Der neue Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, zog ein positives Fazit 124. Allianzkonferenz

Der neue Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, zog ein positives Fazit 124. Allianzkonferenz

„Konferenz war Vorgeschmack auf Reichtum des Glaubens“

Am Sonntag ist im thüringischen Bad Blankenburg die 124. Allianzkonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz zu Ende gegangen. Mit ihrem Ende verabschiedet sich Hartmut Steeb von seinem Amt als Generalsekretär. Die neue Leiterin des Evangelischen Allianzhauses, Gabriele Fischer, und Steebs Nachfolger im Amt, Reinhardt Schink, wurden den Teilnehmern vorgestellt.

„Die 124. Bad Blankenburger Allianzkonferenz war ein kleiner Vorgeschmack auf den Reichtum, die Vielfalt und die Schönheit des Glaubens, wie ihn Jesus seiner Gemeinde verheißen hat“, erklärte der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Reinhardt Schink, im Rückblick auf die diesjährige Konferenz: „Vieles ereignet sich noch im Verborgenen, aber es gibt Gnadenmomente, in denen wir etwas davon erahnen dürfen. Die Allianzkonferenz war eine dieser Sternstunden.“

An fünf Tagen haben sich bei der Glaubens- und Bibelkonferenz etwa 1.900 Christen unter dem Motto „Hoch und heilig“ mit aktuellen Themen aus Politik und Gesellschaft beschäftigt. In diesem Jahr stand bei Gottesdiensten, Seminaren und Workshops der Hebräerbriefe im Fokus. Zu den Themen gehörten unter anderem die Debatte über den sogenannten assistierten Suizid, der Nahost-Konflikt und die Verantwortung für Demokratie und Gesellschaft aus christlicher Perspektive.

„Christen sind in die Jesus-Nachfolge berufen“, sagte Schink am Sonntag in seiner Bibelarbeit. Christen liefen deshalb keiner Ideologie hinterher, sondern „dem lebendigen, auferstandenen Herrn“, selbst wenn der Weg zum Kreuz führe. „Der Platz unter dem Kreuz ist das kraftvollste Bekenntnis der Souveränität Gottes, dass er zum Ziel kommt: Mit meinem persönlichen Leben, mit seiner Gemeinde und auch mit der Deutschen Evangelischen Allianz“, sagte Schink.

Führungswechsel vollends vollzogen

Mit dem Ende der Konferenz verabschiedete sich Hartmut Steeb, der ehemalige Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, von den Konferenzteilnehmern, dem Ort und seinem Amt. Sein Nachfolger Schink und die neue Leiterin des Evangelischen Allianzhauses, Gabriele Fischer, haben sich den Konferenzteilnehmern in Bad Blankenburg vorgestellt und sind bei der traditionsreichen Konferenz und ihren Ämtern angekommen.

Sagt nach 31 Jahren bei der Deutschen Evangelischen Allianz ‚Adieu‘: Hartmut Steeb

Sagt nach 31 Jahren bei der Deutschen Evangelischen Allianz ‚Adieu‘: Hartmut Steeb

Steeb war mehr als 30 Jahre Generalsekretär, zunächst in Westdeutschland. Er war maßgeblich an der Wiedervereinigung von ost- und westdeutscher Evangelischer Allianz beteiligt. „Wir blicken zurück auf 100 Jahre Weimarer Verfassung mit dem Grundrecht auf Religionsfreiheit, auf 70 Jahre Grundgesetz, das auf christlichen Werten basiert, und 30 Jahre friedliche Revolution. Das sind Vermächtnisse, die auch für die Zukunft festgehalten werden müssen“, sagte Steeb.

Ein Tenor der Konferenz, seiner Seminare und Workshops war: Christen sollen an öffentlichen Debatten teilhaben und sich auf der Grundlage ihres christlichen Glaubens und der christlichen Ethik an gesellschaftlichen Veränderungen beteiligen. „Glaube und gesellschaftliches Engagement gehören inhaltlich zusammen“, erklärte der neue Generalsekretär Schink.

