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Märtyrer 2012: Neues “Jahrbuch zur Christenverfolgung heute”

Laut Schätzungen des Hilfswerks "Open Doors" werden weltweit nach wie vor rund 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Damit bilden sie die größte Gruppe von Opfern religiöser Unterdrückung. Das neue Buch "Märtyrer 2012 – Das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute" widmet sich dieser Thematik. Herausgeber im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sind Max Klingberg, Thomas Schirrmacher und Ron Kubsch.
Von PRO

Foto: idea/pro

Das Jahrbuch fasst eine Vielzahl von Analysen, Hintergrundinformationen und Berichten von Autoren aus unterschiedlichsten Konfessionen, Organisationen und Berufsgruppen zusammen. Geographisch im Fokus stehen in diesem Jahr Indien, Indonesien und Nigeria. Die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher beschäftigt sich mit dem Schariarecht und der Tatsache, dass der Abfall vom Islam mit der Todesstrafe geahndet wird. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs beschreibt die seiner Meinung nach fragile Lage der Religionsfreiheit am Bosporus.

Einige Länder bald "christenfrei"?

Praktisch für den Leser wird es in den beiden Kapiteln von Max Klingberg, dem Mitarbeiter der Internationalen Gesellschaft für Menschenrecht (IGFM). Er erläutert, wie man sich am besten schriftlich an Gefangene wenden kann oder sich in Appellbriefen an Entscheidungsträger der betroffenen Staaten richtet. In einem weiteren Kapitel zeigt Christine Schirrmacher Chancen zur Veränderung auf. Trotz aller Möglichkeiten befürchtet sie, dass "angesichts der insbesondere unter dem Islamismus aufgeflammten Christenfeindlichkeit", einzelne Länder wie Saudi-Arabien, der Iran oder der Irak "christenfrei" werden könnten.

Die idea-Dokumentation enthält darüber hinaus zwei Anträge des Deutschen Bundestags zum Erhalt des türkischen Klosters Mor Gabriel. Der Theologe Thomas Schirrmacher geht auf die größten Fälle von Christenverfolgungen in Indonesien seit 1990 ein. Schirrmacher macht die Haupteinschränkung von Religionsfreiheit an den fundamentalistischen Bewegungen fest, aber auch an zunehmendem religiösen Nationalismus, "der Nationalismus mit der Zugehörigkeit zur Mehrheitsreligion gleichsetzt".

Ungelöste Probleme Indiens

In Nigeria sehen die beiden Autoren Rainer Rothfuß und Jakubu Yoseph eine "Zersplitterung in religiöse Herrschafts- und Angstträume". Oft komme es zu spontanen Gewaltaktionen der Massen als Reaktion auf angebliche Provokationen der Christen. In Indien, betont Thomas Schirrmacher, sei das Verhältnis der Religionen untereinander seit der Geburt des Staates 1947 ein ungelöstes Problem. Die "interreligiöse Gewalt" gefährde das Zusammenleben in einem Staat mit vielen Religionen. Die indische Christin und Juristin Tehmina Arora erklärt, dassdie geplanten Gesetzeserlasse, "weit davon entfernt sind, die Religionsfreiheit zu fördern oder zu schützen. Vielmehr haben sie dazu gedient, die sowohl nach indischem als auch nach internationalem Recht bestehenden Garantien betreffend Religionsfreiheit zu untergraben".

Max Klingberg gibt in einem weiteren Kapitel einen Gesamtüberblick über die Verfolgung und Diskriminierung von Christen. Demnach sterbe alle "fünf Minuten ein Christ". An der Spitze der Länder des Weltverfolgungsindizes liege nach wie vor das kommunistische Nordkorea, vor Afghanistan, Saudi-Arabien und Somalia. Im Schlussteil des Buches gibt es Kurzberichte über Probleme der Christen in ausgewählten Ländern. Die "Globale Charta der Gewissensfreiheit" und die Stellungnahme des "Weltkirchenrates gegen Zwangsverheiratung, Blasphemieurteile und Diskriminierung der christlichen Kirchen in Pakistan" sind als Dokumente zum Thema Christenverfolgung abgedruckt. Im Schlussteil des Buches gibt es noch Buchrezenisonen zu Büchern, die sich dem Thema Christenverfolgung widmen, sowie eine Übersicht über Menschrenrechts- und Hilfsorganisationen sowie hilfreiche Links und Informationen im Internet. Herausgeber des Buches sind die Arbeitskreise für Religionsfreiheit der Deutschen und Österreichischen Evangelischen Allianz, die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz sowie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte.

"Weltweiter Gebetstag für verfolgte Christen"

Am kommenden Sonntag ist der "Weltweite Gebetstag für verfolgte Christen". Daran nehmen Christen und Gemeinden aus über 100 Ländern auf allen Kontinenten teil. Wie die Deutsche Evangelische Allianz mitteilt, finde dieser in "freien" Ländern ebenso wie in den betroffenen Ländern selbst statt. Einige Gemeinden würden sogar alle Veranstaltungen einer Woche, also etwa Jugendkreise, Hauskreise und Bibelstunden, unter dieses Thema stellen. (pro)

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