – wahrscheinlich von Juden aus dem 14. Jahrhundert, die Pestpogrome befürchteten
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Ein digitaler Klingelbeutel, wie er bereits in evangelischen Kirchen im Einsatz ist

Jesus-Münze als Talisman

In den heiligen Schriften der drei großen Weltreligionen finden sich Anleitungen, die bis heute Einfluss auf die Glaubenspraxis haben. So sei etwa die Wohltätigkeit in allen drei Religionen gefordert; aber auch das Verbot des Erhebens von Zinsen finde sich in allen drei Religionen. Allerdings verbiete die Thora Zinsen nur, wenn man sie von Mitgliedern der eigenen Glaubensgemeinschaft erhebt. In den Evangelien von Matthäus und Lukas werde das Zinsverbot noch einmal verstärkt.

Die Ausstellung beleuchtet auch den uralten Brauch, Geldmünzen in Zusammenhang mit Glücksbringern zu stellen. So schenken manche Taufpaten dem Täufling eine besondere Münze; bei Hochzeiten werden nach altem Brauch manchmal Münzen in einen Apfel für das Brautpaar gesteckt. Münzen galten immer wieder auch als Amulette und Talismane. „Eine enorme Wirkkraft wurde Münzen mit Abbildern von Jesus Christus oder anderen Heiligen nachgesagt“, heißt es in der Ausstellung. Das Wort „Mammon“ leite sich ab vom Aramäischen Wort für Besitz oder Vermögen, klärt die Ausstellung auf.

Die Ausstellung „Geld und Glaube“ in Telgte ist noch bis zum 29. August 2021 zu sehen.

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