Schweizer gegen DJ BoBos "Satanische Verse"

B e r n (PRO) - Ein Petitionsaufruf gegen den Auftritt des Sängers DJ BoBo beim diesjährigen "Eurovision Song Contest" hat in der Schweiz großes Echo hervorgerufen. Weil so viele Menschen empört sind über den satanischen Text seines Liedes, wurde die Sammelfrist der Unterschriftenaktion am Dienstag um eine Woche verlängert.

Innerhalb von knapp zwei Wochen unterzeichneten 49.082 Schweizer die Petition gegen das Lied "Vampires are Alive" (Vampire sind lebendig) von DJ BoBo. Der schweizerische Sänger, der mit bürgerlichem Namen René Baumann heißt, soll mit diesem Lied am 12. Mai in Helsinki sein Land musikalisch vertreten.

"Mit Satanismus und Okkultismus ist nicht zu spaßen"

Der Text des englischsprachigen Liedes hat die Gemüter nicht nur von Christen erregt. DJ BoBo singt darin: "Ich bin ein Vampir, ich bin ein Sklave, ein Sklave des Tageslichts, deshalb ist mein Grab in der Dunkelheit, bei den Schatten. Hier bin ich… Wie ein nie endender Albtraum, lass mich deine Welt verändern. Vampire sind lebendig, die Legenden müssen überleben... Befrei' deinen Geist nach Mitternacht, verkauf deine Seele, genieß' die Fahrt vom Himmel zur Hölle. Du bist hier, um Dein Leben aufzugeben, wertvolles Opfer, mein Begehren, ewiges Leben."

Der Präsident der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) und Mit-Initiator der Protestaktion, Hans Moser, sagte vor der Medienkonferenz des Berner Bundesrates am Dienstag: "Mit Satanismus und Okkultismus ist nicht zu spaßen. Wir bedauern, dass DJ BoBo mit einem satanisch inspirierten Song auf die von der finnischen Band Lordi lancierten 'Erfolgswelle' aufspringen will. Wir sind über die destruktive Tendenz dieses Songs entsetzt. Wir sind klar der Meinung, dass gerade auch unsere Jugend eine bessere Botschaft verdient hat!"

Die Bittschrift ruft den Bundesrat auf, Maßnahmen zur Absetzung des Songs zu prüfen. Die Initiatoren berufen sich dabei auf Artikel 72 Absatz 2 der Bundesverfassung. Dort heißt es: "Bund und Kantone können im Rahmen ihrer Zuständigkeit Maßnahmen treffen zur Wahrung des öffentlichen Friedens zwischen den Angehörigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften."

Mitinitiator und Nationalrat Christian Waber betonte, dass ein Songtext nie wertneutral sein könne. "Die Botschaft – vor allem der Aufruf mit okkultem Hintergrund – hat ganz klar eine negative Wirkung. Der Aufruf, seine Seele zu verkaufen, kann nicht leichtfertig hingenommen werden."

Weder das Petitionskomitee noch die über 49.000 Unterzeichnenden hätten etwas gegen DJ BoBo, wohl aber gegen dessen Beitrag zum "Eurovision Song Contest". "Der 'Vampirsong' von DJ BoBo verletzt unsere religiösen Gefühle. Wir protestieren in aller Form dagegen", heißt es daher in der Petition.

Von: js

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