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Lebensbericht: Schönheit statt Asche und Freudenöl statt Trauer

In ihrem Buch „Schönheit aus Asche“ erzählt die Autorin Eleanor Isaacson von ihrem Leben als verstoßenes Kind, das die väterliche Liebe in Gott suchte und fand. Eine Rezension.
Von PRO
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Foto: Matt Palmer

Wie kann aus Leid etwas neues entstehen?

Eleanor, neun Jahre alt, ist auf dem Weg, um Schutz in einem Bunker zu suchen, als sie spürt, wie eine Stimme zu ihr sagt: „Geh da nicht rein.“ Wenig später wird dieser Bunker von den Bomben getroffen und nicht eine anwesende Person überlebt die Explosion. Wer hat da zu ihr gesprochen und dadurch ihr Leben gerettet? Eine Frage, die Eleanor nicht aus dem Kopf geht. Später findet sie die Antwort: Dieser Jemand liebt sie und ist immer bei ihr.

Gerade mal zwei Jahre alt ist die in den USA geborene Eleanor Isaacson, als ihre nachlässige Mutter sie nach Deutschland bringt und bei ihrer Tante zurücklässt. Diese kümmert sich zwar um Eleanors leibliches Wohlsein, ist aber weit davon entfernt, eine emotionale Bindung mit ihr aufzubauen. 

Während andere Mädchen fröhlich spielen und mit ihrem kindlichen Denken wenig vom Ernst des Lebens wissen, muss Eleanor sich fragen, warum sie nicht geliebt wird und was ihr Schicksal zu bedeuten hat.

Als dann noch der Zweite Weltkrieg ausbricht und Plauen, wo sie lebt, bombardiert wird, endet ihre Kindheit viel zu früh. 

Wenn Gottes Reden rettet

Eleanor ist niemals in einer Kirche gewesen und hat auch sonst nie etwas von Gott gehört, jedoch spürt sie zwischen Explosionen und Trümmern zum ersten Mal, wie Gott zu ihr spricht – ohne überhaupt zu wissen, wer er ist. Wie sie Gottes Anwesenheit spürt, wird in dem Buch sehr detailliert von Isaacson beschrieben.

Gottes Reden zu ihr rettet ihr so einige Male das Leben. In Situationen, in denen sie dem Tod kaum näher sein könnte, spürt sie seine unsichtbare Gegenwart. Während Kriegsleiden und Hunger zu ihrem Alltag werden, macht sich Eleanor auf die Suche nach dem, dessen Präsenz ihr irgendwie Halt gibt – zunächst vergeblich.

Jahre später lebt Eleanor wieder bei ihrer Mutter in Amerika. Als sie ihre Suche nach Gott aufgegeben hat, nimmt ihr Leben eine Wendung: Gott findet sie. Zwar erfährt sie immer noch keine Liebe von anderen Menschen, aber sie verspürt in Gott die väterliche Liebe, die sie sich immer erträumt hat. 

Von da an übergibt sie Gott das Steuer, auch wenn – oder besser gesagt gerade, weil – ihr Leben weiterhin alles andere als leicht für sie ist. Krankheit, Trauer, Prüfungen und Verrat begleiten sie, doch sie begreift schnell, dass Gott einen Plan für sie hat.

„Gott ist ein Gentleman. Wenn wir möchten, dass Jesus unser Chaos in Musik verwandelt, müssen wir bereit sein, den Dirigentenstab loszulassen und ihm zu übergeben.“

Autorin Eleanor Isaacson berichtet von einem Leben, das voller Leid, Schrecken und Missachtung ist. Wie sie damit umgeht, ist beeindruckend. In jeder Situation vertraut sie sich Gott an und erfährt, wie sie von ihm durchgetragen wird und die Freude am Leben stets bewahrt. Sie entscheidet sich dafür, ihr Leben Gott zu überlassen und kann dadurch vieles in ihrem Leben erreichen: eine gesegnete Ehe, ein Haus, in dem Tag für Tag Gebetstreffen stattfinden, Erfolg beim Tanzen und vieles mehr.

„Zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie genannt werden ‚Bäume der Gerechtigkeit‘, ‚Pflanzung des HERRN‘, ihm zum Preise.“

Jesaja 61,3

„Schönheit aus Asche“ ist eine Autobiographie, die einen nicht um Tränen und Gänsehaut herumkommen lässt. Durch die verschiedenen Situationen, die sehr ausführlich beschrieben werden, bekommt man einen tiefen Einblick in die Zeit des Zweiten Weltkrieges sowie die Hungerszeit danach.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Vers aus der Bibel, der passend zu ihrer Lebenssituation Trost und Hoffnung gibt. Darunter findet sich der Vers aus Jesaja 61,3, der dem Buch den Namen gab. „Schmuck statt Asche“ stellt den Kontrast zwischen einem einsamen Leben und einem gesegneten Leben mit Gott dar.

Eleanor hat in ihrem Leben viel erreicht und gewirkt, weshalb es plausibel ist, dass ihre Erzählung zum Teil überheblich wirkt. Sie hat viel missioniert und ihren Glauben mit anderen Menschen geteilt. Schwer zu ertragen ist allerdings, dass die Autorin es als ihr – und nicht Gottes – Verdienst ansieht, dass ihr jüdischer Ehemann Bob, ihre Mutter, Schwiegermutter, sowie einige andere ihrer Mitmenschen zum Glauben gefunden haben.

Foto: Brunnen
Eleanor Isaacson: Schönheit aus Asche, Brunnen, 224 Seiten, 20 Euro, ISBN: 978-3-7655-3702-8

Trotzdem ist Eleanor Isaacsons Lebensgeschichte, die den Leser durch die spannenden Erzählungen fesselt, inspirierend und enthusiastisch.  Wer Isaacsons Biografie mitfühlend liest, wer sich mit hineinnehmen lässt in die Bombennächte des Zweiten Weltkriegs, in die vielen Entbehrungen, aber auch Lichtblicke ihres Lebens, dem erscheinen die eigenen Probleme plötzlich gar nicht mehr so groß.

Eleanors Geschichte erschüttert, ermutigt aber auch. Der Leser kann ihre Geschichte auch zum Anlass nehmen, das eigene Leben zu hinterfragen: Wie gehe ich damit um, wenn vor lauter Leid kein Licht mehr in Sicht ist? Und kann ich trotzdem Gott vertrauen?

Von: Milena Hasilbach

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