Urs Egger wurde 1953 in Bern geboren. Er starb am 18. Januar in Berlin.

Urs Egger wurde 1953 in Bern geboren. Er starb am 18. Januar in Berlin.

Regisseur Urs Egger gestorben

Der Regisseur Urs Egger ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Schweizer wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er den christlichen Medienpreis „Goldener Kompass“ für den Film „Ein Kind wird gesucht“.

Der Regisseur Urs Egger verstarb am 18. Januar 2020, meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf einen Freund der Familie. Der gebürtige Berner studierte in Los Angeles. Als Regieassistent wirkte er unter anderem beim James-Bond-Film „Der Hauch des Todes“ von 1987 mit. Es folgten zahlreiche deutschsprachige Filme wie die Kinoproduktion „Epsteins Nacht“ mit Mario Adorf, Bruno Ganz und Günther Lamprecht. Seine Filme „Opernball“ (1998), „An die Grenze“ (2008) und „Der Fall Bruckner“ (2015) wurden jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

2017 führte Eggers die Regie im ZDF-Film „Ein Kind wird gesucht“. Darin geht es um die reale Geschichte des Mordes am damals zehnjährigen Mirco. Der Fall sorgte 2010 und 2011 bundesweit für großes Aufsehen. Die gläubige Familie des Jungen verarbeitete ihre Erfahrungen in einem 2012 erschienen Buch. Die ZDF-Produktion erzählt die Begebenheit aus Sicht des Kriminalhauptkommissars Ingo Thiel (Heino Ferch), der eine Sonderkommission einrichtet, um Mirco zu finden. Dabei steht er mit dessen Eltern, der Familie Schlitter, im engen Kontakt. In vielen Szenen geht es um den Glauben der Familie, um ihr Zweifeln und Bangen. Nachdem Mircos Leiche gefunden wurde und seine Mutter den Kommissar fragt, wo er sei, antwortet Thiele nur: „Bei Gott.“ Für die ehrliche Thematisierung des tiefen Glaubens von Mircos Familie wurde der Film im November 2019 mit dem Christlichen Medienpreis „Goldener Kompass“ ausgezeichnet.

Schauspieler Heino Ferch verlas während der Verleihung eine Botschaft Eggers, der selbst nicht vor Ort sein konnte. Darin schrieb er über die Familie Schlitter: „Ihr Verzeihen, ihr Umgang mit dem gewaltsamen willkürlichen Tod, das Nichtwissen, das Warten, diese Prüfung – das hat mich sehr berührt und beeindruckt.“ Insbesondere die Szenen, wo der „Glaube und mitunter der Zweifel angesprochen“ worden seien, seien ihm wichtig für die Inszenierung gewesen. Er sei froh, „dass die Schlitters diese Interpretation angenommen haben“.

Das ZDF würdigte Egger in einer Pressemitteilung: „Urs Egger war eine wichtige Säule unseres Fiktion-Programms im ZDF, und er beherrschte souverän die große Bandbreite der Genres von Krimi, über Komödie bis zum Drama“, so ZDF-Fernsehfilm-Chef Frank Zervos. „Die Zuschauer liebten seine Filme.“

Von: Nicolai Franz

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei der Christlichen Medieninitiative pro e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus