Das christliche Medienmagazin

Lesetipps zum Welttag des Buches

Am Donnerstag ist der Welttag des Buches. pro nimmt ihn zum Anlass, um alte und neue Bücher vorzustellen, die der Redaktion gefallen haben.
Von PRO
Dieses Jahr ist der Tag des Buches am 23. April
Dieses Jahr ist der Tag des Buches am 23. April

Gott braucht dich nicht

Magnis hat mit „Gott braucht dich nicht“ eines der grausamsten und zugleich ermutigensten christlichen Bücher der vergangenen Jahre geschrieben. Sie erzählt darin ihre eigene Lebensgeschichte. Als Kind erkrankt der Vater schwer an Krebs. Magnis, katholisch erzogen, gründet gemeinsam mit ihren Geschwistern eine Gebetsgemeinschaft auf dem elterlichen Dachboden, ringt, bittet und bettelt um die Heilung des Vaters und ist vollends von der Güte Gottes überzeugt. Sie wird bitter enttäuscht. Auch auf ihrem weiteren Lebensweg warten Grausamkeiten, die der Schöpfer, an den sie glaubt, offenbar zulässt. In wundervoll- drastisch-zorniger Sprache und aus dem Tiefsten ihres Herzens erzählt die Autorin davon, wie sie in allem Elend Gott entdeckt. Deshalb unterscheidet sich ihr Buch so sehr von anderen christlichen Romanen: Magnis will nicht zeigen, wie Gott am Ende immer alles zum Besten führt. Sie scheut sich nicht zu schreiben, dass Christen ebenso am Leben leiden wie andere. Und doch schafft sie es, ans Ende ihres Buches die Hoffnung zu setzen. Etwas Echteres und Bewegenderes hat man selten gelesen.
Anna Lutz
Esther Maria Magnis, Gott braucht dich nicht. Eine Bekehrung, Rowohlt Verlag, 240 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-499-62436-0

Das weiße Kleid des Todes

Der Debütkrimi der Amerikanerin Julia Spencer-Fleming erschien bereits 2005, mittlerweile umfasst die spannende Serie um ein Ermittlerduo, das zugleich Liebespaar ist, acht Bände. Hauptfigur ist die Ex-Soldatin Clare Fergusson, die als liberale Pastorin in eine Kleinstadt im Norden New Yorks zieht, wo sie sich in den Polizeichef Russ Van Alstyne verliebt. Clare und Russ decken in jedem der Romane einen Kriminalfall auf, während sie sich langsam näherkommen. Auch für die Nebenfiguren und deren Geschichten nimmt sich die Autorin viel Zeit, sodass von Band zu Band immer mehr Spannung aufkommt. Leider sind nur die ersten sechs Bücher auf deutsch erschienen, danach muss der Leser auf die englischsprachigen Ausgaben zurückgreifen.
Moritz Breckner
Julia Spencer-Fleming: „Das weiße Kleid des Todes“, Knaur, 480 Seiten, gebraucht etwa 5 Euro.

Der Herr der Ringe

Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite: Mit der „Herr der Ringe“-Trilogie hat J.R.R. Tolkien ein Meisterwerk geschaffen. Bis zuletzt bleibt spannend, ob der Hobbit Frodo es schafft, Mittelerde zu retten und den Ring zu vernichten, der dem dunklen Herrscher Sauron ein Ende bereitet. Besonders beeindruckt die eigens für das Werk geschaffene und bis zum Ende durchdachte Fantasiewelt inklusive der entwickelten Elbensprache. Wie kein zweiter hat es Tolkien außerdem geschafft, dass sich der Leser mittendrin im Geschehen fühlt – sei es beim lustigen Treiben im lieblichen Auenland, im traumhaften Lothlorien, bei den dramatischen Kämpfen der Hobbits und ihrer Freunde mit Orks und anderem Getier oder in der furchteinflößenden Welt Mordor des dunklen Herrschers Sauron. Schon die Namen der Figuren – sei es Frodo, Bilbo, Gandalf, Aragorn, Legolas oder Gollum – tragen dazu bei, dass diese vorm inneren Auge des Lesers zum Leben erwachen und jede ihren ganz eigenen Charakter bekommt. Nicht zu vergessen ist die Geschichte der beispielhaften Freundschaft und des Zusammenhalts zwischen den Gefährten und am Ende ganz besonders zwischen den beiden Hobbits Frodo und Sam, die oft zu Tränen rührt. Ein Buch, das man immer wieder lesen kann und jedes Mal aufs neue begeistert.
Swanhild Zacharias
J.R.R. Tolkien, Margaret Carroux, E.M. von Freymann: „Der Herr der Ringe“, Klett-Cotta, 1.239 Seiten, 49,95 Euro, ISBN 3608938281

