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Lütz fordert Machtverzicht

Der Bestseller-Autor und katholische Theologe Manfred Lütz hat sich in einem Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung für eine Re-Formation der katholischen Kirche ausgesprochen. Dazu gehöre es, dienende Kirche zu sein und Macht abzugeben, auch wenn man auf die Beharrungskraft der Institutionen stoße.
Von PRO

Foto: Foto: privat

Schon Papst Benedikt XVI. habe sich in seiner „Freiburger Rede“ 2011 für einen Machtverzicht stark gemacht. Die Öffentlichkeit habe seine Worte aber vor allem als Weltflucht und Entweltlichung der Kirche interpretiert. Aber der Vortragstext, stellt Lütz richtig, widerspreche dem. Hier heiße es „wahre Entweltlichung heißt natürlich nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen, sondern das Gegenteil“.

Die Skandale rund um die Kirche hätten dazu beigetragen, dass sie immer weniger akzeptiert werde und die Wahrnehmung gestärkt, dass Kirche in den Privatbereich vieler Menschen hineinregiere. Die Kirche habe die Wahl, Macht abzugeben und sich den gesellschaftlichen Realitäten zu stellen, „oder man schaut zu, wie alle paar Monate ein Dachbalken herunterkracht und die riesigen kirchlichen Einrichtung in sich zusammenstürzen“.

Papst Franziskus habe das Ansinnen Benedikts mit seiner Aussage einer „armen Kirche für die Armen“ untermauert. Regelmäßig verlange der neue Pontifex Konsequenzen. „Der freiwillige Verzicht auf kirchliche Macht, ist Geist vom Geist des neuen Papstes“, betont Lütz. Eine Vitalisierung des karitativen Gedankens von der Basis her gelinge nur dann, „wenn Christen dabei helfen, selber caritativ“ zu sein. Christen sollten in der Liturgie am Wochenende das feiern, was sie in der Woche vollziehen, den christlichen Dienst an Gott und den Menschen. Dies decke sich mit Franziskus‘ Aussage, dass die „wahre Macht der Dienst ist“.

Der 59-jährige Lütz ist Arzt, katholischer Theologe und Schriftsteller. Er leitet seit 1997 das Alexianer-Krankenhaus in Köln. Von ihm stammen die Bücher „Bluff! Die Fälschung der Welt“ und „Gott. Eine kleine Geschichte des Größten“. Lütz ist Mitglied des päpstlichen Rates für die Laien. (pro)

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