Der Theologe Stephen Beck sprach beim Kongress „Upgrade“ über Möglichkeiten der Gemeindegründung

Der Theologe Stephen Beck sprach beim Kongress „Upgrade“ über Möglichkeiten der Gemeindegründung

„Gottesdienst darf kein Kulturschock sein“

Gemeindeleben und Gottesdienste müssten so gestaltet sein, dass sich die Menschen, die man zum Glauben einladen wolle, nicht abgeschreckt fühlten. Beim Gnadauer Zukunftskongress „Upgrade“ empfahlen die Referenten deshalb zum Beispiel Gottesdienste in Cafés und Kneipen. Außerdem sollte es dabei um die Lebenswelt der Gäste gehen.

Deutschland brauche neue Gemeinden, um die Menschen zu erreichen, die sich bisher in keiner der klassischen Gemeindeformen beheimatet fühlten. Das betonte Stephen Beck, Dozent für Praktische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule in Gießen (FTH), auf dem Kongress „Upgrade“ des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Beck liegen besonders die evangelikalen Gemeinden am Herzen. Er berichtete von der internationalen Gemeindegründungsbewegung NC2P (National Church Planting Process), bei der mittlerweile auch in Deutschland viele Gemeinden aus verschiedenen Denominationen zusammenarbeiteten. Ziel sei es, in den kommenden fünf Jahren 15.000 neue Gemeindegründer für die Bewegung zu gewinnen und in den kommenden sechs Jahren viele neue Gemeinden in Deutschland entstehen zu lassen.

Dabei gehe es darum, den Blick nach außen zu richten auf die Menschen, die erreicht werden sollten. „Wie werden wir unseren Gottesdienst gestalten, damit der Nichtchrist keinen Kulturschock erlebt, sondern sich angesprochen fühlen kann?“ Beck legte einen besonderen Fokus darauf, Menschen aus anderen Kulturkreisen zu erreichen. „Seit der Flüchtlingswelle haben wir gemerkt, dass Gottes Auftrag an uns ist: Der einheimische Christ hat die Verantwortung, sein Herz und seine Gemeinden den Migranten zu öffnen“, sagte Beck. „Wie werden wir in dem Fall unseren Nächsten lieben und ihm dienen, damit er auch ohne Deutschkenntnisse das Evangelium hören kann?“

Café-Churches in England

Beck betonte: „Es sind nicht wir, die Mission machen. Mission ist nicht unsere Agenda, es ist Gottes Agenda.“ Er sei es, der Menschen aus allen Kulturkreisen mit dem Evangelium erreichen wolle. „Und dazu will er uns und unsere Gemeinden gebrauchen.“

Oliver Ahlfeld und Katharina Haubold berichteten von Fresh X-Projekten

Oliver Ahlfeld und Katharina Haubold berichteten von Fresh X-Projekten

Katharina Haubold, Projektreferentin für Fresh X an der CVJM Hochschule, berichtete von neuen Formen des Gottesdienstes und neuen Wegen, Menschen mit dem Wort Gottes zu erreichen. Der klassische Gottesdienst sei für viele ein „Kulturschock“. Es lohne sich deshalb zum Beispiel, Gottesdienste an anderen Orten durchzuführen wie Kneipen oder Cafés. In England seien so die Café-Churches entstanden, denn die Leute gingen sonntags lieber in ein Café anstatt in eine Kirche. „Die EFG Bremen bietet den Gottesdienst jeden Sonntag irgendwo anders an, meistens in einem Tangostudio“, sagte Haubold. Es sei viel leichter, sich auf Gäste einzulassen, wenn man selbst Gast sei.

Oliver Ahlfeld, Referent des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes für Neubelebung und Neugründung von Gemeinden in Deutschland, sagte, den Missionsbefehl von Jesus Christus ernstzunehmen, bedeute, dass der Auftrag „mein ganzes Leben durchdringt“. Das heiße, die Menschen, die man für die Gemeinde und den Glauben gewinnen wolle, wirklich kennenzulernen und Beziehungen zu ihnen zu pflegen. „Unsere missionarischen Extra-Veranstaltungen sind oft richtig gut. Aber wie viele Menschen, die kommen, kennt man wirklich?“, fragte Ahlfeld. Oft hinderten „Christenklüngel und Bequemlichkeit“ daran, „echte Beziehungen zu echten Menschen“ aufzubauen. „Beziehung ist Zuhören, mitlachen und mitweinen.“ Diese Beziehung mit Nichtchristen sei Mission, wenn der Missionsauftrag das eigene Leben voll und ganz durchdringe.

Von: Swanhild Zacharias

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