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Luthers Papstkritik in der “Welt”

Der Papst kommt nach Deutschland – diese Gelegenheit lassen sich seine Kritiker nicht entgehen und formulieren in den Feuilletons des Landes ihre Einwände gegen den römischen Bischof. Aber sollte im Land der Reformation nicht auch der vielleicht profilierteste Kritiker der katholischen Kirche zu Wort kommen? Die Zeitung "Die Welt" zeigt Auszüge aus Martin Luthers "Wider das Papsttum zu Rom, vom Teufel gestiftet" aus dem Jahr 1545.
Von PRO

Foto: moria / Catholic Church of England and Wales (flickr)

Mit Blick auf das Treffen des Papstes mit evangelischen Theologen an Luthers alter Wirkungsstätte, dem Augustinerkloster in Erfurt, möchte "Die Welt" daran erinnern, dass es um die Ökumene auch schon mal schlechter stand. Als Beleg dienen Auszüge aus Luthers Spätwerk "Wider das Papsttum, vom Teufel gestiftet", die von beißender Polemik gegen das Papsttum geprägt sind.

Darin wandte sich Luther vor allem gegen den Universalanspruch des römischen Bischofs, seinen Überlegenheitsanspruch gegenüber anderen Bischofssitzen und die damit angemaßte Lehrautorität. Es sei eine "Grundsuppe" des Teufels, "dass der Papst solche Gewalt dahin ausdehnt, dass er Macht haben will, Gesetze und Artikel des Glaubens aufzustellen, die Schrift (…) nach seinem tollen Sinn zu deuten." Wenn der Papst zudem auch noch behauptet, die Kirche allein könne selig machen, sei das Rettungswerk Jesu Christi überflüssig.

Mit Bezug auf das biblische Bild vom Apostelamt formulierte der Reformator seine drei Forderungen an das Papsttum: Die Rücknahme der päpstlichen Dekrete, die Aufgabe der Kontrolle anderer Bischofssitze (die Autorität dazu habe er gar nicht, außerdem sei er damit überfordert). Schließlich verlangte Luther die Rücknahme des päpstlichen Anspruchs, er allein sei der Stuhlerbe des Apostels Petrus. Die anderen Bischöfe stünden ebenso in der Tradition des Apostels: "Wie gefällt dir das, Papstesel?"

Zuguterletzt bat Luther den "lieben Bruder in Christus" bei aller Polemik, die er gegen die katholische Kirche aufgefahren hat, doch nachsichtig zu sein. Schließlich habe er sich ja noch zurückgehalten, denn "die schändliche, verzweifelte Lästerung", die der Papst "mit dem Wort und Namen Christi betreibt" seien ohnehin nicht in Worte zu fassen. Das Fazit fällt somit eindeutig aus: "Wer Gott reden hören will, der lese die heilige Schrift, wer den Teufel reden hören will, der lese des Papstes Dekrete und Bullen." (pro)
http://www.welt.de/kultur/history/article13618356/Teufelsdiener-Laesterer-Chef-der-Hurenkirche.html
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