Open Doors Geschäftsführer Markus Rode: „Wir dürfen an die Kraft des anhaltenden Gebets glauben.“

Open Doors Geschäftsführer Markus Rode: „Wir dürfen an die Kraft des anhaltenden Gebets glauben.“

Hoffnungszentrum für verfolgte Christen eingeweiht

Die Menschenrechtsorganisation Open Doors hat ihre neuen Räumlichkeiten eingeweiht. Die neue Zentrale der Organisation im hessischen Kelkheim bezeichnete Geschäftsführer Markus Rode als „Hoffnungszentrum für verfolgte Christen“.

Seit 1955 steht die Menschenrechtsorganisation Open Doors mit Hingabe im Dienst an den verfolgten Christen. Die Organisation, die in 60 Ländern aktiv ist, hat am Mittwoch ihr neues „Hoffnungszentrum für verfolgte Christen“ in Kelkheim eingeweiht. Dazu konnte Geschäftsführer Markus Rode zahlreiche Vertreter christlicher Werke und Organisationen begrüßen.

Der Imagefilm zu Beginn der Feierstunde machte die Vision des Gründers „Bruder Andrew“ deutlich. Er wollte mit seiner Arbeit das stärken, was abzusterben droht. Er wollte die Bibel an Orte bringen, an denen sie unerwünscht sind. Daraus ist die Arbeit von Open Doors entstanden, die mit Gebet und praktischer Hilfe an der Seite verfolgter Christen stehen will. Es gehe darum, Menschen praktisch zu helfen und Projekte zu entwickeln. Open Doors liefere Literatur in die Länder, biete Schulungen an und bringe das Wort Gottes zu den verfolgten Christen.

Ständig wachsendes Mitarbeiterteam

Markus Rode ging auf seine eigenen Anfänge bei Open Doors vor 16 Jahren ein. Begonnen habe seine Arbeit mit einem Referenten und einer Sekretärin. Sein eigenes Büro im Keller des Wohnhauses sei kein Platz gewesen, wo Hoffnung aufblüht. In den letzten fünfzehn Jahren habe sich der Dienst von Open Doors in Deutschland ständig erweitert und das Mitarbeiterteam sei gewachsen.

Bei 200 Millionen verfolgten Christen weltweit sei es dringlicher denn je, sich für die Menschen als Bestandteil des Leibes Christi einzusetzen. Der kleinste Funke Hoffnung könne den Glauben von Christen stärken. Rode konnte den Gästen mitteilen, dass die vor neun Jahren in Pakistan inhaftierte Asia Bibi am frühen Vormittag freigelassen worden sei. „Wir dürfen an die Kraft des anhaltenden Gebets glauben.“

Seminarangebote geplant

Deswegen sei auch ein Gebetshaus für verfolgte Christen fester Bestandteil des Zentrums. Open Doors wolle den Kontakt zu Glaubensgeschwistern pflegen und immer aus erster Hand berichten. „Ohne Jesus Christus, seine Gnade und Liebe bleibt das Haus nur eine hohle Hülle“, betonte Rode. Um die Arbeit zu erleichtern und unter einem Dach zu zentralisieren, habe Open Doors vor drei Jahren eine alte Möbelfabrik erworben.

Mit tatkräftiger Unterstützung von Christen aus der Baubranche wurde das Haus restauriert und das „Hoffnungszentrum für verfolgte Christen“ entstand. Die reinen Baukosten belaufen sich auf rund 7,2 Mio. Euro. Darin eingeschlossen ist das Hauptgebäude mit Büro-, Veranstaltungs-, Seminar- und Ausstellungsbereichen, ein Gebetshaus sowie eine Museumsscheune. Besucher sollen dort die Situation verfolgter Christen nachempfinden und ihnen im Gebet beistehen. Ab 2019 sollen dort auch Seminare angeboten werden, die den Teilnehmern Einblicke in die Situation von verfolgten Christen geben und Möglichkeiten aufzeigen, ihnen besser beizustehen. In dem „Untergrundbereich“ sollen Besucher eindrücklich und multimedial erleben können, welche Herausforderungen verfolgte Christen haben.

