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Löschen impossible

Wer sich aus Sozialen Netzwerken wie "Facebook" und "StudiVZ" verabschieden will, hat es nicht leicht. Nun fordert der "Verbraucherzentrale Bundesverband" (VBZV) gesetzliche Vorgaben für die Löschung von Internet-Profilen.
Von PRO

Foto: pro

Das Anmelden bei "Facebook", Amazon oder GMX dauert nur wenige Minuten. Doch wer es sich anders überlegt hat und seine Daten wieder löschen möchte, steht oft vor einem Rätsel. Das bestätigt eine vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) durchgeführte Studie, die er am Mittwoch präsentierte. Demnach habe jeder zweite Nutzer, der schon einmal ein Konto bei einer Internet-Plattform oder in einem Online-Netzwerk löschen wollte, die Funktion nur mit Schwierigkeiten gefunden. Insbesondere ältere Anwender hätten Mühe damit. Schafft der Nutzer es nicht, bleiben die persönlichen Daten für immer auf den Servern der Firmen, die damit ihr Geld verdienen. "Facebook" will Mitte des kommenden Jahres an die Börse gehen – mit einem geschätzten Wert von 100 Milliarden Dollar.

Marktforscher vom Institut "Aris" hatten rund 1.500 Nutzer im Alter ab 14 Jahren befragt. In einer Untersuchung von 19 Plattformen stellte der VZBV zudem fest, dass vier davon ihren Nutzern gar keine Möglichkeit anbieten, das Konto zu löschen. VZBV-Chef Gerd Billen bemängelte insbesondere die Hürden des Online-Versandhändlers Amazon. Vorbildlich sei dagegen das Soziale Netzwerk "Wer-kennt-wen". Dort könne man sein Profil ohne großen Aufwand löschen.

Über die Hälfte der Studienteilnehmer, die sich bereits von einem Portal verabschiedet hatten, war sich nicht sicher, ob dabei alle persönlichen Daten gelöscht wurden. 25 Prozent gaben an, vom Anbieter keine Rückmeldung oder Bestätigung der Abmeldung erhalten zu haben. Dies sei "nicht hinnehmbar", sagte die Grünen-Sprecherin für Verbraucherpolitik, Nicole Maisch, laut einer Mitteilung.

Abmeldeknopf auf Startseite gefordert

Der VZBV fordert Änderungen des Telemediengesetzes. Billen erklärte, es sei inakzeptabel, dass Innen- und Wirtschaftsministerium auf EU-Richtlinien warteten. Der Verbraucherschützer kritisierte dabei insbesondere Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU). "Wir haben einen Innenminister, den das Thema Datenschutz für Verbraucher nicht interessiert", so Billen. Da sei es eventuell besser, das Thema in die Verantwortung von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) zu geben.

Der Verband möchte, dass auf Online-Plattformen schon auf der Startseite ein gut sichtbarer Abmeldeknopf verpflichtend wird. Zudem sollen die Nutzerkonten standardmäßig so eingestellt sein, dass nur wenige Angaben öffentlich sind. "Jeder Verbraucher soll dann die Möglichkeit haben, mehr preiszugeben, wenn er will. Aber das sollte die Entscheidung eines jeden Nutzers sein", sagte Billen. (pro)

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