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Luther-Choräle in Afrika: Doku auf DVD und im Online-Stream

Der sehenswerte Dokumentarfilm „Sing it loud“ über einen Chorwettbewerb in Tansania kommt am Freitag auf DVD und als Online-Stream heraus. Die Dokumentation der deutschen Filmemacherin Julia Peters kombiniert die kräftigen, freudenvollen Stimmen eines afrikanischen Chors mit dem uralten Liedgut eines Martin Luther.
Von Jörn Schumacher
Ab Freitag, dem 17. April 2020, als DVD und im Online-Stream erhältlich: Die Musikdokumentation „Sing it loud“ über einen Chorwettbewerb in Tansania

Foto: JIP Filmproduktion

Ab Freitag, dem 17. April 2020, als DVD und im Online-Stream erhältlich: Die Musikdokumentation „Sing it loud“ über einen Chorwettbewerb in Tansania

Jeder kennt die stimmgewaltige Kraft, die ein guter afrikanischer Chor ausstrahlen kann. Die einfachen, und doch so eingängigen Melodien gehen direkt zum Herzen und machen gute Laune. In Tansania gibt es seit 60 Jahren einen Chor-Wettbewerb der besonderen Art, denn bei ihm wird immer auch die alte europäische Kirchenmusik hochgehalten. Die Filmemacherin Julia Peters traf auf diese ungewöhnliche Kombination und beschloss, einen Film darüber zu drehen, der den Untertitel trägt: „Luthers Erben in Tansania“.

Die Produktion „Sing it loud“ von JIP Filmproduktion in Koproduktion mit 3sat war vor drei Jahren im Kino zu sehen, ab 17. April 2020 ist sie auf DVD und digital bei Vimeo erhältlich.

Peters drehte mehrere Wochen in Tansania. Zu den Förderern gehören die evangelische Organisation „Mission EineWelt“ und das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig. Einer der Hauptchöre des Films, der Kanaani-Jugendchor, war seinerzeit zum Erscheinen des Films mit auf Tour und sang nach der Vorstellung im Kinosaal. Bei einer Premiere in Wiesbaden war das Publikum begeistert und dankte den jugendlichen Sängern mit tosendem Applaus.

Im Zentrum des Films steht ein großer Chorwettbewerb im Norden Tansanias, an dem jedes Jahr über 1.500 Chöre teilnehmen. Ausgetragen wird er von der evangelisch-lutherischen Kirche des Landes. Der Film begleitet mehrere Chöre bei ihren Vorbereitungen und nimmt den Zuschauer mit in entlegene Dörfer ebenso wie in die Großstadt Arusha. Die Bedingungen des Wettbewerbs sind, dass jeder Chor ein selbstkomponiertes Lied sowie einen alten europäischer Choral vortragen muss. In diesem Jahr legte die Kirche fest, dass es der Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ sein soll. Der Text ist uralt und stammt von dem Reformator aus dem fernen Deutschland, der die ganze Welt veränderte: Martin Luther. Der Text stammt aus dem Jahr 1529, doch die tansanischen Chöre singen das Lied in Swahili.

Filmemacherin mit kirchlichem Hintergrund

Der Film ist so mitreißend, wie die Begeisterung der vielen Chorsänger im Film für die Musik und für den Glauben. Denn der Inhalt der Kirchenlieder ist fest mit dem alltäglichen Leben der Akteure verbunden. Offen sprechen sie über ihren Glauben, ihre Probleme und ihre Hoffnung, die sie auf Jesus setzen. Auch bei dem großen Zusammentreffen der Chöre am Schluss des Films geht es nicht nur um schöne Musik: der Herr wird zuvor um Beistand gebeten, und die ganze Veranstaltung hat letzendlich zum Ziel, Gott zu verherrlichen.

Es wirkt fremdartig, wenn die Töne eines so alten deutschen Chorals, der sonst in jahrhundertealten Steinmauern von europäischen Kirchen gesungen wird, plötzlich unter der strahlenden Sonne Afrikas in einer fremden Sprache geschmettert wird in der Art, wie man sie von afrikanischer Musik kennt. Doch den Sängerinnern und Sängern jeden Alters merkt man an, dass ihnen der Inhalt der Texte wirklich etwas bedeutet.

Die Filmemacherin Peters hat selbst einen kirchlichen Hintergrund: „Ich bin in der DDR-Kirche groß geworden“, sagte sie gegenüber pro. „Ich bin in Oberweimar groß geworden, da war eine Gemeinde, die sehr wichtig in der Opposition war. Wir haben uns sehr viel im Widerstand engagiert, und die Kirche war für mich immer ein Hort, an dem ich mich wohl gefühlt habe.“

Sie selbst war vor 14 Jahren das erste Mal in Tansania, weil ihre Eltern dort einen Pfarrer besuchten, der ursprünglich aus Weimar kommt. Der Pfarrer, Gerhard Richter, war viele Jahre in der Region Arusha tätig und ist seit 2015 Tansania-Referent für das Leipziger Missionswerk und auch kurz im Film zu sehen. Peters war damals sofort fasziniert von der afrikanischen Kirchenmusik und beschloss, einen Film darüber zu drehen. Zunächst kamen die Geburten von zwei ihrer Kinder dazwischen, doch nun wurde das Projekt Wirklichkeit. „Ich habe mich sofort in diese Musik verliebt, so dass ich davon Gänsehaut bekam. Und ich hoffe, das geht den Leuten jetzt auch so“, sagt Peters.

Ihr ist aufgefallen, dass die Inhalte der Lieder in etwa widerspiegeln, was dem jeweiligen Chor, der sie singt, besonders wichtig ist: „Der Chor mit Menschen aus dem Mittelstand singt am meisten davon, dass sie dankbar sind für das, was sie haben. Der Chor aus dem Dorf bittet eher um Gaben, und die Jugendlichen erinnern die Menschen daran, dass sie gnädig sein und sich um andere kümmern sollen.“

Von: Jörn Schumacher

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