Wie die Arbeit vor Ort aussieht, berichtete Pastor Edward aus Syrien. Dort gebe es viele Menschen, die ihre Angehörigen und Kinder verloren haben. Andere seien vom IS gefangen genommen und entführt und um ihres Glaubens willen getötet worden. Aber es gebe auch Hoffnungsgeschichten, in denen sich Muslime für ein Leben mit Jesus entschieden haben und sich taufen ließen. „Sie haben eine Leidenschaft und einen Hunger nach Jesus und der Bibel“, berichtete der Pastor. Das Gebet der Christen hier in Deutschland bedeute „die Welt für uns, denn dort kommt die Kraft für uns her“.

„Open Doors hält uns den Spiegel vor“

Thomas Schirrmacher, stellvertretender Vorsitzender der Weltweiten Evangelischen Allianz, wünschte sich, dass das Hoffnungszentrum ein Ort des Segens werde und der geistliche Schwung nicht verloren gehe. „Das Mindeste, was wir tun können, ist für sie zu beten.“ Hartmut Steeb, Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, betonte, dass alle Anwesenden Teil der verfolgten Gemeinde seien. Europa sei die Ausnahme, der Normalfall für Christen in der Welt sei die Verfolgung. „Danke, dass ihr diesen Dienst in so herausragender Weise tut", sagte Steeb an Open Doors gerichtet.

Stephan Holthaus, Rektor der Freien Theologischen Hochschule Gießen (FTH), erinnerte in seinem Grußwort an den Reformationstag. Die Reformation sei nicht nur eine Sieges-, sondern auch eine Leidens- und Verfolgungsgeschichte. Es sei gut, sich daran zu erinnern. „Ihr von Open Doors haltet uns einen Spiegel vor“, sagte Holthaus. Wolfgang Baake, Leiter Kommunikation der FTH, machte deutlich, dass sein persönliches besonderes Engagement den verfolgten Gemeinde gegolten habe und weiterhin gelte: „Open Doors wurde die wichtigste Stimme und der Anwalt für verfolgte Christen und hat dies in der politischen Debatte verankert.“ Christen dürften das Thema nicht verschweigen, sondern müssten es zu einem Haupt- und Hoffnungsthema machen.

Feiertag für Pakistan

Als Feiertag für Pakistan bezeichnete Haroon, ein ehemaliger Imam aus Pakistan und konvertierter Christ, die Freilassung Asia Bibis. „Für Christen ist es das härteste Pflaster der Welt: Eure Gebete und eure Hoffnung haben sie heute Morgen freigesetzt.“ Aus seiner Mission, Christen zum Islam zu bringen, habe Gott ihm einen Ausweg gezeigt. Gottes Liebe habe sein Leben verändert, sagte Haroon. Heute arbeite er unter Flüchtlingen und habe 33 Gemeinden gegründet. Es gehe darum, diese Menschen mit Jesus bekannt zu machen: „Dafür brauchen wir eure Gebete und eure Unterstützung.“

Die Einsegnung des Hoffnungszentrums nahm der Geschäftsführer von Open Doors International, Dan Ole Shani, vor. Aus der Baustelle sei ein wunderschönes Gebäude entstanden. Die Gemeinde Jesu sei ein Haus des Gebets. „Es geht deswegen hier nicht um die Gebäudehülle, sondern um die Arbeit und den Dienst des Heiligen Geistes, der hier wirkt.“ Das Kostbarste in diesem Gebäude seien die Menschen und der Heilige Geist in ihnen. „Deswegen bin ich davon überzeugt, dass von hier Impulse in die ganze Welt ausgehen. Ich wünsche mir, dass hier Menschen orientiert an Jesus anderen Menschen dienen.“

Von: Johannes Blöcher-Weil

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