Das christliche Medienmagazin

Machtworte unter Freunden

Ein 33-jähriger Amerikaner investiert seine Ersparnisse in Schönheitsoperationen, weil er so aussehen möchte wie Justin Bieber. Dabei bestärkten ihn nicht nur die Bilder des Sängers in den Medien, sondern auch die Worte seiner eigenen Freunde. Ein Kommentar von Daniel Frick
Von PRO

Foto: Themeplus (CC BY-SA 2.0, flickr)

Es ist eine Meldung, die man mit einigem Entsetzen liest: Der 33-jährige Liedermacher Toby Sheldon aus Los Angeles wandte in den vergangenen fünf Jahren 100.000 US-Dollar, seine gesamten Ersparnisse, für Schönheitsoperationen auf. Er fühlte sich offenbar verunstaltet, weil er nicht so aussah wie sein größtes Idol: der Sänger Justin Bieber. Die Ärzte wies er an, ihn nach dem Ebenbild des Sängers neu zu erschaffen.

In diversen Magazinen und Zeitungen gab Sheldon zu Protokoll, warum er so einen Aufwand betrieben hat. Der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“ sagte er, ihn treibe die Angst vor dem Alter um. Er habe so „jugendlich“ aussehen wollen wie der 14 Jahre jüngere Bieber, dessen Bilder allgegenwärtig sind, seit er vom YouTube-Künstler zum Teenie-Idol aufgestiegen ist. „Sein Gesicht war so fehlerlos, dass ich ihn für jede Veränderung, die ich machen ließ, zum Vorbild nahm.“

Nun liegt es nahe, an dieser Stelle das Anhimmeln von Menschen zu kritisieren oder Gedanken zur Macht der Medien und insbesondere der Bilder anzubringen, frei nach dem Motto: Film und Fernsehen, Zeitschriften und Poster fördern mit geschönten Bildern den Jugend- und Schönheitswahn unserer Zeit.

Bemerkenswert am Beispiel Sheldon ist aber etwas anderes. Er sagte nämlich auch: „Meine Freunde überhäufen mich mit Komplimenten. Sie nennen mich Toby Bieber.“ Worte wie diese bestärken ihn in der Absicht, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen. „Ich weiß, dass es noch viel zu tun gibt, um mich vollständig in den Doppelgänger von Justin Bieber zu verwandeln.“

Diese Geschichte zeigt: Medien haben Macht und Einfluss auf einen Menschen. Wirkungsvoll ist aber auch dessen konkrete Umgebung, die Worte derjenigen, denen er tatsächlich begegnet. Hätte Sheldon fünf Jahre lang danach gestrebt, wie Bieber auszusehen, wenn ihm seine Freunde gesagt hätten, was sein Vorhaben tatsächlich ist, nämlich ein absurdes Unterfangen?

Der Wunsch, schön und jugendlich zu sein, sollte nicht verurteilt werden. Schönheit sollte aber auch nicht überschätzt werden. Denn wichtiger für einen gelingenden Lebensweg ist der Zuspruch von Mitmenschen. Worte können in einen Menschen Mut und Selbstbewusstsein setzen, so dass er gar nicht auf den Gedanken kommt, jemand anderes sein zu wollen. Auf diese Weise können wir mit der Macht unserer Worte der Macht der Medien viel entgegenhalten. (pro)

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