Jung und Alt kommen zusammen: Das Freakstock startete am Donnerstag und läuft noch bis Sonntag

Jung und Alt kommen zusammen: Das Freakstock startete am Donnerstag und läuft noch bis Sonntag

Freakstock: Feiern auf dem „Jesus-Festival“

Campen, tanzen, gemeinsam Bands live hören und Jesus preisen: Das Freakstock lockt jährlich zahlreiche Musik- und Kunstfreunde. Das Festival der „Jesus Freaks“ ist am Donnerstag im Sauerland mit besonderem Flair gestartet.

Es ist eine kleine Stadt – mit „Wald- und Wiesenkathedrale“, einem Spätkauf, Bühnen für Bands, Sanitätern und einer Skateboardrampe –, die gefühlt mitten im Nirgendwo im Sauerland für ein paar Tage entsteht: Das Freakstock gilt als Deutschlands größtes alternatives christliches Kunst- und Musikfestival und hat am Donnerstag begonnen. Liebevoll wird es von Besuchern auch „Jesus-Festival“ genannt. Und hier kommen die unterschiedlichsten Menschen und Gesellschaftsschichten zusammen: Punks, Geschäftsleute, Familien, Anhänger der „Schwarzen Szene“, Hippies, Senioren und so fort. Das Publikum ist so vielschichtig wie auch die Mitglieder der „Jesus Freaks“. Die freikirchliche Glaubensgemeinschaft organisiert seit fast 25 Jahren das Festival. Ein Motto gibt es dieses Jahr nicht, erklärt Pressesprecherin Julia Kolbe im Gespräch mit pro: „Das Motto heißt immer Jesus.“

Feierstimmung im „Secret Garden“

Feierstimmung im „Secret Garden“

Das Freakstock möchte ein „Mitmach-, Auftank- und Familienfestival“ sein. Das Angebot ist breit gefächert und bietet Workshops zu Glaubensthemen sowie Programmpunkte für Musik-, Kunst-, Handwerks- und Sportinteressierte. Das Besondere: Nicht nur für Erwachsene ist Platz auf dem Event. Auch der „Freaks-Nachwuchs“ ist willkommen und soll laut Veranstalter eine „unvergessliche Zeit haben“. In einem eigenen Kinder- und Familienbereich gibt es ein großes Angebot für alle Altersklassen. So treffen sich die Kinder und Teenager von der 1. bis zur 7. Klasse beispielsweise im „Wildclub“. Und die Mitarbeiter der „Kinderwelt“ betreuen die Drei- bis Sechsjährigen.

Eltern können sich für ihre Kinder Gehörschutz ausleihen

Eltern können sich für ihre Kinder Gehörschutz ausleihen

Das Festival ist wie auch im vergangenen Jahr zu Besuch auf Gut Haarbecke im nordrhein-westfälischen Kierspe. Auf drei Bühnen treten nachmittags und abends deutsche und internationale Künstler aus den USA, Niederlanden und Großbritannien auf: Das musikalische Spektrum ist weit gefasst – von leisen Tönen der Singer-Songwriter über Indie, Funk und Electro bis hin zu Soul-Rock, Metal und Hardcore.

Poesie im „Kuhstall“

Die US-Band „Slow Coming Day“ eröffnete am Donnerstag musikalisch das Freakstock und bot ihrem Publikum Indie-Rock, das Kölner Trio Daniel Sänger interpretierte seine atmosphärischen Songs mit Gitarre und energischem Cajón-Sound.

„Slow Coming Day“ auf der „Herzstück“-Bühne

„Slow Coming Day“ auf der „Herzstück“-Bühne

Der Amerikaner Chris Bernstorf verzauberte am Abend sein Publikum mit Poesie und Wortakrobatik. Anstatt seine Reime von der Bühne darzubieten, mischte er sich unters Publikum und interpretierte in der Menge seine Kunst.

Wortliebhaber Chris Bernstorf in Aktion

Wortliebhaber Chris Bernstorf in Aktion

Die Liebe zum Detail ist dem Festival anzumerken. Zahlreiche Wegweiser sind ideenreich gestaltet. Die Bühnen tragen verspielte und witzige Namen wie „Kuhstall“, „Secret Garden“ und „Herzstück“, die Haupt-OpenAir-Bühne. Das „Artland“ ist auf dem Freakstock die Heimat der Kreativen. Hier zeigen Künstler ihre neuen Werke. Zudem gibt es Lesungen, Performances, Musik und Mitmachaktionen.

„Das Besondere am Freakstock ist, dass man sich immer willkommen und zu Hause fühlen kann“, erklärt Festival-Pressesprecherin Kolbe. Tatsächlich herrschen besondere Offenheit, Herzlichkeit und Vielfalt. Im Kreativbereich „Artland“ treffen sich am Donnerstagnachmittag Bastelfreunde und erstellen ein buntes Journal, was sie als Festivaltagebuch nutzen können. Ein paar Meter weiter in einem Pavillon hält der evangelische Prediger Andreas Hornung ein Seminar zum Thema „Vom Ursprung des Bösen und seine Überwindung“. Er spricht darüber, dass der Teufel Wahrheit mit Lüge mischt – das habe er im Paradies bei Adam und Eva getan, „und er tut es noch heute“. Dem könne man jedoch etwas entgegenhalten: „Die Liebe ist die stärkste Waffe gegen den Trend unserer egoistischen Zeit.“ Wieder ein paar Schritte entfernt kommen auf dem Zeltplatz „Christen aus der Schwarzen Szene“ zusammen. Sie sprechen Besucher auf dem Festival an und laden zum abendlichen Treffen ein. Hier gibt es Austausch und Gebet. „In der Gemeinde ist man oft der Einzige aus der Schwarzen Szene“, sagt eine der Organisatorinnen.

Einige Besucher gestalteten sich ein handgemachtes Festivaltagebuch

Einige Besucher gestalteten sich ein handgemachtes Festivaltagebuch

Was hat sich über die Jahre bei der Veranstaltung verändert? Die Besucherzahlen zum Beispiel, erzählt Kolbe. In Hochzeiten Mitte der 2000er Jahre waren teils 7.000, 8.000 Menschen auf dem Festival. Mittlerweile habe sich die Zahl bei rund 2.000 bis 2.500 Teilnehmern eingepegelt. Auch dieses Jahr erwarten die Veranstalter bis zu 2.500 Personen.

„Die Jesus Freaks sind älter – und Eltern – geworden“

Kolbe benennt gegenüber pro eine weitere, für sie besonders deutliche Entwicklung: „Die ‚Jesus Freaks‘ sind älter – und Eltern – geworden.“ Deswegen gebe es auch unterschiedliche Angebote für Kinder und ihre Eltern wie Bastelaktionen, Hüpfburgen, Familienlobpreis. Im Familienzelt gibt es heißes Wasser für Babynahrung, Schatten, einen Sandkasten und ein Planschbecken. „Die ‚Jesus Freaks‘ sind eine Bewegung, und so verändert sich auch das Festival“, sagt sie.

Vater mit Kleinkind: Auf dem Festival ist der „Freaks-Nachwuchs“ willkommen

Vater mit Kleinkind: Auf dem Festival ist der „Freaks-Nachwuchs“ willkommen

Seit 1995 findet das Festival jährlich statt, 2017 ist es ausgefallen, und war in den Jahren sowohl in den alten Bundesländern (zum Beispiel in Borgentreich) als auch den neuen Bundesländern (zum Beispiel in Gotha) zu Gast.

Besuchen Sie am Wochenende pro-medienmagazin.de für weitere Eindrücke vom Freakstock.

Von: Martina Blatt

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