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Licht und Schatten: Christentum in Afrika

Afrika bedeckt nahezu ein Viertel der Landfläche der Erde, rund 1,1 Millarden Menschen leben dort. Ein Artikel der Süddeutschen Zeitung widmet sich dem Christentum auf dem Kontinent und zeichnet ein düsteres Bild.
Von PRO
Kirche im Äthiopien. Das Land zählt zu den ältesten christlich geprägten Staaten der Erde
Kirche im Äthiopien. Das Land zählt zu den ältesten christlich geprägten Staaten der Erde

Traditionell gehört Religion in Afrika zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens. Der Norden des Erdteils ist überwiegend vom Islam geprägt, während im Süden das Christentum die vorherrschende Religion ist. Schätzungsweise 37 bis 41 Prozent der afrikanischen Bevölkerung gehören dem Christentum an. Daneben bestehen afrikanische Religionen, Ahnenkulte, Animismus und der Glaube an Magie und Zauberkräfte, die sich im Laufe der Geschichte mit Christentum und Islam wechselseitig auf dem Kontinent beeinflusst haben.
Die Süddeutsche Zeitung erklärt in der Serie „Was bewegt Afrika?“ Hintergründiges über den Erdteil. In der aktuellen Ausgabe vom Freitag widmen sich die Autoren Jonathan Fischer und Tobias Frick dem Christentum. Am Beispiel Nigerias erklären die Autoren ein Problem, dem sich viele Länder des Kontinents gegenüber gestellt sehen: Das Land ist zweigeteilt in einen muslimischen Norden und einen christlich geprägten Süden. Zu Ausschreitungen sei es schon vor dem Auftreten der radikalislamischen Terrormiliz Boko Haram gekommen, und Fanatiker beider Seiten hätten „massenweise Zivilisten massakriert, Kirchen, Moscheen, Dörfer niedergebrannt“. Auslöser der Glaubenskriege sind demnach ethnische und politische Konflikte.

Animismus durchdringt Christentum

In Afrika Christ zu sein bedeute, „der schnellst wachsenden Kirche der Welt anzugehören“. Beispielsweise sei seit 1950 die Zahl der Katholiken auf rund 180 Millionen gestiegen und habe sich damit verzehnfacht. Das rasante Wachstum hat aber auch Schattenseiten. Viele Gläubige halten demnach an alten Riten fest. Der Artikel zitiert den Politikwissenschaftler Achille Mbembe, der sagt: „Das Christentum wurde auf den Kopf gestellt, zerlegt und mit der Maske der Vorfahren bekleidet.“Afrikanische Traditionen suchen sich dem Artikel zufolge „immer wieder neue Ventile“ und durchdringen andere Religionen. Die Autoren sehen darin einen Grund, warum in den vergangenen Jahrzehnten die Pfingstkirchen einen bedeutenden Zulauf verbuchen konnten und schätzungsweise ein Viertel der Christen in Afrika diesen Kirchen angehören. Die pfingstkirchliche Ausprägung des christlichen Glaubens sei für viele Afrikaner interessant, weil „viele der dort praktizierten Trance-Rituale Ähnlichkeit mit dem spirituellen Universum des Ahnenglaubens“ zeigten.
Die Botschaft der Pfingstprediger – der Artikel führt als Beispiele den Amerikaner Jimmy Swaggart und den Deutschen Reinhard Bonnke an – sei leicht verständlich: „Für Misserfolge sind böse Geister verantwortlich, Erfolge dagegen verdanken sich der Gunst Gottes“. Dem Artikel zufolge betrieben die Pfingstprediger ein „Geschäftsmodell“, seien „Dienstleister“. Daniel Kolenda, ein amerikanischer Prediger, habe vor mehreren Tausend Zuhörern erklärt: „Empfangt neue Organe, Lebern, Bauchspeicheldrüsen, Herzen!“ Derzeit formiere sich eine neue Generation afrikanischer Prediger nach dem Vorbild ihrer amerikanischen Kollegen: „adretter Anzug, makellose Frisur, aufpeitschendes Entertainment“. Viele der Menschen böten Geld an, damit ein Weißer für sie bete. Das Schlusswort in dem Artikel hat ein ungenannter lutherischer Pfarrer aus Nairobi. Der sagt, dass die Menschen in derartiger Armut lebten, dass sie „sich an jeden Strohhalm der Hoffnung“ klammerten, was sich leicht ausnutzen ließe. (pro)

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