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Mag Gott American Football?

Dr. Bennet Omalu liebt Amerika. Und Amerika liebt Football. Wurde ausgerechnet der nigerianische Arzt von Gott dazu ausersehen, den Sport durch eine Studie zu Gehirnerschütterungen zu beschmutzen? Der Film „Erschütternde Wahrheit“ mit Will Smith in der Hauptrolle lenkt den Blick verstärkt auf den Glauben des Arztes, der eigentlich nur ein guter Amerikaner sein will. Eine Filmkritik von Jörn Schumacher
Von Jörn Schumacher
Schauspieler Will Smith verkörpert den gläubigen Arzt Bennet Omalu in dem Film „Erschütternde Wahrheit“

Foto: Sony Pictures

Schauspieler Will Smith verkörpert den gläubigen Arzt Bennet Omalu in dem Film „Erschütternde Wahrheit“
Omalu findet, er sei die falsche Person, die Gott sich ausgesucht habe, um die „erschütternde Wahrheit“ dem Football liebenden amerikanischen Volk mitzuteilen. Der Arzt stammt aus Nigeria, sein Vater war ein Häuptling, und erst seit ein paar Jahren versucht er mit allen Mitteln, ein normaler, guter Amerikaner zu werden. Sein Weg dorthin: Der Beste zu sein in dem, was man tut. Omalu ist Pathologe und er untersucht Leichen mit so großer Präzision wie kein anderer. Denn das Sterben gehört für ihn zum Leben, und wer die Ursache für einen Tod herausfindet, kann eventuell Lebende davor bewahren. Eines Tages bekommt Omalu, der im städtischen Krankenhaus von Pittsburgh arbeitet, die Leiche des ehemaligen Football-Profis Ben Webster von den Pittsburgh Steelers auf den Seziertisch gelegt. Wie immer sucht Omalu penibel nach dem Grund dafür, dass Webster die Jahre vor seinem Tod in geistiger Umnachtung verbrachte. Sein Gehirn zeigt keine Anzeichen einer Krankheit. Websters Gehirn und weitere ähnliche Fälle bringen Omalu zur Entdeckung einer neuen Form der Demenz. Verursacht wird sie durch die häufigen schweren Kollisionen beim Football, besonders der jeweils ersten Reihen der angreifenden sowie der verteidigenden Mannschaft.

Mitt Gottes Hilfe gegen die mächtige Lobby

Als Omalu einem angesehenen Gehirnexperten mitteilt, was er entdeckt hat, erklärt er: Viele Vögel, die ihren Kopf auf harte Dinge schlügen wie etwa Spechte, aber auch Papageitaucher, hätten von Natur aus einen Schutz vor Gehirnerschütterung mitbekommen. Der Mensch hat so etwas nicht. „Gott hat nicht vorgesehen, dass wir Football spielen“, folgert Omalu trocken aus seinen Forschungsergebnissen. Der Arzt ahnt nicht, mit wem er sich angelegt hat, als er seine Studienergebnisse in einem Fachmagazin publiziert. Der National Football Leage (NFL) gefällt überhaupt nicht, dass ein unbekannter Arzt ihnen in die Suppe spuckt, noch dazu kein amerikanischer Staatsbürger. Die Sportfunktionäre leugnen die Ergebnisse und setzen Omalu und seine Familie unter Druck. Eine der wichtigsten Motivationen, die Wahrheit auch gegen den Druck einer mächtigen Lobby durchzusetzen, ist für Omalu der Glaube. Gegenüber der Zeitung Christian Post sagte der echte Dr. Omalu: „In Psalm 27 heißt es: ‚Gott ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte ich mich fürchten?‘“ Will Smith, der zwei Mal für den Oscar nominiert war und in diesem Film die Rolle des nigerianischen Arztes spielt, habe diesen wichtigen Aspekt im Film gut wiedergegeben, sagt Omalu. Der Schauspieler habe sehr viel Zeit mit ihm verbracht, sagt der Arzt. Und dabei auch seinen Glauben kennengelernt. „Wir haben uns getroffen, wir haben uns über die Liebe Gottes ausgetauscht, und er hat auch das Licht gesehen. Der Geist Gottes hat ihn berührt.“ Als Omalu den fertigen Film gesehen habe, habe er weinen müssen. „Durch Will Smith sieht man den Glauben in diesem Film hervorscheinen; meinen Glauben an Gott und daran, dass Gott uns dazu aufruft, stark und mutig zu sein.“ Er wünsche sich, dass jeder Christ diesen Film sehe, „denn wenn man aus dem Kino kommt, ist man stolz, einen christlichen Glauben zu haben“. Und man sei stolz, Amerikaner zu sein. Der Schauspieler Will Smith selbst sagte, sein eigener christlicher Glaube habe ihm geholfen, sich in Omalu hineinzuversetzen. Seine Großmutter sei tief im Glauben verwurzelt und seine „spirituelle Lehrerin“ gewesen, sagte Smith der Zeitung.

Was bedeutet es, amerikanisch zu sein?

Zwei Gesten im Film fassen das Dilemma von Omalu gut zusammen: „Als ich noch in Nigeria war, war der Himmel etwa hier“, sagt Omalu, der die flache Hand in die Luft hält. „Und hier war Amerika“, und seine Hand sinkt nur um einen Zentimeter nach unten. An anderer Stelle hält der Arzt Julian Bailes (Alec Baldwin) zwei Finger vor das Gesicht Omalus und sagt: „In diesem Land steht an erster Stelle Gott.“ Dann nimmt er einen Finger weg und fügt hinzu: „An zweiter Stelle steht der Football.“ Will heißen: Der Football hat für viele Menschen in den USA an Wichtigkeit längst sogar Gott überholt. Da die Spiele traditionell immer sonntags ausgetragen werden, erklärt Omalus Chef im Krankenhaus dem Neuankömmling aus Nigeria die Problematik: „Dem Football ist in den USA ein ganzer Tag gewidmet. Der Tag, der früher Gott gehörte, gehört jetzt dem Football.“ Was ist wahrhaft amerikanisch? Entweder, wie jeder gute Amerikaner den Football zu lieben, oder aber die Wahrheit mehr zu lieben und damit die meistgeliebte Sportart in den Schmutz zu ziehen, um damit eventuell Menschenleben zu retten?

Ein Medizin-Thriller mit christlichem Hintergrund

Der Film ist zwei Stunden lang, doch kommt nie wirklich Langeweile auf. Das ist wohl der spannenden Erzählweise, der guten schauspielerischen Leistung und natürlich dem authentischen Erzählstoff zu verdanken. Allerdings ist es eher kein Film für Football-Fans, denn nicht nur kommt der Football schlecht weg, auch geht es vor allem um die Jagd des Pathologen Bennet Omalu nach einer noch unbekannten Krankheit und seinen anschließenden Kampf gegen die NFL. Ein Medizin-Thriller viel mehr als ein Sportfilm. Amerika sei auf den Werten Wahrheit und Glauben aufgebaut, wird der echte Dr. Omalu nicht müde zu betonen. Vielleicht hat sich Gott mit dem Arzt und Neuankömmling aus Nigeria doch die richtige Person für den Kampf ausgesucht. Immerhin heißt sein vollständiger nigerianischer Stammesname übersetzt: „Wenn du die Wahrheit kennst, steh auf und sprich sie aus.“ (pro) „Erschütternde Wahrheit“, 123 Minuten, Regie: Peter Landesman, Kinostart: 18. Februar
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