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LBS-Kinderbarometer: Deutschland, wie geht’s deinen Kindern?

Kinder in Deutschland treiben laut einer repräsentativen Studie deutlich lieber Sport, als am Computer zu spielen. Zu diesem Ergebnis kommt das LBS-Kinderbarometer, eine Untersuchung der Landesbausparkassen. 33 Prozent der Befragten gaben demnach an, Sport bereite ihnen den größten Spaß, Aktivitäten mit Freunden landeten knapp auf dem zweiten Platz, das Spielen am Computer zählten dagegen nur sechs Prozent zu ihren Vorlieben.
Von PRO

Foto: mikebaird (flickr)

Die zentrale Variable der Studie, die am Wochenende vorgestellt wurde, ist das Wohlbefinden der Kinder. Interessant ist auch, dass Kinder die Schule in ähnlicher Weise als Spaßquelle empfinden wie das Computerspielen. Laut Studie scheinen die Eltern ein gutes Gespür für die Wünsche der Kinder zu haben: Bei mehr als der Hälfte der befragten Kinder, erfüllen Eltern die Wünsche nach gemeinsamer Zeit für bestimmte Dinge, wie reden, fernsehen oder spielen genau richtig.



Das allgemeine Wohlbefinden der Kinder in Deutschland hat einen Mittelwert von 5,5 und liegt auf einer siebenstufigen Skala zwischen "gut" (6) und "eher gut" (5). Sieben Prozent der Befragten haben ein negatives Wohlbefinden. In der Schule liegt der Mittelwert des Wohlbefindens lediglich bei 5,1, während die Familie (5,9) deutlicher im positiven Bereich angesiedelt ist. Der Freundeskreis schneidet bei einem Mittelwert von 6,4 am besten bei allen vier erfassten Lebensbereichen ab.



Papa soll weniger Zeit in die Arbeit investieren



Auf die offene Frage, was ihnen am meisten Spaß bereitet, antworteten die Kinder am häufigsten: Reiten, Fußball spielen, Schwimmen, Treffen oder Chillen mit Freunden. Für jedes zehnte Kind sind "Aktivitäten mit der Familie" eine wichtige Quelle für das Erleben von Spaß. Dazu gehört auch der Wunsch, Zeit mit den Eltern, Geschwistern oder anderen Familienangehörigen zu verbringen.



Von ihrem Vater wünschen sich die Kinder am stärksten, dass er weniger Zeit in die Arbeit investiert. Das gemeinsame Essen wird von den Kindern nach dem gemeinsamen Spielen am zweitstärksten als Zeitinvestition des Vaters gewünscht. Jedes Vierte hat das Bedürfnis, dass der Vater mehr Zeit investiert, um mit ihm über seine eigenen Erlebnisse zu sprechen.

Etwas weniger als ein Drittel der Kinder würde es gerne sehen, wenn die Mutter mehr Zeit in den gemeinsamen Sport investiert. Am zweitstärksten ist der Wunsch der Kinder, mehr Zeit für das gemeinsame Spielen mit der Mutter zu haben. 28 Prozent würden gerne mehr Zeit damit verbringen, sich mit der Mutter über eigene Erlebnisse auszutauschen. Die Wünsche der Kinder für die zur Verfügung stehende Zeit der Eltern weichen kaum voneinander ab.

Ein weiterer Fokus des LBS-Kinderbarometers lag auf der Mediennutzung und -ausstattung der Kinder. Zwei Fünftel haben einen eigenen Computer. Dieser Anteil ist seit der letzten Befragung 2009 um vier Prozent angestiegen. Die meisten der befragten Kinder gehen "manchmal" bis "oft" ins Internet, nur sechs Prozent benutzen es "nie", während jeder Fünfte "sehr oft" surft.



Das Internet kann auch stolz machen



Ein Drittel der Befragten gibt an, über das Internet neue Freundinnen oder Freunde zu finden. Dies gelingt ihnen mit zunehmendem Alter immer besser. Jedes zehnte Kind tröstet sich mit Surfen im Internet und fast die Hälfte erlebt im Internet zumindest manchmal etwas, was es stolz macht. Interessant ist auch der Befund, dass drei Viertel der Kinder glauben, dass sie nur ab und zu etwas Wichtiges im Internet finden.



Untersucht wurde auch das Phänomen Cybermobbing. Drei von Hundert Kindern gaben an, häufig Opfer von Cybermobbing mit dem Handy zu werden, zwei sind Cybermobbing-Opfer durch das Internet. Sechs Prozent antworteten, dass sie ab und zu beleidigende Texte oder Bilder mit Internet und/oder Handy versenden. Bei den Befragten des LBS-Kinderbarometers sind die Kinder, die häufiger Opfer von Cybermobbing werden, auch häufiger Täter. Jeder Zehnte gab zu, dass er es häufig erlebte habe, dass Prügeleien mit dem Handy gefilmt würden.


Jeder Zehnte hat kein eigenes Kinderzimmer


Befragt nach Wohnsituation und Wohnumfeld, antwortete jedes zehnte Kind, dass es kein Kinderzimmer für sich alleine hat. Etwas mehr Kindern fehlt in der eigenen Wohnung ein Platz, wo es auch einmal in Ruhe gelassen werden kann. Dies ist deswegen so wichtig, weil ausreichender Platz und ein eigenes Kinderzimmer im kausalen Zusammenhang mit dem Wohlbefinden der Kinder stehen. Zuallerletzt würde ein Drittel der Kinder gerne häufiger in der Natur sein und dort etwas erleben.

Für das LBS-Kinderbarometer hatte das Prosoz Institut für Sozialforschung mehr als 10.000 Kinder zwischen neun bis 14 Jahren zu ihrem Wohlbefinden befragt. Die Studie wurde zum dritten Mal für ganz Deutschland erhoben und will damit den Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention "Berücksichtigung des Kinderwillens" aufgreifen. Schirmherrin der Aktion ist Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). (pro)

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