Christen sollten sich gegenseitig mehr die Füße als die Köpfe waschen, sagte Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, beim Kongress Dynamissio

Christen sollten sich gegenseitig mehr die Füße als die Köpfe waschen, sagte Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, beim Kongress Dynamissio

Diener wirbt für Geschlossenheit

In Berlin ist der Dynamissio-Kongress mit einem Gottesdienst zu Ende gegangen. Der Gnadauer Präses Michael Diener warb für Geschlossenheit unter den Christen – dann werde die Welt dem Zeugnis der Christen mehr glauben.

Michael Diener ermutigte im Abschlussgottesdienst des Kongresses Dynamissio dazu, einen positiven Blick zu bewahren. „Wir müssen aus dieser defizitären Frustschleife herauskommen“, so der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Viele Dinge in Sachen Mission seien bereits gut.

Diener erinnerte daran, dass jahrelang dafür gebetet worden sei, dass Muslime sich bekehrten. Jetzt kämen sie sogar zu uns, was manchen auch wieder nicht passe, sagte Diener in Bezug auf Flüchtlinge.

Der Theologe mahnte außerdem zu Geschlossenheit. „Wer glaubt denn unserem Zeugnis, wenn die Christen permanent miteinander zerstritten sind?“ Wenn Christen sich gegenseitig „mehr die Füße und weniger die Köpfe waschen“ würden, werde „die Welt unserem Zeugnis mehr glauben“.

Weniger Teilnehmer als erwartet

Der Kongress Dynamissio hatte das Ziel, Gemeinden und Gemeindemitarbeiter in ihrer missionarischen Arbeit zu stärken, insbesondere mit Blick auf das Reformationsjubiläumsjahr 2017. An der Organisation beteiligt waren landes- und freikirchliche Akteure, unter anderem die Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, die Deutsche Evangelische Allianz, der Evangelische Gnadauer Gemeinschaftsverband und der Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden. Es habe für einen Kongress noch nie eine so breite Trägerschaft der Kirchen gegeben, sagte Diener. Plenumsvorträge und Workshops, die über die ganze Hauptstadt verteilt waren, boten Inspirationen und praktische Beispiele für die missionarische Gemeindearbeit vor Ort.

Die Teilnehmerzahlen blieben indes weit hinter den Erwartungen zurück. Ursprünglich rechneten die Veranstalter mit 5.000 Teilnehmern, gekommen waren nur 2.250. Der Präses der Freien evangelischen Gemeinden, Ansgar Hörsting, übte am Freitag Selbstkritik: „Es ist uns nicht gelungen, rüberzubringen, was der Inhalt des Kongresses ist.“

Mitglieder evangelischer Landeskirchen waren mit Abstand am häufigsten vertreten:

  • Evangelische Kirche: 49,1 Prozent

  • Evangelischer Gnadauer Gemeinschaftsverband: 15,7 Prozent

  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten): 7,3 Prozent

  • Freie evangelische Gemeinde: 5,8 Prozent

  • Heilsarmee: 5,4 Prozent

  • Andere: 4,4 Prozent

  • Katholische Kirche: 1,3 Prozent

  • Siebenten-Tags-Adventisten: 1,2 Prozent

  • Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden: 1,1 Prozent

  • Evangelisch-methodistische Kirche: 0,6 Prozent

  • Mülheimer Verband: 0,5 Prozent

  • Kirche des Nazareners: 0,5 Prozent

  • Freikirchlicher Bund Gemeinde Gottes: 0,4 Prozent

  • Brüdergemeinde: 0,3 Prozent

  • Foursquare Deutschland: 0,3 Prozent

  • Ohne Angabe: 6,1 Prozent

Trotz geringerem Zuspruch hoffen die Veranstalter auf ausgeglichene Finanzen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD), deren Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm auch auf dem Kongress sprach, bezuschusst Dynamissio mit einem Betrag von 500.000 Euro. Insgesamt rechnen die Veranstalter mit Kosten in Höhe von 600.000 bis 700.000 Euro, die auch durch Teilnehmergebühren gedeckt werden. Dynamissio war der erste Kongress seiner Art. (pro)

Von: nf

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