Der Name der Rose

Einer leinengebundenen Ausgabe des Romans aus der Feder von Umberto Eco verdanke ich mein Interesse an Geschichte und Literatur. In „Der Name der Rose“ ergründet der scharfsinnige und universalgebildete Franziskanermönch William von Baskerville zusammen mit seinem Novizen Adson von Melk eine Reihe von Morden in einer mittelalterlichen Abtei in Italien. Eingebettet in den klösterlichen Tagesablauf decken die Protagonisten die Morde auf, erforschen die Geschichte der Abtei und ihrer Bibliothek, lüften ihre verborgenen und argwöhnisch behüteten Geheimnisse, sinnieren gemeinsam über Philosophie, Theologie, Geschichte und Kunst, ergründen das Wesen der Liebe und die Irrwege der Inquisition. Eco verwebt die Kriminalgeschichte mit realen Personen und Geschehnissen der Epoche, spickt die Handlung mit Geheimnissen und Rätseln, führt den Leser in eine Abtei voller Ästhetik und eine Aura christlicher Mysterien. Viele Male habe ich, seitdem ich das Buch im Alter von 14 Jahren erstmals las, wieder begeistert zur Hand genommen und somit beherzigt, was darin der Meister seinem Schüler lehrt: „Tolle et lege“ (Nimm und lies).
Norbert Schäfer
Umberto Eco: „Der Name der Rose“, dtv, 688 Seiten, 9,90 Euro, ISBN 9783423105514

Quiet: The Power of Introverts in a World that Can‘t Stop Talking

Ich hoffe immer noch, dass das Thema mal die Gender-Debatte ablöst: Das wichtigste Persönlichkeitsmerkmal eines Menschen ist nicht sein Geschlecht (oder sein Nicht-Geschlecht), sondern seine Extroversion/Introversion. Arbeitsweise, Beziehungen und Weltwahrnehmung hängen entscheidend davon ab. Susan Cain hat im Jahr 2012 zu dem Thema einen Klassiker geschrieben. Ihr Buch sprudelt vor spannenden Experimenten und Analysen. Zum Beispiel erklärt sie, wie es eigentlich dazu kam, dass Extroversion heute als das Ideal gilt. Arbeitsumfelder und Lebenswelten orientieren sich daran. Auch das Gemeindeleben?
Daniel Frick
Susan Cain, „Quiet: The Power of Introverts in a World that Can’t Stop Talking“, 352 Seiten, Crown, 16 Euro, ISBN 9780307352149

Sterben sollst du für dein Glück

Sabatina James erzählt ihre Geschichte, die mit dem Umzug ihrer muslimischen Familie von Pakistan nach Österreich beginnt. Als James sich bei einem Besuch im pakistanischen Lahore weigert, sich mit ihren Cousin zu verloben, wird sie in Pakistan zurückgelassen und auf eine Koranschule geschickt. Um zurück nach Österreich zu können, stimmte sie einer Verlobung zu. Wieder in Österreich bekehrt sich James durch einen Freund zum Christentum. Als ihre Familie das herausfindet, wird sie aus der Wohnung geworfen und erhält eine Frist, in der sie zum Islam zurückkehren soll. Wer den Islam verlässt, hat den Tod verdient, so glauben die Eltern. James bleibt Christin und flieht aus Linz. Ihr Buch schildert das Leben einer Frau, die nicht aufgibt – und gibt einen Einblick in die dunkelsten Ecken der islamischen Welt.
Lydia Ullrich
Sabatina James: „Sterben sollst du für dein Glück“, Knaur, 240 Seiten, 9,99 Euro, ISBN: 9783426777541

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