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Luther-Medaille für Harald Bretschneider

Am heutigen Montag wurde in Eisenach die Martin-Luther-Medaille an den Theologen Harald Bretschneider verliehen. Damit ehrte ihn der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für sein Engagement in der Abrüstungsinitiative "Schwerter zu Pflugscharen" zu Beginn der 80er Jahre in der DDR. Zudem wurde in Eisenach das Themenjahr 2012 "Reformation und Musik" eröffnet.
Von PRO

Foto: EVLKS / URBAN ARTefakte

Harald Bretschneider war als damaliger Jugendpfarrer in Sachsen der Initiator der Kampagne "Schwerter zu Pflugscharen", eine Abrüstungs-Initiative, die weltweit Aufmerksamkeit erlangte. Wie der Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, in seiner Würdigung betonte, habe die Initiative die Wende im Herbst 1989 wesentlich vorbereitet. "Die Aufnäher mit dem Zitat aus Micha 4 ‘Schwerter zu Pflugscharen’ waren 1989 aus der Öffentlichkeit der DDR verdrängt worden. Doch der Geist dieser Friedensvision war weiter lebendig; es scheint, er hat im Herbst 1989 seine Wirkung erst voll entfaltet", sagte er laut einer Pressemitteilung der EKD.

Seligpreisungen Jesu konkret umgesetzt

Darüber hinaus, so Schneider in dem Festgottesdienst in der Nikolaikirche zu Eisenach, habe die Initiative auch ihren Anteil daran, dass die Wende 1989 friedlich verlaufen sei. "Während die Staatsmacht sich den Demonstranten hoch bewaffnet entgegenstellte, riefen diese mit Kerzen in den Händen: ‘Keine Gewalt’." Auf diese Weise hätten Bretschneider und mit ihm viele junge Menschen gezeigt, wie die Seligpreisungen Jesu konkret umgesetzt werden können.

Die Martin-Luther-Medaille wird seit 2008 jeweils am Reformationstag verliehen. Die Ehrung soll besondere Verdienste um den Protestantismus würdigen. Unter anderen wurde der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit der Medaille geehrt. Harald Bretschneider ist der sechste Preisträger. Die Laudatio hielt Bundesinnenminister Thomas de Maizière.

Eröffnung des Themenjahres 2012 "Reformation und Musik"

Am Nachmittag eröffnete Schneider zusammen mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) das Themenjahr 2012 "Reformation und Musik". Die Reformation sei die "erste Singbewegung" gewesen, charakterisierte Schneider das Verhältnis von Reformation und Musik. Besonders der Reformator Martin Luther (1483-1546) habe hier seinen Anteil: "Luther hat uns das gemeinsame Singen gebracht. Er hat aus einer hörenden Gemeinde eine singende gemacht." Ohne seine Leidenschaft für die Musik und für eine klingende Wort-Ton-Beziehung sei Luther gar nicht zu verstehen, so Schneider.

Der Eröffnung des Themenjahres ging ein Konzert voraus, in dem der Dresdner Kammerchor, der Thüringische Akademische Singkreis, der Rundfunkchor Wernigerode und das Uwe-Steinmetz-Quartett mitwirkten. Schneider dankte in seiner Rede außerdem Staatsminister Neumann für die Unterstützung des Projektes "366+1, Kirche klingt 2012". Bei dem Musikprojekt handelt es sich um eine Initiative des Kulturbüros der EKD und der Landeskirchen. Vom 1. Januar bis zum 31. Dezember soll an jedem Tag des Schaltjahres 2012 ein Konzert stattfinden. Damit, so Schneider, bringen "Kirche und Gesellschaft miteinander das kulturhistorische Gut der Reformation, ihre einzigartige Lied- und Motettensammlung zum Klingen." (pro)

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