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Lehrerin verweigert muslimische Kleiderordnung

In der englischen Stadt Derby hat eine christliche Lehrerin den Schuldienst an einer staatlich finanzierten muslimischen Schule quittiert. Sie wollte sich der dort herrschenden Kleiderordnung nicht länger unterwerfen.
Von PRO

Foto: Khalid Mahmood, Wikipedia, gemeinfrei

Die 50-jährige Lehrerin hat die muslimische Al-Madinah Schule verlassen, nachdem ein Vorgesetzter sie wegen ihrer Kleidung bedrängte, berichtet die englische Tageszeitung Telegraph am Dienstag. In einer Kleiderordnung werde von den Lehrerinnen verlangt, dass sie ihren ganzen Körper bedeckten, mit Ausnahme der Hände, des Gesichts und der Füße. Außerdem untersage ein „Dress-Code“ das Tragen von Symbolen „anderen Glaubens“, teilt die Lehrerin mit, die anonym bleiben wollte.

Dem Bericht zufolge sei die Lehrerin wegen ihrer Weigerung, Kopftuch und knöchellanges Kleid zu tragen, zur Gartenarbeit eingesetzt worden. Nach vier Monaten habe sie schließlich von sich aus die Anstellung gekündigt, weil sie die Kleiderordnung nicht unterschreiben wollte.

Gerücht über andere Unregelmäßigkeiten

Der Fall ist der jüngste in einer Reihe von Vorfällen, die im Zusammenhang mit der staatlich finanzierten Al-Madinah-Schule bekannt wurden. An der islamischen Schule werden derzeit rund 200 Schüler im Alter zwischen vier und 16 Jahren unterrichtet.

Bereits in der vergangenen Woche war die Lehranstalt in die Schlagzeilen geraten, als erstmals Informationen über die muslimische Kleiderordnung an die Öffentlichkeit gelangten. Außerdem war bekannt geworden, dass in den Klassenzimmern die Mädchen nur in den hinteren Reihen sitzen dürfen. Die Schule, die erst im September des vergangenen Jahres eröffnet worden war, ist unterdessen auch wegen anderer Vorwürfe zum Gegenstand von Untersuchungen geworden. Als Grund dafür nennt die Zeitung mögliche Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit staatlichen Finanzmitteln.

Übergangsdirektor dementiert Vorwürfe

Am Montag hatte sich der Übergangsdirektor der Schule, Stuart Wilson, in einem Brief an die Eltern gewandt und dementiert, dass an dem Institut Jungen und Mädchen unterschiedlich behandelt würden. Wilson sprach in diesem Zusammenhang von einer „Andeutung, dass weibliche Mitarbeiter unzufrieden gewesen seien mit dem Tragen von Kopftüchern oder des Hidschab (einer islamisch begründeten Körperbedeckung für Frauen, Anm. d. Red.), solange sie auf dem Anwesen der Schule waren.“

Die Lehrerin, die über 20 Jahre Erfahrung im Schuldienst verfügt, erklärte, beim Eintritt in die Schule im vergangenen Jahr dem Tragen des Hidschab während des Unterrichts zugestimmt zu haben. Als sie jedoch außerhalb des Unterrichtes den Hidschab abgelegt habe, sei sie von männlichen Kollegen gemaßregelt worden. Darüber hinaus sei sie dann wegen ihrer Kleidung, einer ihrer Auffassung nach durchaus üblichen Geschäftskleidung, von Kollegen schikaniert worden. Vonseiten der Schule sei sie später schriftlich aufgefordert worden, „angemessene Kleidung" zu tragen, wobei knöchellange Kleider oder Röcke „genehm“ seien.

Die Lehrerin hatte bereits im vergangenen Dezember die Schule verlassen. Heute sagt sie, dass sie den Dienst nicht angetreten hätte, wenn sie damals bereits gewusst hätte, dass das Tragen von Kopftüchern auch für Nicht-Muslime verpflichtend sei. Sie sei enttäuscht, dass die Schule keine multi-religiöse Schule sei, an der sie gerne gearbeitet hätte.

Die Schulbehörde hat nun verlauten lassen, dass sie alles Erdenkliche unternehmen werde, um religiöser Intoleranz und Gesetzeswidrigkeiten an öffentlichen Schulen vorzubeugen. (pro)

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