Schauspieler Ben Becker mit Bühnenshow "Die Bibel"

B e r l i n (PRO) - Ein eigenwilliger Schauspieler hat sich ein ungewöhnliches Thema für ein neues Projekt ausgesucht: Ben Becker will in einer mehrstündigen Bühnenshow die Bibel rezitieren. Religiös ist er nicht, wie er sagt, und mit "Die Bibel - Eine gesprochene Symphonie" will er auf keinen Fall missionieren.

Es sei ein "langjähriger Traum" von ihm gewesen, die Bibel in einer großen Show auf die Bühne zu bringen, schreibt Ben Becker auf seiner Internetseite. Seit zwei Jahren arbeitet der 42-Jährige an dem Projekt. Am 12. Oktober ist Premiere im Berliner Tempodrom. Gemeinsam mit dem Musikproduzenten Dieter Falk produziert er eine CD, die ebenso wie ein Buch am 14. September erscheinen soll.

"Greatest Hits der Bibel"

Becker liest in dem zwei- bis dreistündigem Programm Ausschnitte aus Altem und Neuem Testament vor. Die "Greatest Hits der Bibel", wie er selbst sagt. Unterstützt wird er dabei von 75 Musikern und Künstlern, darunter sind seine eigene Musikgruppe "The Zero Tolerance Band", das Filmorchester Babelsberg und ein Gospelchor. Die Musik wurde teilweise eigens neu komponiert oder ist neu bearbeitet und ursprünglich etwa von Gustav Malher, Johnny Cash, Elvis Presley oder Dolly Parton. Gegenüber dem "Tagesspiegel" sagte Becker, es werde in seiner Show zudem "Spaß und ein bisschen Trickkiste wie bei Siegfried und Roy mit Licht und Feuer" geben.

Die Bibel-Texte, die Becker vorträgt, sind laut einem Bericht der "Welt" "geschickt gekürzte Passagen": "Adam und Eva, Noah, Kain und Abel, Moses und Hiob haben ihre Auftritte, und vor allem die Story des in seiner Angst und Rachsucht so zutiefst menschlichen Jona wird ganz wunderbar anschaulich." Mit dem Hamburger Theologen Markus Reinhard sprach der Schauspieler die Bibeltexte durch. "Es ist ein blutiges Buch und sehr real, was unsere Geschichte und auch die Globalisierung angeht", sagte Becker dem "Tagesspiegel". Gott sei für ihn "das Sein an sich. Nicht der alte Mann mit dem weißen Bart".

Als die "Bild am Sonntag" ihn fragte, ob er nun unter die Missionare gegangen sei, antwortete Becker: "Um Gottes willen! Ich will weder mich noch andere bekehren! Es ist nicht mein Interesse, verlorene Schafe in die Kirche zurückzutreiben." Doch durch das Projekt sei er Gott nähergekommen, so Becker. "In den letzten fünf Wochen habe ich mit dem lieben Gott kommuniziert, er ist jetzt mein Freund!"

Becker: "Ich bin nicht religiös"

In einem Interview mit dem Theologen und Journalisten Hanno Gerwin, der Prominente zu ihrem Glauben befragt, sagte Becker, der stets einen großen Totenkopfring am Finger trägt, dass er nicht religiös sei. In seiner Bibel-Show wolle er hinterfragen: "Warum sind da zum Beispiel drei Männer, die einem Stern folgen und was ist das für ein Stern, dem die folgen? Ich möchte versuchen, das Mystische herauszunehmen und sagen, dass es sich hierbei um die Weiterentwicklung der Menschheit handelt, um die Entwicklung von der Sklaverei bis hin zur sogenannten Demokratisierung." Die Interpretation des Vorgelesenen sei "aber wahrscheinlich eine andere, als die eines Pfarrers." Er sei zudem nicht bibelfest. "Ich fange gerade erst an, mich mit der Bibel dramaturgisch auseinander zu setzen. Mein Interesse liegt nicht darin begründet, mir Bibelsätze einzuprägen."

Ben Becker wurde 1964 in Bremen geboren. Er wuchs mit seiner Schwester Meret in Berlin bei seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten, dem Schauspieler Otto Sander, auf. Er trat in unterschiedlichen Theater- sowie Film- und Fernsehproduktionen auf und wurde mehrmals mit dem Adolf- Grimme-Preis ausgezeichnet. Für seine Rolle im Film "Comedian Harmonists" erhielt er eine Goldene Kamera. Bekannt wurde Becker auch durch Kinofilme wie "Schlafes Bruder" (1994), "Marlene" (2000) oder "Sass" (2001). Im Projekt "Fieber - Tagebuch eines Aussätzigen" erinnerte er an den exzentrischen Schauspieler Klaus Kinski.

Weitere Informationen: www.bibel2007.com

Von: js

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