In der Dokumentation „Emanuel“, produziert vom Basketballstar Stephen Curry, kommen Angehörige des Attentats von Charleston zu Wort, bei dem ein 21-Jähriger 2015 in einer Kirche um sich schoss

In der Dokumentation „Emanuel“, produziert vom Basketballstar Stephen Curry, kommen Angehörige des Attentats von Charleston zu Wort, bei dem ein 21-Jähriger 2015 in einer Kirche um sich schoss

Basketball-Star wird zum Filmproduzenten

Stephen Curry ist einer der erfolgreichsten Basketballspieler der NBA-Geschichte. Der gläubige Superstar hat im vergangenen Jahr eine eigene Produktion für Filme und Fernsehbeiträge gegründet und bringt in diesem Jahr bereits seine zweite größere Filmproduktion heraus. Die Dokumentation über den Anschlag auf eine Kirchengemeinde in Charleston läuft am Montag, genau vier Jahre nach dem Attentat, in Amerika an.

Der 31-jährige Basketballer Stephen Curry gilt als einer der besten Spieler der amerikanischen Liga NBA, ist fester Bestandteil des amerikanischen Nationalteams, zweifach gewählter „Bester Spieler der Liga“ und einer der erfolgreichsten Distanzschützen der Basketballgeschichte. Seit 2009 spielt er für die Golden State Warriors. Im Jahr 2016 brach Curry mit 13 Dreipunkttreffern den NBA-Dreierrekord. (Der Rekord ist mittlerweile bereits wieder übertroffen.)

Zwei Mal wurde er bereits zum Most Valuable Player (MVP), also zum „wertvollsten Spieler“ der NBA gewählt. Bei einer der Dankesreden sagte er: „Die Leute sollten wissen, wen ich repräsentiere und warum ich der bin, der ich bin, und zwar wegen meines Herrn und Erlösers.“ Auf vielen seiner Basketball-Schuhe ist der Hinweis „4:13“ abgedruckt, was auf den Bibelvers Philipper 4,13 hinweisen soll: „Alles vermag ich durch den, der mich stärkt.“ Außerdem zeigt ein Tattoo den Vers 1. Korinther 13,8 in hebräischen Buchstaben („Die Liebe vergeht niemals“).

Im Jahr 2018 gründete Curry eine Produktionsfirma für Filme und Fernsehbeiträge, die den christlichen Glauben und seine Werte propagieren sollen: „Unanimous Media“, was so viel wie „einstimmig“ heißt. Kurz darauf teilte Sony Pictures Entertainment mit, einen Vertrag mit Curry über eine mehrere Jahre umfassende Zusammenarbeit abgeschlossen zu haben.

Vor kurzem kam der Spiel Film „Breakthrough“ in die Kinos, er handelt von der Heilung eines 14-jährigen Jungen, der beim Spielen in einen Eissee gefallen war und bereits für tot erklärt wurde. Erst das Gebet seiner Adoptivmutter (Chrissy Metz) bringt den Jungen wieder ins Leben zurück. Diese hat sich laut Bericht mehrerer Menschen 2015 in der Stadt Lake St. Louis im US-Bundesstaat Missouri so zugetragen. Curry trat als Ausführender Produzent des Films auf. „Breakthrough – Zurück ins Leben“ war auch in ausgewählten deutschen Kinos eine zeitlang zu sehen.

Dokumentation über Charleston-Attentat

Nun hat „Unanimous Media“ einen weiteren Film produziert: „Emanuel“ ist ein Dokumentarfilm über den Anschlag in Charleston, bei dem der 21-jährige weiße US-Bürger Dylann Storm Roof am 17. Juni 2015 neun Afroamerikaner während einer Bibelstunde in einer Kirche in Charleston (South Carolina) erschoss. Der Film läuft ab dem 17. Juni 2019 in einigen amerikanischen Kinos. Ob und wann der Film auch auf Deutsch herauskommt, ist nicht bekannt.

In einem Interview der Washington Post sagte der Regisseur von „Emanuel“, Brian Ivie, er wolle in seinem Film vor allem betonen, dass viele der Kirchenmitglieder dem Mörder vergeben konnten. Ivie: „Wenn ich über den Film spreche, dann teile ich nicht nur einfach mit, dass sie ihm vergeben, weil sie sich dann emotional besser von ihm lösen können. Ich rede von einer Art von Liebe, die man selten sieht. Ihre Liebe für den Schützen ist eine Liebe, die sagt: ‚Ich trage die volle Last dieser falschen Tat.‘ Das ist die höchste Art Liebe, die man geben kann – eine Liebe für den Feind.“

Stephen Curry habe mit dem Film einen Teil seines eigenen Glaubens zeigen wollen, den man in den Medien eher wenig sehe. Christliche Medien zeigten oft einen Glauben, der eher „ordentlich“ daherkomme und sich nicht wie das wahre Leben anfühle.

Auf die Frage, was er sich wünsche, was die Zuschauer durch den Film mit nach Hause nehmen, sagte der Regisseur: „Es gibt diese Ansicht, dass Gott anwesend ist und versprochen hat, dass es einen Tag geben wird, an dem es absolute Gerechtigkeit geben wird und dass er jede Träne wegwischen wird.“

Von: Jörn Schumacher

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