Konferenz feiern den Stabwechsel

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Ekkehart Vetter, würdigte den „beispielhaften“ Dienst Steebs, der über viele Jahre auch Geschäftsführer des Allianzhauses war und die Allianzkonferenz leitete. „Wir danken Gott von Herzen für Hartmut Steebs vielfältigen Dienst“, sagte Vetter. „Der gebürtige und überzeugte Schwabe Steeb hat in seinem Herzen einen großen Platz für den Osten Deutschlands und insbesondere für Bad Blankenburg freigeräumt.“

Gabriele Fischer hat seit dem 1. März die Leitung des Allianzhauses in Bad Blankenburg inne

Gabriele Fischer hat seit dem 1. März die Leitung des Allianzhauses in Bad Blankenburg inne

Mit dem Wirtschaftswissenschaftler Schink habe die Deutsche Evangelische Allianz einen ausgesprochen kompetenten neuen Generalsekretär gefunden. An ihn richtete Vetter den Wunsch, „dass du mit deinem Gabenprofil und dem, was dir von Gott auf dein Herz gelegt ist, ein Segen für viele der Evangelischen Allianz verbundenen Menschen und darüber hinaus sein kannst.“

An die neue Leiterin des Evangelischen Allianzhauses in Bad Blankenburg, Gabriele Fischer, richtete Vetter den Wunsch: „Von diesem Haus sind über weit mehr als ein Jahrhundert geistliche Impulse in das ganze Land gegangen. Ich wünsche dir, dass dein Dienst maßgeblich dazu beiträgt, dass dieses Haus im Herzen und der Mitte der Republik und die von hier ausgehenden Inhalte weiterhin Inspiration für viele Menschen sind.“

Empfangshaltung für die Gnade Gottes einnehmen

Fischer betonte in ihrer Ansprache, eine Empfangshaltung für die Gnade Gottes einzunehmen: „Öffnen wir doch neu die Hände für Gott, Jesus Christus selbst, und lassen uns von ihm beschenken. Wo das geschieht, da wird auch mein Herz fest. Da bin ich nicht mehr unzufrieden und unglücklich. Da kann ich mein Leben auch bejahen und es annehmen, wie es mir gegeben wird.“

Am Sonntagvormittag fanden Gottesdienste an unterschiedlichen Orten in Bad Blankenburg statt. In der Konferenzhalle legte der Tübinger Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein Hebräer 12 aus. In den Versen veranschauliche das biblische Buch durch zwei Bilder, was christlicher Glaube bedeutet. „Glauben bedeutet nicht, die Füße hochzulegen, sondern ist eine sportliche Herausforderung.“

Hans-Joachim Eckstein hat im Gottesdienst am Vormittag dafür geworben, die sporltiche Herausforderung Glauben anzunehmen

Hans-Joachim Eckstein hat im Gottesdienst am Vormittag dafür geworben, die sporltiche Herausforderung Glauben anzunehmen

Der Text fordere heraus, zu fragen, was einen belastet: „Wir schleppen zu viele Lasten mit uns herum, tragen anderen Dinge nach und klammern uns an Konflikte. Wer von etwas ergriffen ist, kann auch loslassen.“ Beim Sport gehe es darum, Belastungen auszuhalten und bei Herausforderungen standhaft zu bleiben. „Das müssen wir trainieren. Wir sind nicht geschaffen, passiv zu sein, sondern sollen uns Ziele stecken.“

Trainer Jesus bleibt nicht im Himmel

Für Christen bedeute es, dieses Ziel mit Christus zu erreichen: „Wir sollen dabei von allem wegsehen, was uns ablenkt. Die Probleme werden vielleicht nicht weniger, aber Gott ist größer.“ Zudem sollten Christen zu Jesus aufsehen. Außerdem gehe es darum, hinzusehen: „Glaube bedeutet, sich auf das Kreuz Jesu Christi zu fokussieren. Der Trainer Jesus bleibt nicht im Himmel. Er ist selbst gelaufen, vor, mit uns und in uns. Er versteht mich, weil er selbst gelitten hat. Um das Ziel zu erreichen, dürfen wir auf seiner Ziellinie starten – bei seiner Auferstehung.“

„Nicht alles, was ich als Kind getan habe, fand die Zustimmung meiner Eltern. Wir sind als Kinder auch daran gewachsen, dass wir Grenzen haben.“ Gott sei kein gewalttätiger Gott. Er tue das, was den Gläubigen zum Besten diene. Dies verstehe man oft erst in der Rückschau: „Gott erzieht uns, auch in den Zeiten, wo er nicht so antwortet, wie wir uns das wünschen.“ Eckstein wünschte seinen Zuhörern Gottvertrauen: „Als Jugendlicher in der Jugendgruppe habe ich denen vertraut, die vorangingen und das Ziel im Blick gehabt und erreicht haben.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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